Seit Jahren lesen wir Saskia vorm Einschlafen (und je nach Möglichkeit manchmal auch nach dem Aufwachen) das eine oder andere Buch. In 99% der Fälle sind das kleine Pixi-Bücher und ausgewählt wird durch Saskia mittels eines mehr oder weniger komplizierten Rituals. Seit ein paar Tagen möchte sie aber nicht nur selbst auswählen, was gelesen wird, sondern auch selbst lesen. “Alleine lesen” bzw. eben “Neine nese” wird dann gefordert.
Praktisch sieht das dann so aus, dass Saskia mit dem Buch im Bett liegt und es nach oben hält, bis es ihr ins Gesicht fällt. Meist ist das dann der Zeitpunkt, an dem der beste Ehemann von allen oder ich eingreifen und das Buch halten. Vorlesen dürfen wir allerdings nicht. Saskia starrt ins Buch. Manchmal haben wir Glück und sie fängt tatsächlich an, etwas zu zeigen und auch etwas dazu zu sagen. Gestern hat sie dem Papa diverse Dinge in “Pixi und die kleinen Gespenster” gezeigt, das war sehr schön. Häufiger scheint es aber tatsächlich nur ein Anstarren zu sein, bis ich dann frage, ob wir vielleicht mal umblättern können.
Das “Lesen” dauert auf diese Weise deutlich länger als das normale Vorlesen und ich bin nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Einerseits finde ich es toll, weil ich glaube, es ist eine Entwicklung in Richtung “Ich gucke mir selbstständig ein Buch an.” – andererseits ist es sehr anstrengend für uns und es ist oft nicht so richtig klar, ob sie sich jetzt wirklich die Bücher anguckt oder eher in die Luft starrt und Zeit schindet, bis sie schlafen muss. Wir versuchen, sie zum Reden und Zeigen zu bringen, was aber (auch abhängig vom Buch) gar nicht so einfach ist. Wenn ich Saskia überreden kann, sich mit Buch so zu legen, dass ich mit rein gucken kann, erzähle ich ihr schon mal die entsprechende Geschichte anhand der Bilder – ohne sie jedoch vorzulesen. Immerhin kommen wir Eltern auf diese Weise mal dazu, ums die Bilder in den Büchern genauer anzugucken, das kommt ja sonst eher zu kurz.