Arztbesuch

Nachdem Saskias Neurologe, bei dem wir zuletzt Ende April waren, neulich per Mail anfragte, wie es Saskia denn ginge, vereinbarten wir dann doch mal wieder einen Kontrolltermin für Januar. Und damit wir auch was zu besprechen haben, waren wir gestern bei der Kinderärztin zur Blutentnahme – die Ergebnisse (Blutbild, Leberwerte, Medikamentenspiegel und ein paar Kleinigkeiten mehr) bekommen wir dann Anfang Januar (denn ab heute hat die Ärztin Urlaub).

Lustig war, dass die Ärztin ins Zimmer kam und völlig überrascht war, als Saskia vor ihr stand. Hmmm … so lange waren wir also nicht bei ihr. 😉 Kurzes Nachdenken ergab: Unser letzter Arztbesuch war Ende Februar / Anfang März wegen eines Gerstenkorns, das sich nach einem Aufschlag des Gesichts aufs Frühstücksbrettchen gebildet hatte – damals saß Saskia noch im Rollstuhl, an freies Stehen war nicht zu denken. Seitdem war ich (manchmal auch mit Saskia) zwar regelmäßig in der Praxis, um Rezepte zu holen, aber weiter als bis an den Anmeldetresen komme ich da nie, die Ärztin sehe ich allerhöchstens von weitem.

„Und was sagt der Neurologe?“, fragte die Kinderärztin. „Bei dem waren wir im April zuletzt, der weiß aber auch nicht, warum es Saskia jetzt so gut geht.“ Auf Nachfrage unsererseits stellte sich dann heraus, dass die Kinderärztin immerhin nach unserem letzten Neurologen-Besuch einen Arztbrief bekommen hatte (wir leider nicht, obwohl das eigentlich mal vereinbart war). Ich bat sie also, uns den zu kopieren und amüsiere mich seitdem über den Abschnitt, der dort über Saskias EEG steht:

Abnormes EEG mit dominierender Thetaaktivität. Erstmals seit langem kein Nachweis epilepsietypischer Muster im EEG. Dramatische Befundnormalisierung.

Auf gut Deutsch: Das EEG ist nicht in Ordnung, das ist nicht überraschend. Es ist aber (erfuhren wir damals im Gespräch) vor allem verlangsamt. Das ist zwar nicht so schön, aber immerhin ist überhaupt ein Rhythmus feststellbar. Nach Jahren mit „patholgischem EEG, kein Grundrhythmus feststellbar“ ist das ein deutlicher Fortschritt. Auch die nicht feststellbaren epilepsietypischen Muster sind Klasse, am allerbestem finde ich aber die „dramatische Normalisierung“ (ganz besonders in genau dieser Formulierung). 🙂

3 Gedanken zu “Arztbesuch

    • Na ja, Mitte April war sie noch nicht so gut drauf wie jetzt – wenn auch deutlich besser als im Jahr zuvor, insofern passt das schon. Sowohl die dramatische Verbesserung 😉 als auch die trotzdem vorhandene Verlangsamung. Und „verlangsamt“ und „schlafähnlich“ passt ja schon zusammen, denke ich. Damals merkte man auch noch deutlich, dass sie sehr langsam reagierte. Mal sehen, was beim nächsten EEG rauskommt.

  1. Ich kann doch nun nicht immer „zum staunen“ schreiben … aber ich staune wirklich. Das Gesicht der Ärztin muss interessant ausgeschaut haben, als sie Saskia vor sich stehen sah!
    Auch der Befund ist … interessant! Diese Formulierungen, was soll man da noch sagen?
    Heute morgen stieg Robert in seinen Schulbus, dreht sich um: „Saskia wird aber nun nicht im Rollstuhl in ihren Bus geschoben?“ „Nein, das geht viel besser jetzt!“
    „Dann könnte sie ja mal wieder kommen und wir spielen so richtig Ball … mit Stehen!“
    Ich bin ins Haus, hab an Euch gedacht … und weiss nicht warum er genau heute morgen Saskia in seinen Gedanken dabei hatte. (ähhh …. Robert spielt so gut wie nie Ball, mag er nicht … fällt mir grad auf!)
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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