„Flöhe UND Läuse“

Ein Problem bei der Schulsuche ist, den passenden Förderschwerpunkt zu wählen – auch deshalb, weil wir gar nicht so richtig wissen, wo Saskia entwicklungstechnisch denn wirklich steht. Vor ein paar Jahren hat sie den einen oder anderen Entwicklungstest gemacht und dort meist recht gut abgeschnitten. Bei späteren Versuchen musste entweder der Test abgebrochen werden, weil Saskia einen Anfall nach dem anderen hatte oder Saskia scheiterte daran, dass sie Aufgaben zwar eigentlich hätte lösen können, aber die Aufgabenstellung nicht verstand. Im Rahmen der Schulsuche wäre es doch ganz nett, mal eine aktuelle Aussage zu haben, dachte ich.

Am Montag hatten wir also einen Termin bei einer Psychologin, die Saskia flüchtig kannte. Es war morgens, die Frau nahezu unbekannt, der Raum ebenfalls, also zeigte sich Saskia zunächst recht zurückhaltend, taute aber im Laufe der Zeit auf. Zuerst stellte sich nun die Frage: „Was machen wir denn für einen Test?“ und die erwieß sich als eigentlich unlösbar. Einige Tests sind recht sprachlastig – das ist dann eher nichts für Saskia. Andere sind zwar sprachfrei, stellen aber ziemliche Anforderungen an die (Fein-)Motorik – also auch nicht so gut. In dem Zusammenhang fiel dann der Satz, dass wir es ja hier mit „Flöhen und Läusen“ zu tun hätten, Saskia also überall Defizite hat. Zu testen sei da wenig, denn alle Tests basieren auf Vergleichen und mit wem soll man Saskia vergleichen? Tja, außer Spesen nichts gewesen. Und etwas Verunsicherung obendrein, als die Psychologin meinte, dass unser Plan, Saskia in der Körperbehindertenschule anzumelden, ihr eher nicht gerecht würde. Hmmm … 😕 Sie empfahl uns, uns eher im Bereich der Waldorfschulen umzusehen. Die Waldorfschule für Geistigbehinderte in der großen Stadt haben wir uns vor einem Jahr angesehen und können damit immer noch nichts anfangen, auch wenn ich inzwischen einige Menschen getroffen habe, die genau diese Schule ganz toll finden. Es ist einfach nicht meins.

7 Gedanken zu “„Flöhe UND Läuse“

  1. Also bei so einer Aussage würde ich sehr genau selber nachdenken.
    Momentan halte ich gar nichts mehr von all den Psychologen.
    Sie kann doch Saskia gar nicht kennen, nach der kurzen Zeit.
    Ich hab hier zwei psychologische Gutachten vorliegen über Susanne. Die beiden wiedersprechen sich in mehr als der Hälfte der Punkte. Die Test fanden im Abstand von 7 Monaten statt.
    Susanne hatte schlimmste Alpträume nachdem sie nachts aus dem Schlaf gerissen wurde weil Robert einen heftigen Anfall hatte. Noch nach Wochen schrie sie mehrmals im Schlaf auf und weinte. Im SPZ haben sie uns geholfen, dort wurde das 1.Gutachten gemacht. Sie bekam 20 Stunden Spieltherapie und es wurde wieder gut. Die zweite Psychologin war die Schulpsychologin. Das 1.Gutachten kannte die Lehrerin, denn Susanne war ja morgens oft durch den Wind…diese Lehrerin hat dann die Schulpsychologin eingeschalten. Denn sie „erwartet in der 4.Klasse von einer Schülerin, dass sie privat und Unterricht trennt, und immer konzentriert mitarbeitet!“
    Dem zweiten Gutachten nach wäre Susanne total auffällig, hätte viele Defizite und es wäre zu überlegen sie im Förderzentrum anzumelden…
    Ab der 5.Klasse gehen bayer.Kinder in andere Schulen, und … sie geht den Schulweg recht gut, ganz normal! Ist schon lang wieder ausgeschlafen (wenn sich sich nicht grad heimlich nachts auf Facebook rumtreibt!)
    Stell Dir vor, wir hätten die Schulpsychologin Ernst genommen …damals waren wir aber erstmal erschrocken und verunsichert…
    Ich wünsche Euch eine gute, eigene Entscheidung.
    Elisabeth

    • Ja, da ist eben das Problem mit der Verunsicherung. Man will die richtige Entscheidung treffen und sucht nach einer objektiven Einschätzung, die einen dann doch noch mehr verunsichert. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich die richtige Entscheidung ist, Saskia an dieser Schule anzumelden – oder ob da nicht auch eine Rolle spielt, dass es eben der bequemste Weg ist. Letztlich müssen wir ohnehin warten, was die Menschen dazu sagen, die Saskia begutachten müssen. Aber momentan haben wir bei dieser Schule ein gutes Gefühl und versuchen es jetzt einfach.

  2. A. schreibt:

    Ich habe da in der Waldorfschule in der großen Stadt mit 25 weiteren erwachsenen Erziehern hospitiert und alle 25 fanden die Schule schrecklich, fürchterlich !!! Bitte tut das Saskia nicht an !!!!!!!!!!!!!!!!

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