Sprachverständnis

Oft genug kann man mit Saskia ja reden und reden – oder auch mit einer beliebigen Wand oder Topfpflanze – das Ergebnis ist das Gleiche: Man bekommt keinerlei Antwort, kein Ja, kein Nein, kein Kopfschütteln, oft nichtmal irgendein Zeichen, dass die Information im Gehirn angekommen ist und verarbeitet wurde. Zu glauben, dass Saskia es nicht verstanden hat, ist allerdings (oft) ein Trugschluss, wie sich gelegentlich zeigt:

Auf die weite und gefährliche Reise in die Schule muss fast täglich ein Kuscheltier oder Spielzeug mit. Das ist OK, nur wenn es zuviele Einzelteile sind oder die Teile zu klein sind, dass sie zu verschwinden drohen, lege ich ein Veto ein. Am Freitag musste neben ein paar Piraten-Goldmünzen ein kleiner Duplo-Löwe mit. Alles zusammen wanderte in einen Brustbeutel, der allerdings keinen Verschluss hat. Am Freitag Nachmittag nimmt der beste Ehemann von allen Saskia beim Busfahrer in Empfang und übergibt sie dann für die nächsten 2,5 Stunden an eine Betreuerin der Lebenshilfe, während er arbeitet. Als ich am Abend nach Hause kam, hatten Mann und Kind also bereits einige Stunden Vorsprung 😉 Irgendwann sah ich den Beutel mit den Münzen irgendwo liegen – der Löwe war allerdings nicht darin. „Ist eigentlich der kleine Lego-Löwe wieder mit nach Hause gekommen?“ fragte ich den besten Ehemann von allen. „Bestimmt.“ meinte er (nicht sonderlich überzeugend) während Saskia, die etwas abseits stand, schon loslief, auf den Löwen, der im Wohnzimmer auf der Spielküche lag, zeigte und sagte: „Daaa.“

Goethe zum Frühstück

Heute am Frühstückstisch fühlte ich mich – wie so häufig in den vergangenen Tagen – an Faust, der Tragödie erster Teil erinnert. Saskia saß, nachdem sie mitgeholfen hatte, den Tisch zu decken, sich ein Brötchen mit Pflaumenmus gewünscht hatte und dieses nun vor ihr lag, wieder einmal kopfschüttelnd am Tisch. „Nee. Nee. Neeee. … Nee …“ war alles, was sie sagte und mir kommt in solchen Momenten immer Mephistopheles in den Sinn: „Ich bin der Geist, der stets verneint!“

Gleichgewicht

Früher saß Saskia in einer Babyschaukel, hatte Spaß am Schaukeln und konnte nicht rausfallen. Irgendwann war sie zu groß dafür, konnte sich aber auf einer normalen Brettschaukel nicht halten. Also blieb nur die Nestschaukel im Kindergarten. Für Zuhause kaufte ich irgendwann eine IKEA-Schaukel, die etwas mehr Sitz- oder Liegefläche bietet. Allerdings ist das doch eine ziemlich wackelige Angelegenheit, wenn man sich nicht ausbalancieren kann – wenn wir Saskia nicht genau in die Mitte legten, rollte sie sehr schnell runter. Und obwohl die Schaukel nicht sehr hoch über dem Boden hängt (das Rausfallen also nicht schmerzhaft ist), verlor Saskia dabei recht schnell die Lust.

Heute hatte sie allerdings viel Spaß am Schaukeln … und das Gleichgewicht war kein Problem:

Gleichgewicht

Und ein bisschen hausgemachte Ergotherapie gab es gleich noch gratis dazu. 🙂

Getigerter Besuch

Am Donnerstag Abend tauchte der grünäugige Tiger zum ersten Mal auf. „Mau“ sagte er laut und zeigte ein paar recht spitze kleine Zähne. Ich blieb auf Abstand, denn wir kennen uns ja nicht, aber er kam näher, strich um meine Beine, maunzte. Ich ließ mich erweichen und wollte etwas Milch holen, aber der Tiger verschwand.

Am Sonnabend Nachmittag waren wir im Garten, als er wieder auftauchte. Auch diesmal tat er heißhungrig und in Ermangelung anderer passender Nahrung gab es einen Schluck Milch. Saskia fand das Tier faszinierend und wir hielten sie sicherheitshalber ein bisschen auf Abstand. Irgendwann verschwand er erst im einen, dann im anderen Nachbargarten, ließ sich nochmal bei uns blicken, verschwand im Gebüsch, tauchte noch ein paarmal auf und war dann wieder weg. Gestern Abend saß er vor der Haustür.

Heute musste ich mit Saskia zur Kinderärztin, um Rezepte zu holen und auf dem Rückweg gingen wir gleich noch etwas Katzenfutter kaufen – falls das Tigerchen wieder auftaucht. Als ich Saskia erzählte, was wir kaufen wollen, hörte sie bis nach Hause nicht auf, es mir zu erzählen: „Tatte esse“. Zu Hause wollte sie in den Garten, aber da war keine Katze zu sehen. Wir versuchten ihr zu erklären, dass es auch sein könne, dass die Katze heute nicht kommt – da guckten auch schon ein paar grüne Augen um die Ecke. 😉

Tigerchen

Offenbar hat sich da jemand ein paar neue „Dosenöffner“ gesucht. Ich habe keine Ahnung, wo das Tier herkommt – es ist gepflegt und gut genährt, trägt kein Halsband, ist nicht tätowiert und von den unmittelbaren Nachbarn kennt es niemand. Mal gucken, wie sich diese Freundschaft entwickelt.

Beim Aufräumen gefunden

Ich bin ja immer noch dabei, mir meinen neuen PC einzurichten und die Daten vom alten zu übertragen. Dabei stolperte ich gerade über ein paar Fotos, die ich euch einfach zeigen muss. Kennt jemand vielleicht dieses goldlockige kleine Mädchen?

Im Garten

Hier komme ich!

Das scheint hier mal gewohnt zu haben. 😉

So ein Apfel ist lecker!
Offenbar war sie als Fotografin …

Fotografin

… und Blog-Autorin tätig

Saskia geht online - im Autohof an der A7

Saskia geht online - im Autohof an der A7

Tierische Begegnungen

Am Sonntag waren wir ja mit Saskias Freundin und deren Familie im Tierpark. Nicht in unserem „Stamm-Tierpark“, in dem wir häufiger mal sind, sondern in einem deutlich kleineren, bei dem ich immer nicht so genau weiß, ob ich ihn gut finde. Positiv sind die humanen Eintrittspreise (wir haben zu dritt 16 € bezahlt, das bezahlt anderswo ein Erwachsener allein), der Spielplatz mit Hüpfburg mitten im Park und dass es meist nicht so überlaufen ist. Den meisten Tieren kommt man hier näher als in großen Tierparks oder Zoos, weil auf die Gehege kleiner sind. Damit sind wir aber auch gleich bei den Nachteilen: Einige Gehege scheinen mir doch sehr klein und einige Sachen machen einen etwas heruntergekommenen Eindruck.

Beeindruckt haben mich allerdings die Kängurus – die haben hier ein Gehege, in dem sie nur durch ein niedriges Seil von den Besuchern getrennt sind und sie sind auch ganz und gar nicht schüchtern. Bei unserem letzten Besuch dort kamen sie bis auf Streichelentfernung ran, was ich von diesen hübschen Tieren sonst eher nicht kenne.

Diesmal hatten wir Gelegenheit, den Nachwuchs aus nächster Nähe zu bewundern und ich war schwer beeindruckt:

Kinderzimmer

Mama Känguruh saß so etwa 1,5 bis 2 m von mir entfernt und hatte die Ruhe weg. Auch eine andere Känguru-Familie lag in aller Seelenruhe auf der Wiese, ohne sich von den Besuchern stören zu lassen. Das Kleine tobte im Beutel herum, steckte mal Kopf und mal Arme heraus und verschwand dann wieder. Das sah schon sehr lustig aus.

Am Montag sah ich durchs Kellerfenster, dass jemand versuchte, sich an der Scheibe klebend nach oben aus dem Lichtschacht zu hangeln. Allerdings ist der doch tiefer, als es auf den ersten Blick scheint, so dass der Versuch mehrfach scheiterte. Da ich das Tierchen nicht im Haus haben wollte und nicht sicher war, ob es nicht an mir vorbei hüpfen würde, sobald ich das Fenster öffne, blieb nur der Weg von außen. Das hingestellte Gitter half nichts, ich kam nicht in den Schacht, konnte aber schließlich einen Eimer hinablassen. Nach etwas Zuspruch und einem kleinen Schubs mit dem Besen war das Tier im Eimer

Im  Eimer

und eine Minute später auf der Wiese.

Gerettet

Weiß jemand, wen ich da gerettet habe? (Ich tippe auf den „Lurch des Jahres 2012“ – die Erdkröte.)