Kreuz und quer durch Leipzig

Da ich ja am Wochenende spontan in Leipzig war, habe ich den Sonntag gleich noch zu einem kurzen Bummel genutzt. Eigentlich wollte ich meine Patentante kurz besuchen, die am Samstag einen runden Geburtstag hatte. Leider fand ich jedoch das neue Haus nicht. Die Straße endete irgendwie im Nichts. Inzwischen weiß ich, wie ich hingekommen wäre und beim nächsten Mal klappt es bestimmt.

Ich habe also nochmal meine Mutti im Krankenhaus besucht und bin dann mit Bus und Straßenbahn aufgebrochen, um meinen Zug zu erreichen. Da der Bus am Wochenende nur im Halbstundentakt fährt, es ein paar Umleitungen wegen einer Baustelle gibt und ich den Zug nicht verpassen wollte, habe ich die Reisezeit sehr großzügig geplant und war bereits eine Dreiviertelstunde vor der Abfahrt in der Innenstadt. Also bin ich eine Station früher ausgestiegen und kreuz und quer durch die Stadt gelaufen.

Los ging es am Augustusplatz.
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Der Blick in Richtung Westen hat sich völlig verändert, seit ich das letzte Mal da war. Klar, der „Uni-Riese“ (links) ist noch da und das Krochhochhaus (rechts) ebenfalls. Aber das Gebäude dazwischen ist nun ein ganz anderes. Früher war es ein einfacher 70er-Jahre-Bau mit einem riesigen Bronzerelief sozialistischer Gegenwartskunst. Heute steht an dieser Stelle die wiederaufgebaute Paulinerkirche.

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Von der „Glocke der Demokratie“ hatte ich zwar bereits gehört, sie aber bisher noch nicht gesehen. Wieso das allerdings ein goldenes Ei ist, weiß ich auch nicht.

Ich ging weiter in Richtung Nikolaikirchhof
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und schließlich auch in die Nikolaikirche.

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Von dort weiter durch die Grimmaische Straße in Richtung Markt, vorbei an „Auerbachs Keller“
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bis zur Thomaskirche.
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Drin war ich allerdings diesmal nicht, das muss Zeit haben bis zum nächsten Mal. Der Markt selbst ist noch immer eine große Baustelle, auch wenn der (meiner Meinung nach sinnlose) U-Bahn-Bau wohl endlich seinem Ende entgegen geht. Ich lief weiter über den Markt und den Sachsenplatz in Richtung Hauptbahnhof. Dieser Platz hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Nicht unbedingt zu seinen Gunsten, finde ich. Vor dem Krieg war dort wohl Vieles bebaut. Zu DDR-Zeiten hat man (vermutlich aus Kostengründen) nur die Trümmer beseitigt und einen großen freien Platz gelassen. Die Springbrunnen auf dem Sachsenplatz habe ich geliebt. Sie fielen einem Neubau zum Opfer, den ich nur als Bausünde bezeichnen kann – das Museum der Bildenden Künste.

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Dieses Gebäude ist einfach nur ein Klotz, der so gar nicht zu den hübschen Giebeln in der Katharinenstraße passt, die man auf dem nächsten Foto im Hintergrund sieht. Das alte Dimitroffmuseum, in dem das „Museum der Bildenden Künste“ vorher untergebracht war, war auch ein ganz schöner Koloss, aber zumindest nicht so eine kalte, nichtssagende Architektur.

An der Ecke Brühl / Am Hallischen Tor erschrak ich regelrecht. Die Plattenbau-Wohnhäuser sind ebenso verschwunden, wie die „Blechbüchse“ – das große Kaufhaus am Brühl, das mit seiner Metallverkleidung das Stadtbild sehr deutlich geprägt hat.
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Ein großes Loch ist entstanden, Kräne stehen da und ich hoffe für Leipzig, dass das, was dort entsteht, ein schönerer Anblick ist als das Bildermuseum.

Inzwischen war ich am Hauptbahnhof angekommen und erlebte noch mit, wie sich der Karnevalsumzug formierte.
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Also drehte ich mich lieber schnell um und ergriff die Flucht …
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… auch wenn die Bahn versuchte, mich zu verwirren und mir den richtigen Bahnsteig nicht verraten wollte.
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2 Gedanken zu “Kreuz und quer durch Leipzig

  1. Abgesehen von einigen Bausünden muss das eine sehr schöne Stadt sein. Das ist wohl in jeder größeren Stadt so.
    Meine Heimatstadt ist wohl Steyr in Oberösterreich.
    Wir sind viiiel übersiedel, als ich noch ein Kind war, aber dort war ich die längste Zeit.
    Vor einigen Monaten war ich das erste Mal wieder dort.
    Sehr spannend, fand ich 🙂
    Wunderschönen blauen Himmel hattet ihr!

    Hat Deine Mama die OP gut überstanden?
    Ich wünsch es euch!
    Liebe Grüe
    Barbara

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