Zuständigkeiten

Bei der Heldin im Chaos heißt es „Turfen“: Der Patient ist anstrengend und man weiß nicht so genau, was ihm fehlt – dann schieben wir ihn schnell in eine andere Abteilung.

In anderen Lebenslagen fehlt zwar so ein hübscher Begriff, aber der Vorgang als solcher existiert natürlich trotzdem. Aktuell haben wir ja ein kleines Problem mit Saskias Schulbeförderung – oder besser gesagt: Eben ohne Schulbeförderung. Nachdem Schule und Busunternehmen ja gemeinschaftlich beschlossen haben, dass es bis auf weiteres zu gefährlich ist, Saskia im Bus zu befördern, weil im Fall des (An-)Falles keiner eingreifen kann und der Busfahrer jedes Mal den Notarzt rufen müsste, habe ich nun die schöne Aufgabe, mich um eine Busbegleitung zu kümmern.

Und wen spricht man da an? In der Schule weiß man es nicht so genau, denn die anderen Kinder mit Busbegleitung werden von einem anderen Busunternehmen gefahren und kommen aus einem anderen Bundesland. Vermutlich ist das Schulamt zuständig – und zwar das Schulamt des Bundeslandes, in dem wir wohnen und nicht das, in dem Saskia zur Schule geht. (Ohhh, ich finde Förderalismus ja soooo großartig!) Die haben etwas knappe Sprechzeiten, aber immerhin habe ich den Herrn, der den Brief unterschrieben hat, in dem uns mitgeteilt wird, dass Saskia mit Busunternehmen „ABC Reisen“ befördert wird, vorhin erreicht. ‚Nein, er sei dafür nicht zuständig‘, er regele zwar die Beförderung, aber Begleitung falle nicht in sein Ressort. Eventuell sei das ein Fall fürs Sozialamt, er erkundige sich mal. Ein paar Minuten später rief er zurück (das ist doch immerhin Service) und teilte mir die Nummer der Bearbeiterin beim Sozialamt mit – oh‘, die Dame kennen wir (leider nicht unbedingt im positivsten Sinne), aber die Frau ist heute nicht im Hause. Na gut, versuche ich es morgen wieder, mal sehen, ob sie sich zuständig fühlt. Wenn die Bearbeitung dann so schnell geht wie beim Antrag auf Frühförderung, wird die Busbegleitung ungefähr im Mai 2013 bewilligt. 😕

Bis dahin fahren wir also selbst, was zeitlich nicht gerade günstig ist, da Saskias Schule für mich nicht am Weg liegt und der beste Ehemann von allen zwar nur einen kleinen Umweg hätte, aber wenn er sie bringt, habe ich am Nachmittag ja kein Auto, um sie abzuholen. Und mit ÖPNV ist es von meinem Arbeitsplatz zu Saskias Schule oder auch zum Arbeitsplatz meines Mannes ziemlich umständlich (sonst könnte man das Auto ja irgendwo abstellen).

5 Gedanken zu “Zuständigkeiten

  1. Ok, ich weiß jetzt nicht in wieweit Ihr auf Wohlwollen wegen Bundeslandübergreifend angewiesen seid, ansonsten zieh Dir diesen Schuh nicht an. Es besteht Schulpflicht und da müssen sie das Kind dann auch da hinbekommen, da Ihr nicht immer fahren könnt.

    Kein funktionierender Fahrdienst, keine Schulteilnahme… das ist das einzige, was ich in diesen Situationen von mir gegeben habe und dann abgewartet… dann passierte auch immer was.

    Aber wenn ich angedeutet habe, daß ich mich auch kümmern würde, wurde sich da komplett drauf verlassen.

    Ich hoffe, alles wird gut.

    Liebe Grüße

  2. Gibt es nun eine Entscheidung? Ich hab hier den Busfahrer gefragt, der Malteser nimmt alle KInder mit, hat die dafür passenden Autositze. Robert fährt morgens in einem Bus mit, der eine Begleitung hat … wenn ein Anfall wäre…. der Fahrer bringt ihn dann aber an drei Tagen mittags allein nach Hause. Ohne Angst … „dann bleib ich halt stehen und kümmere mich um ihn, wenn ein Anfall wäre!“
    Hoffentlich findet man bei Euch scnell eine Lösung!
    viele Grüsse
    Elisabeth

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