Aufpoliert

Während unserer Hochzeitsvorbereitungen vor sieben Jahren las ich zufällig in einem Forum, dass es Kurse gibt, in denen man seine Trauringe selbst schmieden kann. Das klang spannend und das wollte ich auch. Die Hobbygoldschmiede bietet diese Kurse in verschiedenen Städten an – auch in unserer Nähe. Wir hatten viel Spaß und ich empfehle das seitdem gerne weiter. Außerdem hat man zu so einem selbst (bzw. vom eigenen Partner) geschmiedeten Ring doch einen ganz anderen Bezug. 😉

Da der beste Ehemann von allen seit unserer Hochzeit ja doch einige Kilo abgenommen hat, saß sein Ring nicht mehr optimal. Genau genommen hat er ihn schon zweimal im hohen Bogen von der Hand geschüttelt – einmal beim Pferdeputzen, wo wir ihn zum Glück schnell wiederfanden, und einmal beim Buddeln mit Saskia in einem überdimensionalen Sandkasten (aka „Beach-Volleyball-Feld“) – was uns eine Stunde suchen bescherte. Der Goldschmied, der ihn anschließend enger machen sollte, meinte, das ginge mit Stauchen nur ein bisschen, wenn es mehr sein solle, müsste er ein Stück rausnehmen (was wir nicht wollten) – mit dem Ergebnis, dass der Ring anschließend noch immer zu locker saß.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: Ich fand, zum 7. Hochzeitstag ist es eine nette Idee, die Hobbygoldschmiede aufzusuchen und den Ring auf die aktuelle Fingerdicke anzupassen. Ich habe also heimlich einen Termin gemacht, A. als Babysitterin für Saskia engagiert und meinen Liebsten zur Goldschmiedewerkstatt gelotst. Er wusste bis zum Schluss nicht, wo wir hinfahren und erkannte die Gegend auch erst wieder, als wir unmittelbar vor dem Haus standen 😉

In der Goldschmiedewerkstatt lief gerade ein Trauringkurs – es ist ja Hochsaison für Hochzeiten – und wir mussten etwas warten, bevor wir an die Maschinen konnten. Ich stellte fest, dass Gelbgold offenbar völlig aus der Mode ist – sämtliche Ringe der 4 oder 5 Paare waren silbrig – ob es Weißgold oder Platin war, habe ich nicht erkannt und auch nicht gefragt, aber erstaunlich fand ich das schon.

Stauchen

Enger gemacht war der Ring schnell – einmal gestaucht – noch zu groß – nochmal – immer noch zu groß – nochmal – passt. Dann musste der Ring natürlich wieder glatt geschliffen und anschließend poliert werden. Ein paar Schrammen sind noch sichtbar, aber die Ringe sind ja nun auch schon ein paar Jahre im Einsatz, deshalb wollten wir diese auch nicht komplett wegschleifen. Meinen Ring haben wir dann auch gleich poliert und so glänzen sie jetzt beide wie neu und ich fühle mich beinahe wie frisch verheiratet. 🙂 Die Gravur hat die ganze Aktion zum Glück auch überlebt.

Polieren

Ringe

Fazit: Ich kann die Trauringkurse immer noch guten Gewissens weiter empfehlen und nachdem ich mir gerade die Fotos auf der Webseite angesehen habe, möchte ich am liebsten sofort hingehen und mir einen Ring schmieden – muss ja nicht unbedingt ein Trauring sein …

2 Gedanken zu “Aufpoliert

  1. Das ist sicher ein tolles Erlebnis.
    In Wien werden solche Schmiedekurse auch angeboten. Ich habe damals überlegt, ob das nicht auch was für uns wäre. Nachdem Michael und ich aber dann recht spontan entschieden haben, zumindest vorerst standesamtlich zu heiraten (es war genau unser 9. Jahrestag) wäre sich das nicht mehr ausgegangen.
    Wir haben dennoch hübsche Ringe gefunden. Übrigens: Weissgold/Gelbgold gemischt – das wär nämlich zu der Zeit schon so ein Trend…… da fällt mir auf: wir haben heuer auch unseren 7. Hochzeitstag – witzig. Eigentlich den 16. Jahrestag – wow… ich bin werd alt 😉 Ne, er war schon meine Jugendliebe.

    Alles Gute im Nachhinein noch von mir zu eurem Hochzeitstag – ihr zwei wirkt so stimmig …. das ist soooo schön!
    lg Tanja

  2. Da hattest Du eine wirklich schöne Idee!
    Mein Ehering ist übrigens auch silber und schon 10 Jahrte alt…
    Ich war wohl schon immer meiner Zeit voraus! 😉
    Noch einen schönen Sonntag
    Barbara

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