Ja, sind denn jetzt alle verrückt geworden?

Mitte Juni habe ich auf Arbeit Bescheid gesagt, dass ich mit Saskia ab 6. September für voraussichtlich 4 Wochen ins Krankenhaus nach Bethel gehe. Ich sollte dann ein paar Unterlagen bringen, damit das seinen sozialistischen Gang geht. So weit so gut. Dann war Urlaubszeit und als ich aus dem Urlaub zurück kam, fand ich eine Mail von der Personaltante, dass ich doch eine Bescheinigung der Krankenkasse über die Kostenübernahme und eine eine Bescheinung vom Krankenhaus über den Zeitraum bringen solle. Hmmm … Vom Krankenhaus hatte ich zu dem Zeitpunkt nichts Schriftliches, denn das bekommt man ja erst dort vor Ort und der endgültige Zeitraum ergibt sich ja erst während des Aufenthaltes. Von der Krankenkasse hatte ich einen Brief mit Formular „Verdienstausfall“ bekommen und abgegeben. Also alles OK, dachte ich.

In Bethel wieß ich darauf hin, dass ich eine Bescheinigung für den Arbeitgeber brauche. Die bekam ich auch am Ende der ersten Woche und schickte sie per Mail an unsere Sekretärin. Als ich wieder zurück war, gab ich die Bescheinigung mit dem endgültigen Datum im Büro ab und hielt alles für erledigt.

Vor ca. 2,5 Wochen bekam ich eine Mail von der Personaltante, ich solle sie bitte mal anrufen wegen des Krankenhausaufenthaltes. Das gestaltete sich schwierig, denn ihre und meine Arbeitszeiten sind etwas inkompatibel – ich arbeite bis 14 Uhr, sie ab 12:30 Uhr. Ich habe es x mal versucht – erfolglos. Vorige Woche erreichte ich dann einen Anrufbeantworter, der mir mitteilte, sie sei vom 4. bis 8.10. nicht da. Also habe ich es erstmal nicht weiter probiert.

Heute hatte ich dann endlich Glück und erreichte sie. Als ich ihr sagte, dass ich es mehrfach vergeblich versucht hätte, erklärte sie mir, das könne nicht sein, sie sei ja immer ab 12:30 Uhr da und während ihres Urlaubs würde ein Kollege ans Telefon gehen. Damit stellte sie mich also direkt im ersten Satz als Lügnerin hin, das ging ja gut los.

Außerdem hätte sie mir doch lang und breit erklärt, was sie alles brauche und ich hätte das ja alles nicht abgegeben, sondern mich einfach nicht mehr gemeldet und somit wäre ich ja auch gar nicht freigestellt gewesen und hätte unentschuldigt gefehlt. 😕 😯 ❓ Ähmm … Wie jetzt? Ja, ich sollte doch einen Nachweis vom Krankenhaus vorlegen. Hab ich doch. Den hätte sie aber erst am 14. erhalten und er hätte vor dem Aufenthalt da sein sollen. Aber das geht ja nicht, weil … (siehe oben) Ja, aber wenigstens den Zeitpunkt, wann es losgeht, hätte ich doch mitteilen können / sollen / müssen. Hab ich doch! Ja, aber nicht schriftlich! Und im System hatte sie mich deshalb nicht als abwesend stehen. ❓ Wie jetzt, ich habe sowohl in der eigenen Abteilung als auch bei ihr höchstpersönlich angegeben, dass ich ab 6.9. weg bin und dann weiß sie das offiziell nicht? ❓ Und außerdem sollte ich einen Bescheid der Krankenkasse bringen, dass sie die Kosten übernimmt. Ich habe doch das entsprechende Formular bei ihr abgegeben?! Ja, aber das ist ja ein Blanko-Formular über den Verdienstausfall und da stünde ja nicht drauf, dass es übernommen wird. Nein, das steht da nicht explizit, aber wozu sollte ich sonst dieses Formular brauchen? Aber bei anderen Krankenkassen gibt es da einen 3-Zeiler mit Stempel vom Sachbearbeiter, dass die Kosten für den Verdienstausfall übernommen werden. Aha. OK. Und woher soll ich das wissen? Bei meiner Krankenkasse ist das nicht so. Und warum muss ich mir Selbstverständlichkeiten denn bestätigen lassen? Mein Kind ist krank und muss ins Krankenhaus, ich muss aus medizinischen Gründen mit und die Krankenkasse erstattet mir meinen Verdienstausfall – das ist doch schließlich Aufgabe der Krankenkasse.

Im Laufe dieses ca. 20-minütigen Telefonats wurde ich erstens richtig sauer und bin zweitens immer noch ahnungslos, was diese Aktion eigentlich sollte. Zumal die Sache mit der Krankenkasse doch gar nicht das Problem meines Arbeitgebers ist. Ich werde unbezahlt freigestellt und die KK übernimmt die Kosten. Falls sie die nicht übernimmt, habe ich ein Problem, aber doch nicht mein Arbeitgeber. Das wäre für mich dann zwar ärgerlich, aber ich würde es überleben.

Vor 2 Jahren, als ich wegen der ketogenen Diät mit Saskia für eine Woche im Krankenhaus war, ging es übrigens ohne dieses ganze Theater. Der Unterschied damals war, dass mich unsere Sekretärin da bei der Personalabteilung einfach als „Abwesend, wegen ‚Kind krank'“ gemeldet hat (weil wir alle nicht wussten, dass „Kind im Krankenhaus“ extra läuft) und ich erst hinterher überhaupt eine Bescheinigung vom Krankenhaus vorgelegt habe. Da wurde dann hinterher der Verdienstausfall bescheinigt, ich bekam das Geld von der Krankenkasse überwiesen und gut war’s. Diesmal wollte ich es von vornherein richtig machen und werde angezickt.

Jedenfalls bin ich bei der guten Frau nun wohl erstmal unten durch … und weiß noch nicht, wie ich ihr klar mache, dass ich im Dezember schon wieder eine Woche mit Saskia ins Krankenhaus gehe …

Ich habe diesen ganzen Mist soooo satt.

6 Gedanken zu “Ja, sind denn jetzt alle verrückt geworden?

  1. Das ist so verrückt!
    Als ob Du dir auf Firmenkosten die Sonne auf den Bauch scheinen lässt!!
    Das grenzt an Willkür, es kann nicht von der Laune einer Einzelnen abhängig sein, Dir Schwirigkeiten zu machen.
    Mein Hausverstand sagt mir, dass Du im Recht bist.
    Aber dass man um sein Recht kämpfen muss, das ist echt schlim.
    Als ob ihr nicht genug Sorgen hättet.

    Lass Dich nicht kleinkriegen und sei zuversichtlich.
    Steh da drüber!
    Du bist im Recht!
    Herzlich

    Barbara

  2. Sommersprosse schreibt:

    Dies ist doch eine Geschichte für den Eulenspiegel! Das kann doch wirklich nicht wahr sein, solche an den Haaren herbei gezerrten, unlogischen Forderungen, Unterstellungen und diese „Krümelkackerei“. Sie scheint Dir bewußt das Leben schwer machen zu wollen. Vielleicht sollte sie sich mal beim Arbeitgeber Deines Lieblingsmannes abgucken, wie man solche Fälle auch bearbeiten kann. Wieso kann sie eigentlich Dich nicht anrufen, wenn es irgendwelche Probleme gibt sondern nur eine Mai ?! Hauptsache,sie stellt die Tatsachen nicht noch an andere Stelle auf den Kopf.

    Machs gut
    T

    • Ich glaube nicht, dass es böse gemeint war – in der Vergangenheit bin ich eigentlich gut mit ihr ausgekommen, wenn wir mal miteinander zu tun hatten (sehr selten). Sie kann mich aus dem gleichen Grund nicht anrufen, wie ich sie: Inkompatible Arbeitszeiten – wir sind fast nie gleichzeitig im Büro. Insofern war die Mail durchaus OK, nur das Gezicke fand ich nervig.

      Ob das Verfahren bei meinem Lieblingsmann tatsächlich besser wäre, müsste erstmal bewiesen werden – denn diesen Fall (Saskia mit Papa im Krankenhaus) hatten wir ja (offiziell) noch nicht. Bei normalen „Kind krank“-Tagen ist er allerdings besser dran, das stimmt.

  3. Oh weh! Ärgerst Du Dich noch immer? Ich könnte es verstehen. Aber steh da drüber, es liegt echt nicht an Dir. Das kann man ja nichtmal nachvollziehen.
    Das ist wie mit Roberts gebrochenene Arm vom April und dem blöden Satz der Arzthelferin. Nach zwei Stunden Wartezeit, das Kind bekommt einen epil.Anfall:“Ja, Siiieee hatten ja keinen Termin!“
    Was ist, wenn Du im Dezember nur wieder „Kind krank“ meldest?
    So unnötig ist das, wenn man eh so viele Sorgen hat.
    Viele Grüße
    Elisabeth

    • Allmählich habe ich es verkraftet. Aber gestern habe ich mich tatsächlich noch drüber geärgert.

      Ein Kollege und halber Chef hat mir noch angeboten, sie mal anzurufen und nachzufragen, ob jetzt alles geklärt ist oder sie nun wieder auf irgendwas wartet. Das wollte ich dann aber auch nicht. Hat was von „Ich hole meinen großen Bruder“, finde ich. Ich warte jetzt erstmal ab und kläre das ggf. mit unserer Sekretärin, die aber momentan nicht da ist. (Ich hoffe / vermute wegen der Schulferien.)

      Nachdem ich nun weiß, dass ich vorher eine offizielle schriftliche Genehmigung für die unbezahlte Freistellung brauche, ist das mit dem „Kind krank“ im Dezember wohl keine gute Idee. Denn die Personaltante weiß ja nun, dass ich es weiß 😉

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