Schockierend

Nachdem Saskia an den vergangenen Abenden ziemlich spät einschlief, aber am Morgen dann doch relativ gut drauf war, erzählte mir die Erzieherin gestern beim Abholen, Saskia sei beim Mittagessen eingeschlafen. 😮 Sie hätte ihr dann das Essen aus dem Mund geholt, damit sie sich nicht daran verschluckt und sie schlafen gelegt.

Als ich Saskia heute abholte und fragte, wie der Tag gewesen sei, bekam ich zur Antwort: „Besser als gestern.“ „Oh, schön“, sage ich, „dann ist sie wohl heute nicht wieder beim Mittagessen eingeschlafen?!“ „Nein … beim Stuhlkreis.“ Tja …

Einige Kinder seien ziemlich schockiert gewesen, weil Saskia dann im Schlaf auch noch prompt einen Anfall hatte. 😦 Die meisten Kinder, die derzeit mit Saskia in der Gruppe sind, kennen von ihr keine Anfälle, da sie die ja derzeit ausschließlich im Schlaf hat. Ich wäre als Kind wohl auch schockiert, wenn ein anderes Kind da plötzlich krampft und die Augen verdreht. Blöde Anfälle! Sie haben dann wohl ausführlich über das Thema gesprochen und es sei OK, meinte die Erzieherin. Ich hoffe es.

2 Gedanken zu “Schockierend

  1. Es ist ein schweres Thema wenn Kinder Anfälle miterleben. Susanne war damals 9 Jahre alt. Sie hat ernsthafte Alpträume bekommen, die monatelang nicht mehr aufhörten. Sie brauchte eine Therapie im SPZ um das wieder zu verarbeiten.
    Das hätten wir auch nie gedacht, dass es solche heftigen Auswirkungen haben kann. Damals war es ein heftiger Anfall von Robert und Papa und Mama haben sich um ihn gekümmert….sie sass im Bett und wir haben sie (wirklich nur kurz) vergessen. Dann ist der Papa eh zu ihr hingegangen, hat sie aus dem Zimmer. Aber das reichte. Sie ist allerdings damals selber aus dem Schlaf gerissen worden.
    Wir haben schnell aus dem Spielzimmer ein zweiters Kinderzimmer gemacht, dass es nicht mehr so passieren kann. Und doch hat sie natürlich immerwieder Anfaälle mitbekommen. Das ist nicht zu vermeiden. Und auch wenn sie nun selber wieder schlafen kann (sie konnte das 2 Jahre nicht!) ist es noch heute so, dass sie zu Weinen anfängt, wenn sie einen Anfall direkt mitbekommt. Aber auch die grosse Schwester kann noch immer nicht damit umgehen. Sie passt deshalb ungern nachts auf Robert auf…
    Im Kindergarten ist es ganz wichtig, dass die Kinder aufgeklärt werden. Viel und oft darüber reden. Die Spieltherapeutin von Susanne hat damals gesagt, dass Kinder sehr schnell selber Panik bekommen, weil sie es nicht einordnen können was da passiert. Also auch direkt ansprechen, dass das Kind wieder „normal“ wird. Dass es nicht so bleibt, oder schlimmer wird. Susa dachte oft, dass Robert nun stirbt.
    Das ist wirklich ein schweres Thema.
    Ich hoffe, dass in Eurem Kindergarten sensibel damit umgegangen wird.
    Viele Grüsse
    Elisabeth

    • Ich kann deine Töchter da gut verstehen – gerade nachts haben solche Anfälle etwas sehr Beängstigendes, Beklemmendes. Als Saskias Epilepsie begann, hatte ich selbst ein sehr bedrückendes Gefühl, wenn ich nachts mal mit ihr allein war, was zum Glück selten vorkommt.

      Im Kindergarten hatte Saskia von Anfang an nahezu täglich Anfälle, aber die Anfälle früher waren halt ein kurzes Zusammenzucken und Umfallen – anschließend war sie sofort wieder da. Inzwischen hat sie tagsüber kaum noch sichtbare Anfälle, aber die Anfälle im Schlaf sehen viel dramatischer aus als früher – sie wird steif, stöhnt, verdreht die Augen. Zum Glück dauern die Anfälle nicht lange, aber ich glaube schon, dass es für Kinder, die das sehen, sehr schlimm ist.

      Ich vertraue den Erzieher(inne)n, dass sie die richtigen Worte finden, aber ob es bei einigen Kindern nicht trotzdem Spuren hinterlässt, weiß ich natürlich nicht.

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