Sommercamp-Rückblick (2) – Anreise und erste Eindrücke

In den Wochen und Monaten vor Beginn des Sommercamps war ich immer wieder hin- und hergerissen zwischen „Was soll der Unsinn eigentlich? Ich glaube nicht an so etwas.“ und „Ich möchte alles versuchen, damit es Saskia besser geht.“. Je nachdem, wie gut oder schlecht es ihr gerade ging, überwog mal die eine, dann wieder die andere Seite. Letztlich stand für mich fest: „Wir ziehen das jetzt durch.“

Also fuhren wir am 1. August mit sehr gemischten Gefühlen Richtung Süden. Wir hatten vorher ein paar Tage bei unserer Verwandtschaft in Thüringen verbracht und deshalb nun „nur“ etwa 500 km vor uns. Das sollte doch gut machbar sein, dachten wir uns. Saskia war allerdings anderer Meinung: Sie war am Jammern und Quängeln, erzählte etwas von „nach Hause fahren“, war ganz offensichtlich ziemlich müde, wollte aber auch nicht schlafen. Die erste Pause machten wir also noch vor der Landesgrenze, nach weniger als einer Stunde Fahrt. Danach wurde es nur wenig besser und so beschlossen wir, so bald wie möglich Mittag zu essen. Also wieder Pause und danach endlich ein etwas zufriedeneres Kind, das auch irgendwann einschlief.

Wir fuhren weiter und die Entfernung zum Ziel wurde laut Navi zwar kürzer, die berechnete Ankunft verschob sich jedoch immer weiter nach hinten. Zähfließender Verkehr und Stau wurde uns prognostiziert. Wir beschlossen, trotzdem auf der Autobahn zu bleiben und hatten außer etwas niedrigerem Tempo an einer Baustelle keine Probleme.

Irgendwann dann die ersten Berge im Hintergrund, die allmählich näher kamen. Bei strahlendem Sonnenschein ein traumhafter Anblick. Allein dafür hatte sich die Fahrt schon fast gelohnt. Unser Navi führte uns brav zu unserer Unterkunft, wir suchten uns einen Parkplatz und versuchten zwischen all den Menschen jemanden zu finden, bei dem wir uns anmelden und unseren Zimmerschlüssel in Empfang nehmen können. Wir fanden eine Liste mit Familiennamen und Zimmernummern, erfuhren, dass der Schlüssel an der zimmertür hängt und dass es gleich Abendessen gibt.

OK, also schnell ein paar Sachen ins Zimmer bringen und dann zum Essen. Das Zimmer hatte etwas Jugendherbergs-Charme: Schmal und mit Doppelstockbett. 😕 Na gut, also Matratze von oben runter, Saskia schläft im Bett, Papa davor und ich im anderen Bett. Beim Abendessen erfahren wir, dass einige schon die ersten Heiler-Behandlungen hinter sich haben. Hmm … Und an wen wenden wir uns nun? „Also dort drüben, das ist ein Heiler und das dort ist auch einer, die anderen kenne ich auch nicht.“ erfahre ich von einem Tischnachbarn. Ich kann doch aber nicht zu wildfremden Leuten gehen und sagen: „Hallo, sind Sie zufällig ein Heiler und wollen Sie mal meine Tochter behandeln?“ Irgendwann treffe ich die Frau, die sich ums Organisatorische kümmert und sich daher auskennt. Sie versichert mir, dass sich alle Heiler am nächsten Tag beim Morgenkreis nochmals vorstellen werden und wir beschließen, dass die Kontaktaufnahme bis dahin Zeit hat. Wir wollen ja nichts überstürzen. 😉 Also essen wir und verbringen den Abend draußen auf dem Spielplatz. Eine gute Entscheidung, denn am späten Abend gibt es ein heftiges Gewitter und anschließend immer wieder Regen.

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