Anstrengend und irritierend

Auch heute wieder ein Kind, das ohne Frühstück zur Schule gebracht wird. Blöde Angewohnheiten hat sie neuerdings. Was mich an der Sache irritiert, ist, dass Saskia selbst nicht zu wissen scheint, was sie will und weshalb sie trotzt. Es wäre leichter, wenn es einfach darum ginge, ihren Willen durchzusetzen, aber das ist gar nicht der Punkt, scheint mir.

Heute früh: Nach einem kurzen Anfall im Schlaf um 6:41 Uhr schlief Saskia noch bis ca. 7:15 Uhr, wachte dann fröhlich auf, wollte, dass wir ihre Mäuse suchen, war auch im Bad und beim kurzen Spielen im Wohnzimmer gut drauf. Am Frühstückstisch suchte sie sich Weltmeisterbrot mit Frischkäse aus, beobachtete, wie der Papa das Brot schmierte und in Stücke schnitt und drehte dann den Kopf weg. So saß sie also mit zur Seite gedrehtem und nach unten hängendem Kopf am Tisch, aß nichts, trank nichts, sagte nichts. Tja. Die Medikamente bekam sie trotzdem, der erste Löffel mit Apfelbrei und einem Teil der Medikamente klappte problemlos, beim zweiten weigerte sie sich zu schlucken und es wurde etwas unschön.

Als die Schulbegleiterin, die heute ihren Probetag hat, klingelte, war wieder das verschämte Grinsen auf dem Gesicht zu sehen. Im Bus schließlich war Saskia fröhlich, umarmte uns zum Abschied, winkte …. alles gut. Aber was soll das Rumgezicke beim Essen? Ich könnte ja verstehen, wenn es etwas wäre, was sie nicht mag, aber Sachen, die sie sich 30 Sekunden vorher selbst ausgesucht hat (und die zu ihren Leibgerichten gehören), von einer Sekunde zur anderen komplett zu verweigern, ist irritierend.

3 Gedanken zu “Anstrengend und irritierend

  1. Da fällt mir auch nichts dazu ein, es ist wirklich irritierend.
    Ich hab so viel bei Dir und beim Saskia-Papa nachgelesen, es macht mich traurig, es ist unfassbar was Ihr in der Schule erlebt, so zufällig erfahrt … wie mit Saskia umgegangen wird.
    Ich dachte immer es ist das Beste eine Schule für körperbehinderte Kinder zu finden, habe Robert in München ja auch in der dort einzigsten Schule weit und breit angemeldet. Das klang so gut, so positiv. Sie hätten ihn fast dort gehen lassen, weil er nicht nur Autist sondern auch Epileptiker ist. Dann kam dort eine Flut von Neuanmeldungen von Kindern aus München, somit waren wir wieder abgemeldet.
    Und nun les ich das bei Euch, kann nur noch einen dicken Kloss im Hals bekommen, und frag mich ob es denn dann doch gut war, dass er nicht in der Schule für körperbehinderte Kinder „gelandet“ ist.
    Er geht nun in eine G-Schule … und dort kam er zu einem Lehrer, der ein Traum ist. „Eigentlich braucht R. eine ganz andere Schule, ich versuche so gut wie mögllich alles mit ihm zu lernen, zu fördern …. so ganz die Möglichkeiten die es für Autisten geben sollte hab ich leider nicht!“
    Was das KInd in den letzten 4 Monaten gefördert, gut behandelt wurde, seine Fortschritte …. unglaublich und so toll! Vorher war er auch in einer G-Schule, das totale Gegenteil, wie Ihr ja wisst.
    Aber genau das macht mich grad so wütend …. es darf doch kein Zufall sein ob ein behindertes Kind gut in der Schule „mitgenommen“ wird, ob auf das Kind geschaut wird, ob es dort abgeholt wird wo es steht. Zurückentwicklung ist das Allerletzte, das Verhalten der Leute in Saskias Schule sieht mir ganz danach aus ….was soll das?
    Wo ist der Plan der Saskia nach vorne bringt? Was soll da Gutes für sie gefunden, gefördert werden, wenn man es sich so einfach macht ….!?
    Oh, ich bin so enttäuscht. Es ist so traurig, so unnötig was Ihr erlebt.
    liebe Grüsse,
    Elisabeth

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