Urlaubsnachlese – Teil 2

Nach ein paar Tagen in Thüringen ging es in den Harz – zur Ausfahrt mit dem Square-Dance-Verein. Wir waren etwas skeptisch, aber andererseits hatte Saskia ja ohnehin Ferien und zu Hause hocken wollten wir auch nicht – was hatten wir also zu verlieren?

Wir kamen am frühen Nachmittag an der Unterkunft an und es stellte sich raus, dass wir noch nicht in unser Zimmer konnten, also machten wir uns erstmal auf den Weg durch den Ort. Irgendwo gibt es doch sicher etwas zu sehen.

Grenze

Ich gebe zu, dass ich mich im niedersächsischen Teil des Harzes so gar nicht auskenne und so war ich dann doch etwas erstaunt, wie dicht wir an der ehemaligen Grenze waren. Allerdings diente dieses Schild mit einem Stückchen Grenzzaun und etwas erklärendem Text nur noch als Museumsstück. In der Nähe fanden wir einen netten Spielplatz und verbrachten dort den Nachmittag, bevor wir uns dann doch mal unsere Unterkunft ansahen. Nachdem sich das Haus als nicht ganz so behindertengerecht erwies wie angegeben – der Aufzug (Baujahr 1969) war deutlich zu klein, um mit dem Rollstuhl rein zu kommen und auch einige Türen waren etwas zu schmal für uns – fiel die Zimmerwahl gleich viel leichter: Es blieb ohnehin nur die untere Etage, dort möglichst ein Zimmer mit eigenem Bad und ohne Doppelstockbett. Das fanden wir dann auch und über kleinere Defizite sehen wir einfach mal gnädig hinweg. 😉

Saskia war am ersten Abend so schweigsam, dass wir mehrmals gefragt wurden, ob sie denn gar nicht spreche. Das gab sich allerdings im Laufe der nächsten Tage und sie hatte durchaus Spaß – mit einem anderen Mädchen (das später sogar noch sein Taschengeld ausgab, um Saskia einen Teddy zu kaufen) und auch mit Erwachsenen, die sich sehr lieb um sie kümmerten und uns so auch ein Stück Freizeit (zum Tanzen) ermöglichten. Ganz ohne Dramen ging es nicht, wir hatten heftige Wein-, Schrei- und Kopfschüttelphasen, aber im Großen und Ganzen waren es ein paar schöne Tage. Das Wetter war durchwachsen, aber zumindest nicht durchgehend schlecht.

Als wir beim Stadtbummel von heftigen Regen- und Hagelschauern überrascht wurden, kehrten wir kurzerhand in ein interessant aussehendes Café ein. Die Raumgestaltung war sehr eindrucksvoll, der Kuchen war auch OK, hat uns aber nicht so begeistert wie die Deko.

Café

Auf dem zur Unterkunft gehörenden Grundstück hatte sich ein kleines Tierchen angefunden, was (nicht nur) für die Kinder zur Attraktion des Tages wurde:

Hund, Katze, Maus?

Es war sehr zutraulich und vermutlich irgendwo abgehauen oder vor Kurzem ausgesetzt worden.
Zutraulich

Die Fütterung gestaltete sich allerdings nicht so einfach – die zunächst angebotene Gurke wurde verschmäht, auch Apfel und Weintrauben waren nicht so beliebt, Nüsse dann doch schon eher (allerdings waren die nicht ganz so leicht zu beschaffen):
Chinchilla

Nachdem die Vermutung laut wurde, dass es sich um ein Chinchilla handelt, tauften die Kinder das Tierchen kurzerhand „Chinchi“. Das Tierheim im Nachbarort zeigte sich am Feiertag nicht sonderlich
begeistert von der Idee, dass wir das Tier vorbei bringen, also durfte „Chinchi“ noch eine Nacht in Freiheit bleiben … war am nächsten Tag spurlos verschwunden und tauchte auch nicht wieder auf.

Wir vertrieben uns die Zeit also mit Spaziergängen,

Braunlage

suchten Schätze,
Cache

und fuhren Seilbahn
Seilbahn

Oben trafen wir dann tatsächlich noch 6 andere Leute aus unserer „Reisegruppe“ und so wurde kurzerhand der Wurmberg zum Square-Dance-Tanzplatz (Square Dancer sind eben doch alles Freaks! 😉 ) Saskia, die vom Rollstuhl aus zusah, fand es allerdings gar nicht witzig und so war der Tanz dann auch recht schnell beendet. 😉 Da es inzwischen auch wieder recht ungemütlich, kalt und windig wurde, machten wir uns wieder auf den Weg nach unten, wo Saskia jede einzelne Gondel, die uns entgegen kam, begrüßte und zeigte.

Seilbahn

Ansonsten entdeckte Saskia die Liebe zu Dart (davon habe ich leider kein Foto, aber es sah interessant aus) und Billard, natürlich nach ihren Regeln,

Billard

wir tanzten noch einige mehr oder weniger chaotische Runden Square Dance und fuhren am Sonntag wieder nach Hause.

Doch, können wir gern bei Gelegenheit wiederholen.

7 Gedanken zu “Urlaubsnachlese – Teil 2

  1. Das klingt gut, und die Bilder sind auch schön. Manchmal muss man wohl einfach ein paar Abstriche machen, damit es schön wird. Ich war auch noch nie in der Gegend, sieht aber schon so aus, als ob es eine Reise wert ist!
    Es ist so ganz anders nun die Erzählungen und Fotos von Saskia erleben zu dürfen. Liebe Grau-grün-gelb, hier freuen sich alle mit
    liebe Grüsse
    Elisabeth, die es heute ein bisschen leichter haben dürfte, denn endlich regnet es nicht!

  2. Da bin ich jetzt neidisch, denn ich hatte bisher keine Gelegenheit, mit einer Setdancing- oder Ceili-Gruppe spontan öffentlich zu tanzen.
    Das Tierchen scheint mir für ein Chinchilla zu klein, ich denke eher an eine Ratte.
    Saskia sieht so … normal aus. 😉

    • Das mit dem Tanzen kann ja noch kommen.
      Für eine Ratte war das Tier zu „mäkelig“ – Ratten sind doch nun wirklich Allesfresser. Außerdem waren die Ohren vielleicht ein bisschen zu groß und der Schwanz zu behaart. Aber ich weiß es auch nicht.

  3. Ronja schreibt:

    Das ist keine Ratte sondern ein Degu, verwandt mit den Chinchillas und Meerschweinchen (deswegen auch die Ohren). Etwas kleiner als Chinchillas (auch kleiner als ausgewachsene Ratten), kürzeres Fell. Kommunizieren viel (Gurr- und Pfeiflaute), nicht nachtaktiv und im Gegensatz zu Ratten ist der Schwanz behaart. Hatte einige Jahre zwei als Haustier (bis sie dann an Altersschwäche gestorben sind). Werden sehr zutraulich, ich konnte meine in der Wohnung rennen lassen, wenn ich gerufen habe sind sie gekommen und ich konnte sie wieder in den Käfig setzen.

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