Sprechtraining

Vorige Woche, als ich einen längeren Nachmittag mit Saskia allein verbrachte, begrüßte sie mich mit „Papa!“ und wiederholte das anschließend über Stunden ca. im Minutentakt. Das ist irgendwann etwas anstrengend. Nach dem fünften Mal habe ich ihr dann auch nicht mehr erklärt, dass Papa noch arbeitet und erst in ein paar Stunden nach Hause kommt.

Donnerstag Mittag – auf dem Weg zum Neurologen. „Nooot“ ruft Saskia von der Rückbank. „Ja, da war eine rote Ampel, jetzt ist sie grün und wir dürfen fahren.“ „Gelb.“ „Ja, ein gelbes Schild.“ „Hunn.“ „Ein Hund? Wo ist der Hund?“ … „Hunn … Hunn .. Hunn … … … Hunn … Hunn … Hunn … Baum .. Hunn … Hunn … … Baum … Baum“

OK, Bäume gab es an der Strecke tatsächlich, Hunde nicht. Was Saskia mir sagen wollte, war nicht so ganz klar – auf Fragen meinerseits reagierte sie jedenfalls nicht. Vielleicht trainierte sie einfach Stimmbänder und Mundmuskulatur, überlegte ich – ähnlich wie vor Jahren.

Freitag 5:16 Uhr: „Hunn … Hunn … Hunn …“ „Mäuschen, hier ist kein Hund. Schlaf jetzt.“ „Hunn. Hunn … Hunn.“ „Saskia! Es ist Schlafenszeit.“ … Es dauerte noch eine Weile, bis endlich wieder Ruhe war.

Ich finde es ja grundsätzlich sehr schön, wenn Saskia sprechen will … aber manchmal wünsche ich mir ein großes Pflaster.

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