Elterngespräch

Der beste Ehemann von allen war schneller und hat bereits über das gestrige Elterngespräch gebloggt. Wie wir damit jetzt umgehen, wissen wir noch nicht – irgendwie fühle ich mich gerade fürchterlich hilflos. Dass wir das nur zufällig und nebenbei im Gespräch erfahren haben, macht die Sache nicht besser – denn ich frage mich natürlich, was entgeht uns noch alles vom Leben in der Schule.

Sollte eine eine Förderschule nicht dazu da sein, das Kind zu fördern? Und da gewöhnen sie ihr das Kauen ab? Nein, sorry, aber das geht überhaupt nicht – Angst, Verantwortung und Versicherung hin oder her. Außer zwischen ihrem 7. und ca. 9. Lebensmonat hat Saskia nie püriertes Essen bekommen. OK, an schlechten Tagen wird mal ’ne Banane zermatscht und sie isst etwas weniger, aber ich schmeiße doch nicht das Frühstücksbrot in den Mixer.

Der Rest des Gespräches zum Ende des erste Schulhalbjahres brachte keine großartigen neuen Erkenntnisse. Die Physiotherapeutin erwähnte, dass sie ja gern mit Saskia schwimmen gehen würde, denn Saskia würde das sicher gut tun und sie hätte immer viel Spaß dabei, aber im Moment sei der Hausmeister nicht da und der sei der einzige, der das Wasser kontrollieren dürfe. OK, dass da kontrolliert wird (ich nehme an aus gesundheitlichen Gründen, da gerade in einer Schule mit behinderten Kindern einiges im Wasser landet, was da nicht hin gehört), finde ich gut und richtig, aber wieso zum Kuckuck kann das nur eine einzige Person machen, die jetzt erstmal „einige Zeit“ nicht da ist. Das sei eine Vorgabe der Schulbehörde, hieß es, man hätte es versucht, es hätten sich andere angeboten, aber es sei nicht erlaubt. Aha. Bis auf Weiteres also kein Schwimmen.

Therapeutisches Reiten für Saskia bis auf Weiteres auch nicht. Nachdem es erst hieß, im ersten Halbjahr nicht (OK), fragte ich, wie denn da nun der Stand sei. „Ja, also …“ Ohne Bescheinigung vom Arzt ginge da gar nichts, denn Epilepsie und Reiten sei eigentlich unvereinbar. Gut, wir haben heute eh‘ ’nen Termin beim Neurologen. Ja, aber das würde ja ohnehin frühestens nach den Sommerferien etwas, denn fürs zweite Halbjahr stehen die Teilnehmer ja nun schon fest und bei Saskia bräuchte man ja noch zusätzliches Personal und überhaupt seien sie ja viel zu wenig Leute … Deshalb bleibt auch der NF-Walker zu Hause (wo wir ihn aus Zeitmangel derzeit kaum nutzen) und Saskia kann nicht an der bestehenden Walker-Gruppe teilnehmen, weil niemand da ist, der sie da rein stellt (was zugegebenermaßen nicht ganz trivial ist).

Ich komme mir gerade ein bisschen vera…lbert vor.

9 Gedanken zu “Elterngespräch

  1. Carolin schreibt:

    Oje meine liebe,
    jetzt habe ich auch die Details bei deinem Mann gelesen und ich hoffe, er hat die Damen dort ordentlich angepflaumt ! Das geht ja wohl gar nicht ! Braucht man denn dafür nicht das Einverständnis der Eltern ??
    Ich habe noch nie bei euch gelesen, dass Saskia sich ständig verschluckt und soweit ich mich erinnern kann, hatte sie auch noch keine Aspirationspneumonie. Der Personalschlüssel ist klasse… sie ist bei Essen unter „bester“ Aufsicht.

    Kauen ist nicht nur eine motorische Sache sondern dabei werden auch Enzyme freigesetzt, die beim pürierten Essen nicht mehr entstehen. Also die Verdauung kann leiden.

    Ich hoffe, ihr schreibt einen bösen Brief an die Schule. Last euch von der Logopädin und dem Neuro unterstützen.

    Die restliche „Förderung“ lässt wirklich auch zu wünschen übrig.
    Du hattest neulich mal ganz kurz den Gedanken an einen Umzug in die große Stadt geäußert, wäre da die Beschulung + Begleitung nicht besser und einfacher ?

    Wie ärgerlich. Immer wieder solche Steine im Weg, dabei ist der Weg schon holprig genug !

    Solidarische Grüße,
    Carolin.

  2. Sommersprosse schreibt:

    ich bin genauso entsetzt wie Ihr, über das was dort abgeht bzw. nicht abgeht. Wieso nennen die sich Förderschule, wenn nichts für die Förderung getan wird ? Es darf doch nicht sein, dass Alles was dem Kind helfen würde aus diversen Gründen nicht möglich ist 😦

  3. Carolin und Sommersprosse haben schon alles gesagt.
    Ich merke, wie mir der Kamm schwillt ! Den Laden würde ich gerne in Schutt und Asche legen.
    Und weil man damit nicht weiterkommt hilft nur eins: Klare Ansage, Erwartungen formulieren, verschriften, Therapeuten vorbeischicken und klar machen, daß es im Wiederholungsfall nächste Schritte gibt, d.h. Beschwerden an oberster Stelle, Einschalten der Aufsicht, Bildzeitung !

    Und diese komische Pflegeberatung, die würde ich mir vorknöpfen und aufknüpfen !

    • Mein Problem mit der Wut an dieser Stelle ist, dass ich ziemlich sicher bin, dass das alles ja nicht geschieht, um uns zu ärgern oder das Leben schwer zu machen. Es geschieht schlicht und einfach aus Angst und letztlich ist es gut gemeint. Nur: ‚gut gemeint‘ und ‚gut gemacht‘ ist hier eben mal wieder eindeutig nicht dasselbe.

      • Carolin schreibt:

        Jepp, Graungrüngelb,
        da schliesse ich mich Sommersprosse und Andrea an.
        „Gut gemeint“ ist zwar ganz nett, in diesem Fall aber einfach SCHLECHT.
        Der Brief vom Neuro ist klasse, aber wenn sich jetzt nichts ändert, dann dürft ihr den Ton heben !! Ich habe auch Schwierigkeiten, unfreundlich zu werden, vor allem weil es vielleicht „gut gemeint“ ist, aber FAUL ist es auch, daran musst du denken falls der Tonfall eine Änderung verlangt !
        Wünsche ein gutes Wochenende !
        Carolin.

  4. Sommersprosse schreibt:

    Ich bin der Meinung, es ist nicht nur gute Absicht, sondern auch ein groß Teil Bequemlichkeit. So, wie es bisher gelaufen ist, ist es doch am einfachsten und ein Grund findet sich leicht, warum so und nicht anders. Und das macht schon traurig und wütend !

  5. Hi Sommersprosse ! Genau das denke ich auch. Man zieht sich auf eine Aussage zurück, die einem Freiräume verschafft. Menschlich, wir sind halt alle faul, aber in diesem Fall nicht witzig !

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