Artenvielfalt

Auf dem Weg ins Wochenende ging uns unterwegs das Benzin aus und wir suchten uns eine Tankstelle. Eine solche Anzeigetafel habe ich allerdings vorher noch nie gesehen:

Artenreichtum

Ich frage mich: Was ist das alles? Einige Sachen habe ich noch nie gehört oder gelesen. OK, unter “Super 98 Energy” kann ich mir noch “Super Plus” vorstellen, Autogas, Erdgas, Diesel und Super 95 sind auch klar – aber was ist “Bio-Flex-Fuel E85″ oder “AdBlue”?

Vorschulkinderelternabend

Jedes Jahr im Herbst veranstaltet der Kindergarten einen Elternabend speziell für die Eltern der Vorschulkinder. Jedes Jahr sind dort die Schulleiter der beiden örtlichen Grundschulen anwesend, um die Eltern zu informieren, wie das so läuft mit der Einschulung und auch mit dem Unterricht in der Grundschule heutzutage. Eigentlich eine schöne Sache, aber … die Kinder, die keine der beiden Grundschulen besuchen werden, sind an der Stelle außen vor. Es ärgert mich, natürlich, weil ich als Mutter selbst betroffen bin, aber auch grundsätzlich. Ich meine, das ist ein Integrationskindergarten – es gibt 12 Integrationskinder und auch wenn die meisten sicherlich die normale Grundschule besuchen werden, finde ich es schade, dass sich keiner mal über die anderen Gedanken macht.

Ich habe mir also angehört und angesehen, was da vorgestellt wurde – alles recht nett, aber letztlich wurde ich in meiner Meinung bestätigt, dass Saskia an der Grundschule unterginge. Also habe ich mal nachgefragt, wie es denn mit Kindern sei, die eine andere Schule benötigen. Das gäbe es nicht, alle Kinder würden in der Grundschule beschult – man sei sozusagen eine “Gesamtschule” im wahrsten Sinne des Wortes, wurde mir erklärt :? Wenn sich bei der Schuluntersuchung Probleme zeigen würden, kämen die Kinder in eine “Präventivklasse” mit besonderer Förderung und wenn das nichts bringe, vielleicht später auf eine Förderschule. Ich fragte nach, ob das jetzt ernst gemeint sei, dass ein Kind, das schwerbehindert ist und Einschränkungen in allen Bereichen hat, tatsächlich erst durchs Raster fallen müsse. Nach kurzen irritierten Blicken wurde dann eingelenkt: “Ja, wenn es sooo eindeutig ist …”

Letztlich bin ich nun genauso schlau wie vorher. Wir müssen Saskia also in der zuständigen Grundschule anmelden und können bei der Gelegenheit darauf hinweisen, dass zusätzlicher Förderbedarf besteht, ansonsten würde das dann eben bei der Schuluntersuchung irgendwann im Februar / März auffallen. Details konnte mir allerdings keiner sagen – das sei auch nicht nötig, das liefe ja alles automatisch. Aha.

Ehrlich gesagt komme ich mir ein bisschen veralbert vor – es wird ein Elternabend veranstaltet, um den Eltern mitzuteilen, wie es läuft, aber genau die, bei denen es eben nicht einfach nach Schema F läuft, bekommen eben keine Info. Es nervt. Wenn alles so locker flockig automatisch läuft, dann tut es das doch bei den Regelkindern erst recht. Wozu dann also diese Veranstaltung? (Und ja, ich hatte vorher auf die Problematik hingewiesen und auch auf dem vorher ausgeteilten Fragebogen meine Bedenken geäußert. Mir wurde daraufhin versprochen, der Schulleiter der örtlichen Förderschule, der auch für die Testung der Kinder zuständig ist, käme dieses Mal auch – leider hatte er dann gestern Abend einen anderen Termin …)

Schulbesichtigung – Runde 1

Die erste der drei unserer Meinung nach in Frage kommenden Schulen haben wir uns heute angesehen. Es ist die am nächsten gelegene Schule, die aber dummerweise in einem anderen Bundesland liegt. (Schrieb ich schon, dass ich Förderalismus im Bildungswesen für mittelalterlich und überholt halte?)

Der erste Eindruck war durchaus positiv, der Schulleiter (mit dem wir uns eine Stunde lang unterhalten haben), machte einen kompetenten Eindruck. Wir sind etwas voreingenommen, denn eine Freundin von Saskia besucht diese Schule seit zwei Jahren und ihre Eltern erzählen immer wieder, wie begeistert sie sind. Die Schule ist eine “Schule für geistige Entwicklung”, laut Schulleiter sind die Schüler sehr unterschiedlich stark behindert. Es gibt recht fitte Kinder, die im günstigsten Fall später den Übergang zu einer Regelschule schaffen, es gibt aber auch schwerst mehrfachbehinderte Kinder, die im wesentlichen betreut und gepflegt werden und ihre Therapien erhalten, aber keinen “normalen” Unterricht haben.

In den Klassen der leichter betroffenen Kinder sind ca. 8 Kinder mit einem Lehrer und einem Erzieher. Wenn es erforderlich ist, kann über das Sozialamt (Eingliederungshilfe) ein Schulbegleiter beantragt werden. Die Schule arbeitet mit entsprechenden Institutionen zusammen und würde die Schulbegleitung organisieren, wenn die Kostenübernahme geklärt ist.  Es gibt Therapeuten an der Schule, die sich allerdings nur um die schwerstbehinderten Schüler kümmern dürfen, es gibt aber auch externe Therapeuten, die in den Räumen der Schule während der Schulzeit Logopädie und Physiotherapie anbieten. Hier wird dann über ganz normale Rezepte abgerechnet, also genau so, wie es derzeit auch im Kindergarten läuft. Von Ergotherapie war nicht die Rede und ich habe nicht nachgefragt – im Zweifel würden wir das aber am Nachmittag privat machen.

Die ketogene Diät wäre kein Problem, wir müssten dann das Essen mitgeben. Ansonsten gibt es Mittagessen von einer Großküche. Wenn Medikamente gegeben werden müssen, egal ob regelmäßig oder im Notfall, ist es kein Problem, sofern eine Bescheinigung von uns und vom behandelnden Arzt vorliegt.

Die Kinder werden zwischen 7:30 Uhr und 9:00 Uhr gebracht und ab ca. 13 Uhr abgeholt, es gibt auch eine Spätbetreuung bis 16 Uhr. Allerdings gehe ich davon aus, dass Saskia einen Schulbegleiter braucht und nach unserer bisherigen Erfahrung mit dem Kreissozialamt gehe ich nicht davon aus, dass sie den für 8 Stunden pro Tag bekommt. 5 Stunden scheinen da realistischer. Das wird also eventuell ein Problem.

Ein Teil der Kinder wird mit Bussen zur Schule und nach Hause gebracht, allerdings steht uns da dann wieder die Landesgrenze im Weg. Die Schule würde Saskia wohl aufnehmen (vorausgesetzt unser Schulamt stimmt zu, dass Saskia im Nachbar-Bundesland Gastschülerin wird), wir müssten sie aber selbst bringen und holen. Das schränkt uns natürlich zusätzlich ein und da noch nicht feststeht, welche Arbeitszeiten und -wege der beste Ehemann von allen künftig haben wird, tue ich mich damit gerade etwas schwer. Denn wenn ich Saskia täglich bringen und holen müsste, würde es ziemlich stressig, da die Schule leider nicht so richtig an meinem Arbeitsweg liegt.

Wir werden das jetzt alles erstmal sacken lassen, uns die anderen Schulen ansehen und dann eine Entscheidung treffen, mit der wir hoffentlich alle gut leben können.

K, G oder doch I? – Die richtige Schule für Saskia

Kurz nach Saskias Geburtstag hatten wir Post der örtlichen Grundschule im Briefkasten. Wir lasen, dass Saskia nächstes Jahr schulpflichtig wird – das war uns bereits bekannt ;) – und dass wir sie Ende Oktober in der Schule anmelden müssen – auch wenn sie letztlich eine andere Schule besuchen wird. Es wird also ernst mit der Schulwahl.

Im Juni hatten wir bereits ein Gespräch mit dem Leiter der örtlichen Förderschule. Das ist eine Schule mit “Förderschwerpunkt Lernen” – die einzige Förderschule, die hier im Ort und nur ca. 200 m vom Kindergarten entfernt ist. Saskia war beim Gespräch nicht dabei, insofern waren es nur grundsätzliche Überlegungen.

Der Schulleiter erzählte uns, dass wir bei der Anmeldung in der Grundschule gleichzeitig den Antrag auf “Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs” stellen sollen. Im Rahmen dieses Verfahrens wird ein Gutachten erstellt, für das der Leiter der Förderschule zuständig ist, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit der Förderschule für geistige Entwicklung und mit dem Kindergarten.

Je nachdem, wie dieses Gutachten ausfällt, wird dann die “passende” Schule empfohlen. Wenn mehrere Schwerpunkte in Frage kommen, haben wir die Wahl. Nach unserem Gespräch hält der Schulleiter sowohl die Förderschule für körperlich-motorische als auch die für geistige Entwicklung für möglich und meinte, es käme natürlich auch integrative Beschulung in der zuständigen Grundschule in Frage.

Die Grundschule hätte den Vorteil, dass Saskia (und uns) viel Fahrerei erspart bliebe, sie hier im Ort zur Schule gehen und sich vielleicht durch den Kontakt zu gesunden Kindern einiges abgucken könnte. Allerdings habe ich derzeit Bedenken, dass Saskia dort gnadenlos unterginge und der Schulstoff deutlich zu abstrakt für sie wäre. Außerdem bekäme sie dann zwar einen Integrationshelfer, der während der Schulzeit an ihrer Seite wäre, da die Schule jedoch keine Ganztagsschule ist und die Hortbetreuung für das Sozialamt als Freizeit zählt, hätten wir mit der Nachmittagsbetreuung ein echtes Problem.

Als Förderschule wäre die Schule für geistige Entwicklung (24 km entfernt von uns) für uns zuständig. Dies ist (soweit ich weiß) eine offene Ganztagsschule mit Nachmittagsprogramm an bestimmten Tagen. Eine weitere Schule für geistige Entwicklung befindet sich in 8km Entfernung, allerdings hinter der Landesgrenze. Auch hier gibt es ein Ganztagsprogramm, ich weiß aber nicht, in welchem Umfang. Eine Schule für körperlich-motorische Entwicklung (15 km entfernt), ebenfalls hinter der Landesgrenze, käme eventuell auch noch in Frage.

Welche Schule letztlich die richtige ist, werden wir in den nächsten Wochen und Monaten heraus finden müssen.

Timing is everything …

Doch, doch, irgendwie habe ich schon gut drauf, arbeitgeberfreundlich am Wochenende oder im Urlaub krank zu werden. Egal ob Bronchitis, Halsschmerzen und Bindehautentzündung zur eigenen Hochzeit – was nicht nur dazu führte, dass ich mich kaum mit den Gästen unterhalten konnte und mir hauptsächlich erzählt wurde, wie toll das Essen und die Torte schmeckten, sondern auch dazu, dass ich von meiner eigenen Hochzeitsfeier kurz nach Mitternacht nach Hause ins Bett gegangen bin – auch diverse Urlaube habe ich schon fiebrig und hustend verbracht.

Das vergangene Wochenende mit (diesmal nur) 75 Frauen im Hotel war definitiv auch etwas anders geplant. Am Freitag Abend kratzte es leicht im Hals, am Samstag hatte ich Halsschmerzen, einen dicken, schmerzenden Kopf, Fieber und eine triefende Nase. Ganz super. Ich kam mir ein bisschen vor wie eine Drogenabhängige, als ich potentielle Dealer um “Stoff” (in Form von Ibuprofen und ACC und Papiertaschentüchern) anbettelte. :|

Ein bisschen haben mir die Drogen noch über den Tag geholfen, die interessanteren Sachen wie Zimmerpartys fanden diesmal leider ohne mich statt. Ich war froh, gestern Nachmittag zu Hause ins Bett fallen zu können. Als ich 3 Stunden später aufwachte, waren die Kopfschmerzen unerträglich, so dass ich nach einer Ladung Grippostad direkt wieder ins Bett gekrochen bin.

Heute ist der Kopf einigermaßen klar, es rasselt schon viel weniger beim Atmen, ich halte zwischendurch schon ganze 10 Minuten ohne Taschentuch aus und der Husten klingt, als würde ich vielleicht doch überleben. Der gelbe Schein gilt bis Mittwoch und ich hoffe, dass ich keine Verlängerung benötige.

Während ich beim Arzt saß, rief der beste Ehemann von allen an und teilte mir mit, dass er jetzt Saskia abholen fahre. Der Kindergarten hat angerufen, sie würde sich heftig übergeben. Ach nöö, ich wollte mich daheim doch erholen und ein kotzendes Kind ist da nicht wirklich hilfreich.

Das Chaos verlagert sich

Nachdem sich der Staub im Wohnzimmer endlich verzogen hat und die Gardinen wieder hängen, haben wir vorhin das Arbeitszimmer komplett ausgeräumt, damit morgen der Elektriker rein und am Wochenende renoviert werden kann. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis, das ich allerdings erst am Sonntag sehen werde – bis dahin werde ich mich ab Freitag zu einem Weiberwochenende verkrümeln.