Winterschlaf wäre nett

Irgendwie bin ich derzeit dauermüde. Egal, wieviel ich schlafe, ich bin ständig kaputt. Das nervt. Ich komme zu nichts und hätte so viel zu tun. Außer einem Adventskranz, den mir meine Mutti zum Geburtstag mitgebracht hat, ist bei uns noch gar nichts weihnachtlich – es hängt noch kein Stern, weder Eingang noch Garten sind dekoriert bzw. mit Lämpchen versehen, kein Räuchermännchen, keine Fensterdeko – gar nichts. Doof, finde ich, aber aufraffen, es zu ändern, kann ich mich auch nicht.

Arbeits- und Kinderzimmer sehen (seit dem Fensterumbau) noch immer aus wie nach einer Hausdurchsuchung in einem schlechten Film, aber ich bin abends nur noch fertig. Erschwerend kommt dazu, dass Saskia derzeit häufig abends jammert, sobald man den Raum verlässt, einer von uns also immer mal wieder zu ihr rein muss und man kaum mal Zeit und Ruhe findet, etwas zu Ende zu machen. Gestern Abend bin ich schließlich neben Saskia eingeschlafen und erst wieder wach geworden, als der beste Ehemann von allen gegen 10 nach Hause kam. Da ist es dann auch zu spät zum aufräumen.

Außerdem gäbe es etliche Mails zu beantworten und Weihnachtsgeschenke zu überlegen und ggf. zu besorgen, aber auch dafür fehlt die Kraft.

Seltsam

Nachdem vor ein paar Tagen auf dem Weg durch die Tiefgarage unter dem Büro zum Technikkeller plötzlich ein großes Auto mit der Aufschrift “Kill-Team”* vor mir stand, hielt heute ein Wagen mit der Aufschrift “Tatortreinigung – Crime-Scene-Cleaner” in der Straße. Sollte mir das jetzt zu denken geben?


* Offenbar eine Firma, die sich um Schädlingsbekämpfung** kümmert. Jedenfalls behaupten sie das.
** Nein, ich möchte eigentlich nicht weiter darüber nachdenken – ich habe öfter mal im Keller zu tun.

Tag der offenen Tür

Die Körperbehindertenschule hatte Tag der offenen Tür und bot unter anderem die Möglichkeit, sich den Unterricht in verschiedenen Klassen mal anzusehen und mit verschiedenen Lehrern, Erziehern und Therapeuten zu sprechen. Wir nutzten die Gelegenheit und verbrachten den gesamten Schultag dort. Wir sahen den Schwimmunterricht (wobei es bei den Schwerstbehinderten, die wir sahen, weniger um das Schwimmen und mehr um die Entspannung im warmen Wasser ging), waren beim Morgenkreis, im Deutschunterricht und schließlich beim Snoezelen dabei, haben ein bisschen was über Talker und unterstützte Kommunikation erfahren, uns mit einigen Menschen unterhalten und sind zu dem Schluss gekommen, dass Saskia entgegen der Meinung der Psychologin in dieser Schule richtig wäre. Von der körperlichen und geistigen Entwicklung gibt es ein ziemlich weites Spektrum – einige Schüler schienen gar nicht eingeschränkt, andere sehr deutlich. Saskia würde wohl irgendwo in der Mitte liegen.

Wir hatten einen positiven Eindruck und haben zu guter Letzt einen Termin zur Aufnahmeuntersuchung vereinbart – am 17. Januar dürfen Saskia dort vorstellen. Bis dahin können wir uns erstmal um die Unterlagen kümmern, die nötig sind, damit Saskia im Nachbarbundesland zur Schule gehen darf. Ich bin mal gespannt, wie kompliziert es wird.

“Flöhe UND Läuse”

Ein Problem bei der Schulsuche ist, den passenden Förderschwerpunkt zu wählen – auch deshalb, weil wir gar nicht so richtig wissen, wo Saskia entwicklungstechnisch denn wirklich steht. Vor ein paar Jahren hat sie den einen oder anderen Entwicklungstest gemacht und dort meist recht gut abgeschnitten. Bei späteren Versuchen musste entweder der Test abgebrochen werden, weil Saskia einen Anfall nach dem anderen hatte oder Saskia scheiterte daran, dass sie Aufgaben zwar eigentlich hätte lösen können, aber die Aufgabenstellung nicht verstand. Im Rahmen der Schulsuche wäre es doch ganz nett, mal eine aktuelle Aussage zu haben, dachte ich.

Am Montag hatten wir also einen Termin bei einer Psychologin, die Saskia flüchtig kannte. Es war morgens, die Frau nahezu unbekannt, der Raum ebenfalls, also zeigte sich Saskia zunächst recht zurückhaltend, taute aber im Laufe der Zeit auf. Zuerst stellte sich nun die Frage: “Was machen wir denn für einen Test?” und die erwieß sich als eigentlich unlösbar. Einige Tests sind recht sprachlastig – das ist dann eher nichts für Saskia. Andere sind zwar sprachfrei, stellen aber ziemliche Anforderungen an die (Fein-)Motorik – also auch nicht so gut. In dem Zusammenhang fiel dann der Satz, dass wir es ja hier mit “Flöhen und Läusen” zu tun hätten, Saskia also überall Defizite hat. Zu testen sei da wenig, denn alle Tests basieren auf Vergleichen und mit wem soll man Saskia vergleichen? Tja, außer Spesen nichts gewesen. Und etwas Verunsicherung obendrein, als die Psychologin meinte, dass unser Plan, Saskia in der Körperbehindertenschule anzumelden, ihr eher nicht gerecht würde. Hmmm … :? Sie empfahl uns, uns eher im Bereich der Waldorfschulen umzusehen. Die Waldorfschule für Geistigbehinderte in der großen Stadt haben wir uns vor einem Jahr angesehen und können damit immer noch nichts anfangen, auch wenn ich inzwischen einige Menschen getroffen habe, die genau diese Schule ganz toll finden. Es ist einfach nicht meins.

Die 100 Lieblingsbücher der deutschen Blogger

Vor einiger Zeit geisterte ja die Liste der Lieblingsbücher in Deutschland durchs Internet, jetzt gibt es die Liste der Lieblingsbücher der deutschen Blogger. Allerdings habe ich den Eindruck, dass ich von denen noch weniger gelesen habe, als von der ersten Liste.

1. Suzanne Collins – Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele
2. Stephenie Meyer – Biss zum Morgengrauen
3. J. K. Rowling – Harry Potter und der Gefangene von Askaban
4. J. K. Rowling – Harry Potter und die Heiligtümer des Todes
5. Walter Moers – Die Stadt der träumenden Bücher
6. Michael Ende – Die unendliche Geschichte
7. J. R. R. Tolkien – Der Herr der Ringe: Die Gefährten
8. Markus Zusak – Die Bücherdiebin
9. Carlos Ruiz Zafon – Der Schatten des Windes
10. Cornelia Funke – Tintenherz
11. Ken Follet – Die Säulen der Erde
12. Kerstin Gier – Rubinrot
13. Daniel Glattauer – Gut gegen Nordwind
14. Jane Austen – Stolz und Vorurteil
15. Patrick Süßkind – Das Parfüm
16. J. K. Rowling – Harry Potter und der Stein der Weisen
17. Stephenie Meyer – Biss zum Ende der Nacht
18. J. K. Rowling – Harry Potter und der Orden des Phönix
19. Cassandra Clare – City of bones
20. Stephenie Meyer – Seelen
21. J. K. Rowling – Harry Potter und der Feuerkelch
22. Cecilia Ahern – P.S. Ich liebe Dich
23. J. R. R. Tolkien – Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
24. Stephenie Meyer – Biss zum Abendrot
25. Simon Beckett – Die Chemie des Todes
26. Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis
27. Stieg Larsson – Verblendung
28. Marion Zimmer Bradley – Die Nebel von Avalon
29. Oscar Wilde – Das Bildnis des Dorian Gray
30. Ally Condie – Die Auswahl
31. Diana Gabaldon – Feuer und Stein
32. J. R. R. Tolkien – Der Herr der Ringe: Die zwei Türme
33. Donna W. Cross – Die Päpstin
34. Sebastian Fitzek – Die Therapie
35. Michael Ende – Momo
36. Khaled Hosseini – Drachenläufer
37. Kerstin Gier – Smaragdgrün
38. J. R. R. Tolkien – Der kleine Hobbit
39. Stieg Larsson – Verdammnis
40. Audrey Niffenger – Die Frau des Zeitreisenden
41. J. K. Rowling – Harry Potter und der Halbblutprinz
42. Stephenie Meyer – Biss zur Mittagsstunde
43. Antoine de Saint-Exupery – Der kleine Prinz
44. Dan Brown – Illuminati
45. Maggie Stiefvater – Nach dem Sommer
46. Astrid Lindgren – Ronja Räubertochter
47. Kerstin Gier – Saphirblau
48. Anna Gavalda – Zusammen ist man weniger allein
49. Frank Schätzing – Der Schwarm
50. Cody McFayden – Die Blutlinie
51. Noah Gordon – Der Medicus
52. Dan Brown – Sakrileg
53. Cassandra Clare – City of glass
54. Christopher Paolini – Eragon: Das Vermächtnis der Drachenreiter
55. Tess Gerritsen – Die Chirurgin
56. Arthur Golden – Die Geisha
57. Charlotte Bronte – Jane Eyre
58. Iny Lorentz – Die Wanderhure
59. Patrick Rothfuss – Der Name des Windes
60. Johann Wolfgang Goethe – Faust
61. Suzanne Collins – Die Tribute von Panem: Gefährliche Liebe
62. Daniel Glattauer – Alle sieben Wellen
63. Ursula Poznanski – Erebos
64. Antonia Michaelis – Der Märchenerzähler
65. Jodi Picoult – Beim Leben meiner Schwester
66. Sebastian Fitzek – Der Seelenbrecher
67. Umberto Eco – Der Name der Rose
68. Walter Moers – Die 13 1/2 Leben des Käpt`n Blaubär
69. Kerstin Gier – Die Mütter-Mafia
70. Kristin Cashore – Die Beschenkte
71. Stieg Larsson – Vergebung
72. Jostein Gaarder – Sofies Welt
73. Bettina Belitz – Splitterherz
74. Simone Elkeles – Du oder das ganze Leben
75. Friedrich Dürenmatt – Die Physiker
76. Nina Blazon – Faunblut
77. Akif Pirnicci – Felidae
78. Kai Meyer – Arkadien erwacht
79. Simon Beckett – Kalte Asche
80. Rebecca Gable – Das Lächeln der Fortuna
81. George Orwell – 1984
82. Isabel Abedi – Lucian
83. Cecila Ahern – Für immer vielleicht
84. Milan Kundera – Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
85. J. K. Rowling – Harry Potter und die Kammer des Schreckens
86. Paulo Coelho – Veronika beschließt zu sterben
87. Bram Stoker – Dracula
88. P. C. & Christin Cast – Gezeichnet
89. John Boyne – Der Junge im gestreiften Pyjama
90. David Safier – Mieses Karma
91. Cody McFayden – Der Todeskünstler
92. Terry Pretchett – Gevatter Tod
93. Suzanne Collins – Die Tribute von Panem: Flammender Zorn
94. Anne Frank – Das Tagebuch der Anne Frank
95. Astrid Lindgren – Pippi Langstrumpf
96. Bernhard Schlink – Der Vorleser
97. Kerstin Gier – Für jede Lösung ein Problem
98. Christiana F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
99. Otfried Preußler – Krabat
100. Lauren Oliver – Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Hmm, ganz schön Harry-Potter- und Biss…-lastig, finde ich. Einige stehen auf meiner gedanklichen “Zu-lesen-Liste”, andere sagen mir gar nichts oder interessieren mich nicht. Irgendwie scheine ich nicht so recht hitlisten-kompatibel zu sein – ich finde auch oscar-prämierte Filme oft nicht so toll.

Zurück in die Zukunft

Die CDU schlägt ein zweigliedriges Schulsystem aus “Oberschule” und “Gymnasium” vor, rudert dann aber wieder zurück und meint, die Länder sollen mehr Gestaltungskompentenz erhalten. Super-Idee mit den Länderkompetenzen im Bildungswesen. Wohin das führt, sieht man doch an dem derzeitigen Wildwuchs. Egal ob es Gesamtschulen, Hauptschulen, Realschulen, Stadtteilschulen, Gemeinschaftsschulen, Mittelschulen oder was auch immer sind – jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen. Tolle Sache, wenn andererseits Mobilität von den Eltern gefordert wird und man nicht mal weiß, welche Schulformen es dieses Jahr gerade im Nachbarbundesland 10 km weiter gibt.

Das Konzept “Oberschule und Gymnasium” kommt mir andererseits bekannt vor. Woher bloß? Ach ja, da war ja noch was – damals in der DDR gab es eine Polytechnische Oberschule für alle und die Möglichkeit, anschließend (an der erweiterten Oberschule oder in Form einer Berufsausbildung) Abitur zu machen, für die, die die entsprechenden Leistungen hatten. Damals konnte man dieses Konzept gar nicht schnell genug abschaffen. Warum eigentlich?

Inzwischen stellt man fest, dass Hauptschulen nicht das Gelbe vom Ei sind und versucht, sie irgendwie mit den Realschulen zusammen zu rühren. Einen Abschluss unterhalb des Abiturs, der gesellschaftlich anerkannt ist, gibt es aber nicht. Woher kommt eigentlich dieser Drang, dass möglichst “jeder” irgendwie Abitur machen muss? Zu DDR-Zeiten waren es etwa 10% eines Jahrgangs, heute sind es 40-60% – und ich glaube nicht, dass wir damals dümmer waren. Der normale Weg war aber eben, ohne Abitur eine Ausbildung zu machen und nur die, die studieren wollten, machten auch Abi.

Auch wenn mich das Thema nur am Rande betrifft, bin ich sehr gespannt, wohin die Schulpolitik uns in Deutschland in den nächsten Jahr(zehnt)en führen wird.

Hausbesichtigung

Eigentlich hatten wir ja vor, unser Haus für Saskia passend umzubauen. Aber das wäre schon gaaanz schön viel Dreck und Arbeit, vom Geld gar nicht zu reden. Und ob es am Ende perfekt wäre, ist noch die Frage. Also vielleicht doch lieber umziehen? Arbeit ist das natürlich auch, aber wenn alles passt, wäre es langfristig vielleicht doch die sinnvollere Variante.

Am Montag haben wir also ein Haus besichtigt, das alle wichtigen Räume (in dem Fall also Küche, Wohnzimmer, Kinderzimmer, Schlafzimmer und Bad) im Erdgeschoss hat. Es ist komplett unterkellert, hat netterweise sogar eine Sauna im Keller (und einen groooooßen Partykeller) und war durchaus nett, aber letztlich eben nicht perfekt:

  • Haus optisch in gutem Zustand
  • Schöner Wintergarten
  • Schöne Lage am Ende der Sackgasse – ruhig, wenig Schnee zu räumen
  • Freunde ziehen demnächst in die Nähe
  • Sauna im Keller
  • Schöne Räume im Obergeschoss
  • Keller groß und trocken
  • Große Garage am Haus
  • Fliesen im Wohnzimmer
  • Etwas weiter von Markt und Einkaufsmöglichkeiten entfernt
  • Ungünstigere Busanbindung als bisher (überwiegend Stundentakt, nur morgens alle 20 Minuten)
  • Viel Holzverkleidung – teilweise schön, teilweise erschlagend
  • Großes Wohnzimmer, aber ungünstige Aufteilung
  • Kleine Küche
  • Schmale Treppen – hier wäre dann wirklich kein Treppenlift möglich
  • Heizung von 1994 – Wie lange hält die noch? Wie hoch ist der Verbrauch und die Abgaswerte?
  • Fenster von 1976 – Optisch in Ordnung, aber auch dicht? Welche Dämmwerte?
  • Hoher Duscheinstieg in beiden Bädern – mindestens mittelfristig müssten die umgebaut werden
  • Treppe vorm Haus müsste durch Rampe ergänzt werden
  • Ungünstige Aufteilung im Erdgeschoss – Kinder- und Schlafzimmer sehr klein
  • Schmaler Flur – würde mit Rollstuhl ganz schön eng
  • Preis am oberen Ende – da müsste schon alles passen