Durch einen Artikel im Sprachlog bin ich auf ein interessantes Phänomen gestoßen:
nach XKCD:
Wissenswertes zur Wikipedia: Wenn du irgendeinen Eintrag nimmst, auf den ersten Link im Text klickst, der nicht in Klammern steht oder kursiv ist, und das Ganze immer wieder wiederholst, kommst du irgendwann zu dem Eintrag über Philosophie.
Ich finde das spannend. Bei meinen Tests kam ich letztlich immer über den Weg “Wissenschaft – Wissen – Wahrheit – Wirklichkeit” zur Philosophie. Man könnte also auch sagen “Alle Wege in Wikipedia führen zur Wahrheit”
Warum das so ist, ist im Sprachlog auch erklärt:
“Warum ist das so? Man könnte zunächst vermuten, dass die Artikel alle so miteinander vernetzt sind, dass man irgendwann zu jedem Artikel kommt. Aber tatsächlich erreicht man den Artikel über Philosophie immer relativ schnell — im Schnitt würde ich schätzen, nach zwanzig Klicks.
Ist es also eine Verschwörung von Philosophen? Oder hat das Internet Bewusstsein entwickelt und spielt mit uns?
Nein, die Antwort scheint in der Struktur typischer Lexikoneinträge zu liegen, in denen ein Schlagwort zunächst in einen allgemeineren Kontext eingeordnet wird — taxonomisch, geografisch, historisch, usw. Damit ist relativ wahrscheinlich, dass am Anfang eines Eintrags abstrakte Begriffe (Oberbegriffe, Sammelbezeichnungen, usw.) auftreten, die gerne mit den entsprechenden Einträgen verlinkt werden. Dadurch bewegt man sich immer schnell vom Speziellen zum Allgemeinen, landet bei wissenschaftlichen Teildisziplinen, dann bei der Wissenschaft allgemein, und dann ist man auch schon bei der Philosophie.”
Ich habe ein paar Begriffe probiert und bin ebenfalls meist relativ schnell zur Wissenschaft gelangt – die Wege dorthin waren allerdings teilweise etwas verschlungen. Vom zufälligen Artikel “Feuerwehrleine” geht es beispielsweise recht schnell über Leine – Leine (Aller) – Nebenfluss – Fließgewässer – Hydrologie – Wissenschaft und dann weiter wie oben beschrieben.
Ausgehend vom “Artikel des Tages” – Endometriose kommt man zunächst zu “Benignität” (Gutartigkeit) und von dort zu “Tugend” und “Das Gute” – das klingt ja eigentlich schon sehr philosophisch. Weiter geht es mit “Moral” – “Handeln” – “System” – “Interaktion” – “Akteur” und dann wieder zum “Handeln”. Damit bin ich also in einer Schleife gelandet. Nimmt man allerdings auch den Text im Inhaltsverzeichnis dazu, kommt man vom Handeln sofort zur Philosophie.