Wir haben es schon lange vor, wir haben x-mal darüber diskutiert – untereinander und mit Saskias Neurologen – heute haben wir begonnen, das Orfiril zu reduzieren. Ob das eine gute Idee ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen und ich gebe zu, ich habe Angst davor. Letztlich haben wir aber nicht viele Alternativen.
Saskia bekommt das Orfiril jetzt seit genau 4 Jahren und ich habe das Medikament seit jeher im Verdacht, ihre Entwicklung zu behindern und ihre Motorik kaputt zu machen. Beide Nebenwirkungen sind im Beipackzettel und von anderen Eltern beschrieben. Außerdem habe ich den Verdacht, dass Saskias ständiges Übergeben von einem ihrer Medikamente ausgelöst wird. Die Verringerung der Orfiril-Dosis ist also ein Versuch, künftig weniger Nebenwirkungen zu haben – in der Hoffnung, dass sich die Anfallssituation nicht verschlechtert.
Orfiril braucht ca. 6 Wochen, um einen Spiegel im Blut aufzubauen. Wie lange es dauert, bis der Spiegel merklich sinkt, wissen wir noch nicht mit Sicherheit. Ob Saskias Körper dann mit Entzugsanfällen reagieren wird? Wir wissen es nicht.
Der Neurologe war etwas skeptisch gegenüber dieser Idee, hatte aber auch keinen überzeugenden Gegenvorschlag. Die verbliebenen Medikamente, die Saskia noch nie bekommen hat, hätten mit recht großer Wahrscheinlichkeit keine positive Auswirkung auf Saskias Epilepsie, dafür aber starke (teilweise lebensgefährliche) Nebenwirkungen. Ein Vagus-Nerv-Stimulator käme eventuell in Frage, aber eine wirklich überzeugende Wirkung über einen längeren Zeitraum scheint der auch nur sehr selten zu haben. Oder ein neuer Versuch mit Medikamenten, die Saskia schon einmal hatte.
Der beste Ehemann von allen ist zwar ebenfalls dafür, die Medikamente zu reduzieren, hätte aber lieber das Diacomit als das Orfiril reduziert. Aber die Situation mit weniger Diacomit und der derzeitigen Orfiril-Dosis hatten wir schon einmal (vor der letzten Dosis-Anpassung).
Wir haben beschlossen, das Orfiril sehr langsam zu reduzieren, um so einen möglichen Entzug (hoffentlich) zu vermeiden. Heute bekam Saskia also nur 95 statt 100 Orfiril-Kügelchen am Morgen, also 285 statt 300 mg. Wir werden in diesen Mini-Schritten reduzieren, bis wir bei 150 mg sind.
Ich hoffe, es ist die richtige Entscheidung.