„Aufgefiebert“

Es gibt kaum Änderungen im Vergleich zu gestern, meint der Arzt, allerdings hätte meine Mutti wieder „aufgefiebert“. Woher das Fieber kommt, ist nach wie vor unklar, der Verdacht mit der Sepsis hat sich wohl nicht bestätigt, man hat keinen Herd gefunden. Es deutet einiges auf eine „normale“ Krankenhausinfektion, die häufiger vorkommt, allerdings müssten dann wohl allmählich die Medikamente anschlagen. Eine andere Möglichkeit ist ein neurologisches Problem durch die lange Reanimationszeit. Sollte sich die Situation nicht bessern, wird deshalb am Ende der Woche ein CT gemacht. Ich hoffe jetzt mal, dass das unnötig ist und sie sich bis dahin berappelt.

2 Gedanken zu “„Aufgefiebert“

  1. Hi, ich kenne das ähnlich. Mein Mann hatte einen Herzinfarkt, dann auf der Intensiv plötzlich Atemstillstand, künstliches Koma, Fieber, Bauchspeicheldrüsenentzündung (aus Stress für Körper), Fieber ging nach Abklingen nicht runter. Auch wieder von unterstützter auf Vollbeatmung. Frag die Ärzte mal freundlich nach einem „Plastikwechsel“ = Tauschen aller Schläuche usw. Frag mal an, ob das Antibiotikum getauscht werden kann. Das half. CT ist immer gut, EEG auch. Mit dem CT respektive mit einem MRT hat man bei meinem Mann das Aneurysma im Kopf entdeckt, das evtl. den Atemstillstand ausgelöst hat. Ich glaube, die haben bei meinem Mann 2 mal Antibiotikum gewechselt. Er bekam auch Blut. Lass Dich dadurch nicht kirre machen, falls sie eine Bluttransfusion bekommt. Geh alles in Ruhe durch. Ziehe, wenn möglich, Ärzte mit aus Deinem Bekanntenkreis zu Rate. Sei bei Deiner Mutter, das ist gut. Rede mit ihr viel. Evtl. auch lauter. Du merkst ja, wie es ihr geht. Sie wird Dich hören. Du merkst es oft am Atemrhythmus. Sag immer, was Du machst, wann Du kommst und gehst, halte ihr mal was vor die Nase, was sie mochte. Kaffeetasse, ein Parfüm, das sie an Dir kennt. Sing ihr vor. Bring ihre Lieblingsmusik mit. Du bist ganz tapfer und machst das richtig. Ich bin in Gedanken bei Dir, weil ich das auch kenne. Bitte, esse genügend, mach nicht meinen Fehler! Ich bin neben meinem Flausch zusammengebrochen. Pass jetzt gut auf Dich auf, damit du die nötige Kraft hast, auch nach ihrem Aufwachen. Halte die Hand, sag ihr, sie soll kämpfen und sag ihr, dass Du ihr dabei hilfst! Dass du sie lieb hast, ich weiß, alles ist so fremd, kalt und groß und schlimm. Besprühe sie mit ihrem Lieblingsparfum. Ich habe Lutz alles mitgegeben, was ich auf seiner Ablage fand. Der Pfleger hat ihn rasiert (ich bin blind) und ihm seine Sachen aufgesprüht. Ich hatte das Gefühl, Lutz lebt. Es roch nach ihm. Er weiß dann auch selbst mehr, dass er noch da ist und mir gab das noch mehr Power. Ich habe ihm auch banale Sachen erzählt und ihn auch Fragen gefragt, wie wenn wir einfach so zusammen säßen. Er hat mir hinterher Sätze wortwörtlich wiederholt wie „du musstest heim, du musstest ja auch mal schlafen.“ Ich sagte. „Ich muss jetzt heim, ich muss ja auch mal schlafen“ Ich habe vor allem meine Ankunft und meinen Abschied immer sehr deutlich gestaltet. Das mit dem Riechen von Lieblingszeug und Sachen, die Dich ausmachen, stammt von den Pflegern und Schwestern bei uns in Fürth wo Lutz lag. Bitte, schlafe auch genügend. Wenn das nicht geht, lass Dir was zum Anstoß des Schlafes geben. Das hilft gegen Gedankenkreise. Baldrian Forte. Oder so. Bitte, lass Dich beraten. Du brauchst Kraft. Alles Liebe, Schwedenlady

  2. Liebe graugrüngelb
    ein paar von den Tips die Schwedenlady geschrieben hat, wurden mir damals bei meinem Vater auch so gesagt. Ich kam mir am Anfang komisch vor so laut zu sprechen, doch es kamen winzige Reaktionen von ihm. Und ja, sein Rasierwasser haben wir auch ein bisschen verteilt.
    Pass auf Dich selber auch gut auf.
    Liebe Grüsse
    Elisabeth

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