Förderung, Integration oder Ausgrenzung?

Durch Zufall bin ich heute auf einen Spiegel-Artikel zum Thema Integration behinderter Menschen gestoßen. Der Artikel ist schon anderthalb Jahre alt, ich glaube aber kaum, dass sich an der Situation viel geändert hat … und das macht mich traurig. Wird die geschilderte Ausgrenzung auch Saskias Zukunft sein? Endet die Integration mit dem Ende der Kindergartenzeit? Sollte man schon deshalb um integrative bzw. inklusive Beschulung kämpfen? Aber wie weit ist Integration sinnvoll und ab wann überfordert man ein Kind? Andererseits möchte ich, dass mein Kind in der Schule mehr als Topfschlagen oder Kochen lernt.

2 Gedanken zu “Förderung, Integration oder Ausgrenzung?

  1. A. schreibt:

    Hallo, hier A.

    ich habe den Artikel noch nicht gelesen, aber möchte etwas zum Thema integrative Beschulung sagen… ich halte davon in vielen Fällen nicht sehr viel. In Deutschland sieht diese Form halt nicht so professionell aus wie z.B. in den skandinavischen Ländern, die in Punkto Kinder und Bildung eine Menge voraus haben. Also ich halte es nicht für sinnvoll einem lernbehinderten oder gar geistig behinderten Kind eine besondere Schulform vorzuenthalten, nur weil die Regelschule zur Intergration verpflichtet ist. Sie mag dichter dran sein und der Gedanke Integration mag gut klingen, aber wie ist die Realität. Das Personal ist auch da begrenzt. Das Material auch. Ist es nicht schöner wenn das Kind Mathematik an Turnblöcken erfahren kann die es erklimmen kann um eine Menge und das Prinzip Vorgänger und Nachfolger zu verstehen. Solche schönen Sachen haben die dort in den besonderen Schulen. Ausserdem gucken sie eher individuell. Ich habe neulich ein Kind in einer Schule für geistig behinderte Kinder besucht. Es war so toll dieses Kind dort zu erleben. Sie hatten u.a. auch Mathematik und Lesen auf dem Programm und es wurde mit bunten Steinen addiert und subtrahiert. Beim Lesen gab es verschiedene Stationen wie z.B. durch ein Schlauch-Trichter-Telefon Silbenverbindungen vor zu lesen. So las dieses Kind immerhin schon die Worte : Li-mo, Mi-mi, Ma-ma und La-ma. Insgesamt waren es nur sechs Kinder mit zwei Fachkräften und zwei Zivis. Das lerntechnisch schwächste Kind bekam in der Lesestunde die Aufgabe ein Bilder-Rezept zu lesen und danach einen Obstquark zuzubereiten. Den haben dann später alle gegessen. Diese Lebenspraktischen Unterrichtseinheiten, wie Verkehrserziehung und Einkaufen, Kochen etc. sind doch wichtig für das Leben und können mehr wert sein als vier Jahre integrativ in der Regelschule am Thema vorbei gedämmert zu haben. Dann nämlich lernt das geistig behinderte Kind eher nichts und hat wertvolle Jahre vergeudet. Ich bin für diese besonderen Schulformen. LG A.

    • Liebe A.,

      ich denke, dass es bei jeder Schulform gute und schlechte Schulen gibt, das Problem ist, dass man das vorher so schlecht einschätzen kann. Momentan sehe ich Saskia auch eher nicht auf einer normalen Grundschule (auch nicht integrativ) und wie das in 2 Jahren sein wird, weiß ich nicht. Ich weiß aber auch nicht, ob Saskia an einer Schule für geistig Behinderte richtig wäre. Das ist ja ein Teil meines Problems, dass mir einfach der Überblick fehlt. Dass das Schulsystem in Deutschland insgesamt im Umbruch ist und es ja durchaus auch international Bestrebungen gibt, eher integrativ (oder inklusiv) zu unterrichten, macht die Sache nicht einfacher. Warum geht es in Skandinavien (und durchaus auch in anderen Ländern), aber in Deutschland nicht?

      Die Kleinstaaterei im Bereich der Bildung in Deutschland trägt auch nicht gerade zur Vereinfachung der Situation bei. Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen, hat andere Schulformen und wenn man hinter der Landesgrenze wohnt, lässt es sich nicht mal eben ins Nachbarland wechseln.

      Ob mein Kind Mathematik mit Stäbchen, Äpfeln, Turnblöcken oder Schmetterlingen auf Bettdecken lernt, ist mir eigentlich egal, so lange das Ergebnis stimmt. Und natürlich ist lebenspraktischer Unterricht wichtig und ich habe auch nichts dagegen, wenn in der Schule gekocht wird. Wenn der Unterricht aber nur daraus besteht (und darum ging es in dem Artikel u.a.), dann fehlen den Kindern eben irgendwann ganz grundlegende Fähigkeiten wie z.B. lesen. Und damit habe ich dann doch ein Problem. (Na ja, momentan haben wir ganz andere Probleme, da ist an lesen oder rechnen nicht zu denken, aber ich hoffe, das ändert sich wieder.)

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