Damit kann doch keiner rechnen!

Die gesamte vorige Woche und natürlich auch gestern bin ich zeitig aufgestanden, damit ich um 7, wenn die Handwerker kommen, auch wirklich fertig bin. Gekommen sind sie dann zwischen 7:30 und 8:00 und gestern wurde ich ja komplett versetzt. Heute bin ich also zur normalen Zeit aufgestanden und war natürlich nicht fertig, als Punkt 7 zwei Leute (Arbeiter und Chef) vorm Haus standen.

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Weil Saskias Busfahrer seit gestern im Krankenhaus ist und die Firma einige Touren umplanen musste, wurden wir informiert, dass Saskia heute voraussichtlich erst 17:15 (statt 16:30) zu Hause wäre. Wir boten an, sie selbst abzuholen. Damit das klappt, wollte der beste Ehemann von allen heute etwas früher das Haus verlassen, statt noch mit auf Saskias Bus zu warten. Ob das der Grund war oder Saskia ein ganz anderes Problem hatte, weiß ich nicht. Von dem Moment, als sich Papa verabschieden wollte, war jedenfalls alles aus. Sie wollte sich nicht nach dem Frühstück die Hände waschen, nicht verabschieden, ihre Schuhe erst nicht an- und etwas später wieder ausziehen und sie wollte auf gar keinen Fall zur Schule fahren. Es endete damit, dass Saskia unterm Esstisch lag und heulte, ihre inzwischen eingetroffene Schulbegleiterin sich Jacke und Ranzen schnappte und ich mir mein Kind über die Schulter warf und sie nach draußen schleppte. 😦 Die ca. 100m bis zum Bus wäre das nicht gegangen, also hab ich sie abgesetzt, damit sie sich beruhigen kann und bin erstmal zur Straße gelaufen, um dem Fahrer Bescheid zu sagen, dass er warten soll. Zum Glück kam Saskia dann doch auf ihren eigenen Beinen angelaufen, musste allerdings in den Bus gehoben werden und fuhr dann heulend los. So etwas brauche ich auch nicht öfter.

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Die Logopädie gestern lief gut. Das Zuordnen verschiedener Bildkärtchen zu bestimmten Kategorien – nach dem Muster „Ist das ein Kleidungsstück oder nicht?“ (bzw. ist das Obst? Ist das ein Tier? Ist das Werkzeug?) erledigte Saskia nach ihren eigenen Regeln. Bei den Kleidungsstücken hatte sie viele Sachen richtig zugeordnet, das Bügeleisen auch korrekt aussortiert, legte dann allerdings den Fuß neben die Karte mit dem Strumpf. In gewisser Weise logisch, aber so nicht gefragt. Da arbeitet Saskia wohl teilweise noch mit Assoziationen statt mit Kategorien, wurde mir erklärt und es sei wichtig, das zu wissen, um daran arbeiten zu können.

Die Auswertung des Tests der letzten Woche ergab, dass Saskia im Bereich der Substantive auf dem Stand zwischen 4,5 und 7 Jahren (genaueres gibt der Test nicht her, weil er ohnehin für sie angepasst werden musste) und im Bereich der Verben, Adjektive und Präpositionen zwischen 3,5 und 4,5 Jahren ist. Das ist nicht besonders überraschend. Der Plan ist, nun erstmal an den Verben zu arbeiten, weil die für den Satzbau sehr wichtig sind.

Eine geflüsterte Antwort bekam die Therapeutin einmal auch, der Rest der Stunde lief von Saskias Seite wieder stumm ab.

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