Die Welt da draußen

Ich frage mich gerade, ob meine Mutti schon weiß, wie lange sie eigentlich „geschlafen“ hat. Wie ist das wohl, wenn man plötzlich feststellt, die Welt hat sich inzwischen einige Runden ohne mich gedreht? Ich fühle mich an „Good bye, Lenin!“ erinnert. OK, die deutsche Einheit hat meine Mutti nicht verschlafen, aber ein großes Erdbeben mit anschließendem Tsunami und ein explodiertes Kernkraftwerk in Japan sind auch ganz schön heftig.

3 Gedanken zu “Die Welt da draußen

  1. Das ist wirklich heftig! Kann man das ihr dann einfach so erzählen? Eher nicht. Das sollte schon schonend sein, denn diese Nachrichten gehen ja bei jedem in das Herz… und ihr Herz soll doch er mal wieder kräftig und stark werden.
    Es ist schön, dass es aufwärts geht.
    Schöne Woche
    Elisabeth

  2. Schwedenlady schreibt:

    Ja, richtig, ich gebe Elisabeth recht. Schonend. Wichtiger ist jetzt das Sog. „Durchgangssyndrom“, googele es. Du musst sie ernst nehmen, in allem, was sie sagt. Meinen Mann hat es ziemlich erwischt. Das wird durch die Medikamente verursacht, mit denen sie im künstl. Koma gehalten wurde. Evtl. ist es bei ihr ja nicht so schlimm, ich hoffe und wünsche es Euch. Mein Mann hatte die Sorge, zu Experimenten herangezogen zu werden. „Das machen wir miteinander“, bezog er darauf, geholt zu werden. Bezogen war der Gesprächsfetzen auf die Essensausgabe. Er erzählte auch, festgebunden worden zu sein. Er dachte, er müsste zwei Stockwerke laufen. Das hat allerdings gestimmt. Das Festbinden. Es könnte sein, das noch einige Tage ein Wust aus Infos von ihr kommt. Hoffe, Euch hat man auf’s Durchgangssyndrom vorbereitet. Das gibt sich auf der Normalstation, wenn die Atmosphäre normaler wird.
    Schlimm empfand mein Mann das erst ein Jahr später, als er bewusst erlebt hat, dass ihm 10 Tage komplett fehlen. Als er die sozusagen wach erlebt hat, da wurde ihm erst bewusst, wie lange er weg war. In dem Augenblick, wo sie einen Fernseher bekommt, würde ich es schon sagen. „Als Du noch schwach warst, hat es in Japan…“ Oder, als du geschlafen… Du machst das schon! Lutz durfte recht schnell fernsehen. Zwei Tage nach dem Aufwachen. Weiterhin alles Gute, wünscht Euch Schwedenlady

    • Ich habe frühstens Ende der Woche Gelegenheit, meine Mutti wieder zu besuchen – bis dahin bin ich mehrere hundert Kilometer entfernt. Insofern habe ich momentan recht wenig Einfluss darauf, ihr etwas schonend beizubringen. Ich glaube (und in gewisser Weise hoffe ich es auch), dass es noch einige Tage dauert, bis sie auf die normale Station kommt und Gelegenheit zum Fernsehen oder zum Gespräch mit anderen Menschen hat.

      Heute Nachmittag geht meine Patentante nochmal zu ihr, da habe ich keine Sorge. Bei anderem Besuch wäre das vielleicht problematischer.

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