Zurück in die Zukunft

Die CDU schlägt ein zweigliedriges Schulsystem aus “Oberschule” und “Gymnasium” vor, rudert dann aber wieder zurück und meint, die Länder sollen mehr Gestaltungskompentenz erhalten. Super-Idee mit den Länderkompetenzen im Bildungswesen. Wohin das führt, sieht man doch an dem derzeitigen Wildwuchs. Egal ob es Gesamtschulen, Hauptschulen, Realschulen, Stadtteilschulen, Gemeinschaftsschulen, Mittelschulen oder was auch immer sind – jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen. Tolle Sache, wenn andererseits Mobilität von den Eltern gefordert wird und man nicht mal weiß, welche Schulformen es dieses Jahr gerade im Nachbarbundesland 10 km weiter gibt.

Das Konzept “Oberschule und Gymnasium” kommt mir andererseits bekannt vor. Woher bloß? Ach ja, da war ja noch was – damals in der DDR gab es eine Polytechnische Oberschule für alle und die Möglichkeit, anschließend (an der erweiterten Oberschule oder in Form einer Berufsausbildung) Abitur zu machen, für die, die die entsprechenden Leistungen hatten. Damals konnte man dieses Konzept gar nicht schnell genug abschaffen. Warum eigentlich?

Inzwischen stellt man fest, dass Hauptschulen nicht das Gelbe vom Ei sind und versucht, sie irgendwie mit den Realschulen zusammen zu rühren. Einen Abschluss unterhalb des Abiturs, der gesellschaftlich anerkannt ist, gibt es aber nicht. Woher kommt eigentlich dieser Drang, dass möglichst “jeder” irgendwie Abitur machen muss? Zu DDR-Zeiten waren es etwa 10% eines Jahrgangs, heute sind es 40-60% – und ich glaube nicht, dass wir damals dümmer waren. Der normale Weg war aber eben, ohne Abitur eine Ausbildung zu machen und nur die, die studieren wollten, machten auch Abi.

Auch wenn mich das Thema nur am Rande betrifft, bin ich sehr gespannt, wohin die Schulpolitik uns in Deutschland in den nächsten Jahr(zehnt)en führen wird.

Wahlprognose

Nachdem ich neulich bei der großen Show der Naturwunder gelernt habe, dass Kinder die Wahlergebnisse voraussagen können (anhand von Fotos der Kandidaten wählen sie den Vertrauenswürdigsten und liegen wohl in über 80% der Fälle richtig), wollte Saskia heute malen. Aus Anlass der Wahl in Mecklenburg-Vorpommrn griff sie zielgerichtet zum grünen Stift. Das heißt dann doch wohl, dass die Grünen in den Landtag einziehen, oder?

Wahlprognose

Der Alltag hat uns wieder

Beim Rückflug gab es zwar in Amsterdam reichlich Verzögerungen, so dass wir letztlich etwa eine dreiviertel Stunde später hier landeten als geplant, aber ansonsten hat alles geklappt. Saskia hängt ziemlich in den Seilen, hat aber die Tage mit Oma und Opa gut überstanden. Oma und Opa sind jetzt vermutlich urlaubsreif und inzwischen auch wieder zu Hause angekommen. Morgen beginnt dann der ganz normale Alltagswahnsinn wieder – was ich mir im Moment noch gar nicht vorstellen kann :-|

Ich bin sehr gespannt, wie es im Kindergarten laufen wird, vermutlich sind (wie jedes Jahr) noch etliche Kinder im Urlaub (besonders die, deren ältere Geschwister noch Schulferien haben). Außerdem war der Beginn des neuen Kindergartenjahres traditionell auch immer der Zeitpunkt, zu dem die neuen Zivis im Kindergarten anfingen – früher waren sie das ganze Jahr da, dann noch 9 Monate, der letzte nur noch 6 Monate – seit Februar gibt es keine Zivis mehr im Kindergarten. Fürs neue Kindergartenjahr hatte sich bis zu den Ferien nur ein Freiwilliger gemeldet, der in Saskias Gruppe eingesetzt werden soll – die anderen Gruppen, die bisher ebenfalls Zivis oder FSJler hatten, gehen vermutlich leer aus, falls sich nicht über die Sommerferien noch Freiwillige gefunden haben. Nicht besonders überraschend, finde ich, aber auf mich hört ja niemand.

Und wie heißen die neuen Zivis Freiwilligen eigentlich? Bundesfreiwilligendienstler? BFDler? Bufdis?

Ich bin gespannt, wie der Kindergarten mit diesen unbesetzten Stellen umgeht – allerdings vermute ich, dass ich das im Laufe von Saskias letztem Kindergartenjahr wohl nicht mehr erfahren werde, denn so schnell wird da sicher kein Ersatz geschaffen.

Atomausstieg

Die Bundesregierung ist nun plötzlich doch für den Atomausstieg und die Energiekonzerne reagieren erwartungsgemäß etwas unwillig auf diese Idee. Dann klagt mal schön! schreibt Georg Schwarte in seinem Kommentar an die Adresse von e.on und vermutlich demnächst auch die anderen AKW-Betreiber in Deutschland. Ich schließe mich seiner Meinung an, dass es hier einfach um jede Menge Geld geht und einem aktiennotierten Unternehmen ja kaum etwas anderes übrig bleibt, als dagegen zu klagen.

Zitat: “Es dürfte vermutlich nicht bei der einen Klage bleiben. Der Atomausstieg ist eine feine Sache. Sagen Umweltschützer zu Recht. Arbeitssuchende Juristen sehen das vermutlich sehr ähnlich.”

Schade nur, dass die Kosten der Klagen letztlich wohl wieder die Steuerzahler zahlen müssen. Ich hoffe nur, dass sich die Idee mit den AKWs im “Standby-Betrieb” nicht noch durchsetzt, sondern lieber ein sinnvoller Ausstiegsplan erarbeitet wird. Sonst legt Ende 2021 jemand auf einen Schlag die Schalter um und es wird wirklich dunkel, weil sich bis dahin keiner ernsthafte Gedanken gemacht hat.

Hygiene-Ampel?

Künftig soll es in Restaurants, Imbiss-Buden, Kneipen und später auch beim Bäcker oder Fleischer Hygiene-Ampeln an der Tür geben. Aufkleber, die anzeigen, ob die Hygiene eingehalten wird (grün), Mängel (gelb) oder schwere Mängel (rot) hat.

Ähmm .. ja.

Was soll mir als Verbraucher das sagen? Ein Kontrolleur stellt bei der Kontrolle schwere Mängel bei der Hygiene fest – so schlimm, dass der entsprechende Betrieb eine rote Ampel bekommt und an die Tür klebt. Aber offenbar ja nicht so schwer, dass man auch wirklich handeln muss. Oder wie? Also entweder die Hygiene ist in Ordnung, dann sollte da ein grüner Aufkleber kleben oder sie ist es nicht – aber dann sollte da kein bunter Aufkleber ran, sondern die Bude auf Vordermann gebracht werden. Ich gehe doch nicht in ein Restaurant mit ‘ner roten Ampel an der Tür. Oder habe ich da jetzt ‘nen Denkkfehler?

Geschockt

“Osama bin Laden wurde getötet” war heute früh die erste Nachricht, die ich hörte. In Amerika feiert man und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel freut sich darüber, “dass es gelungen ist, bin Laden zu töten”.

Ich muss sagen, ich bin schockiert. Ich bin ganz gewiss kein Anhänger von bin Laden, aber sich über den gewaltsamen Tod eines Menschen zu freuen, geht mir doch deutlich zu weit. Als nach den Anschlägen am 11. September amerikanische Fahnen verbrannt wurden, war die Welt entsetzt – jetzt feiert man die gezielte Tötung eines Gegners?! Ich glaube kaum, dass das zur Deeskalation beiträgt.

Laufzeitverlängerung ausgesetzt?

Mal ein kurzer Themenwechsel zwischendurch.

Natürlich bekomme ich auch mit, was außerhalb meiner Familie passiert. Japan, Erdbeben, Tsunami und Explosionen in Kernkraftwerken sind auch hier Thema. Spannend finde ich, was deutsche Politiker so daraus machen. Frau Merkel ist also der Meinung, dass deutsche AKWs sicher sind, will sie aber sicherheitshalber doch nochmal überprüfen lassen. Ach!? Und bis dahin setzen wir die Laufzeitverlängerung aus. Aha! Und was bedeutet eine ausgesetzte Verlängerung in der Praxis? Ich verlängere die Laufzeit nicht heute, sondern erst morgen?! Hmm. Nein, mit anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hat das ganz bestimmt nichts zu tun. Wer würde denn so etwas denken?

“Wer Laufzeiten verlängert, verkürzt seine Regierungszeit”, meint der BUND. Schön wär’s, sage ich und glaube nicht mehr so richtig daran.

Hat es überhaupt Sinn, deutsche AKW abzuschalten, wenn es “nebenan” (in Frankreich) noch massenhaft solche Teile gibt? Na ja, wenn alle so denken, kommen wir aus der Nummer nie raus. Und immerhin gibt es neben Deutschland ja auch einige andere Länder in Europa, die den Ausstieg planen oder schon ausgestiegen sind. Und wie decken wir unseren Strombedarf? Gute Frage und ich gebe zu, dass da wohl noch einige Investitionen an Zeit, Geld und Know How nötig sind. Aber ich bin davon überzeugt, dass das einerseits machbar ist und andererseits die Versorger und die Industrie dazu gezwungen werden müssen. Da ist die Politik gefordert, entsprechende Bedingungen zu schaffen und jeder Einzelne kann zumindest einen kleinen Beitrag leisten, indem er einen anderen Stromanbieter wählt. Wir haben vor reichlich einem Jahr gewechselt, es war ganz einfach, hat gar nicht weh getan und der Strom kommt noch immer aus der gleichen Steckdose. ;)

Ökostrom