Haus kaufen oder selber bauen?

Unsere Haussuche geht nach wie vor nicht voran. Ob das am mangelnden Angebot oder an unseren zu speziellen Ansprüchen liegt, ist schwer zu sagen.

Derzeit haben wir: Ein Haus in ruhiger und trotzdem zentraler Lage (ca. 350m bis zum Bus, 500m bis 1000m bis zum Einkaufen und zu Ärzten, Apotheke, Markt) mit netten Nachbarn mitten im Grünen. Die kurzen Fußweg-Entfernungen sind wichtig, denn auch wenn es Saskia momentan gut geht und wir natürlich hoffen, dass das so bleibt, kann uns das niemand garantieren. Und in schlimmen Zeiten war ich sehr froh, dass ich mit Saskia im Rollstuhl alles zu Fuß erledigen konnte, ohne ein schweres, schlaffes Kind mühsam ins Auto und kurze Zeit später wieder raus hieven zu müssen.

Wir haben nicht: Genug Platz im Erdgeschoss – da gibt es nur Wohnzimmer, Essecke, Küche und Gäste-WC, ein Anbau ist nicht möglich.

Wir möchten: Ein bezahlbares Haus in ähnlich guter Lage mit Wohnzimmer, Küche, Kinderzimmer, Schlafzimmer und Bad im Erdgeschoss. Gästezimmer und Arbeitszimmer können notfalls auch oben sein. Das Haus muss unterkellert sein.

Derzeit im Angebot sind:

  • Ein sehr teurer Bungalow, Baujahr 2010 – leider ohne Keller und mit mindestens einem Arbeitszimmer zu wenig.
  • Ein superschönes (leider ebenfalls sehr teures) Haus (80er Jahre), das einen nahezu perfekten Grundriss hätte und laut Exposé in einem sehr guten Zustand ist. Die Lage ist leider nicht ganz so günstig für uns – zum Bus wären es 700m, zum Markt zwischen 1,5km und 2 km. Hmm. Machbar, ja, aber … Und der Garten ist sehr schmal. Auf zwei Seiten grenzt das Haus ans Nachbargrundstück bzw. an die Straße, an der dritten Seite stehen 2 Garagen und ein Carport, davor ist eine gepflasterte Einfahrt und lediglich hinterm Haus ist ein schmaler (an der breitesten Stelle ca. 7m breit) Streifen Rasen. Die Kombination aus hohem Preis (+ Makler und Co.), Lage und Garten schrecken uns etwas ab. Aber andererseits …
  • Ein preisgünstiges, aber ziemlich baufälliges Haus (30er Jahre). Das Grundstück war ehemals 1000m² groß und wurde geteilt. Auf dem hinteren Teil steht ein neues Haus, das vordere Haus mit der Hälfte des Grundstücks steht zum Verkauf. Die Lage ist OK. Nachteil wäre, dass die Besitzer des hinteren Hauses über das vordere Grundstück müssen (Wegerecht). Das Haus selbst ist in einem Zustand, dass wir sagen würden: abreißen und neu bauen. Aber was käme da auf uns zu? Welche Kosten? Und wie lange dauert das mit Abriss, Planung, Neubau? Und nerven die hinteren Nachbarn irgendwann doch? (Bisher wohnten vorn die Eltern, hinten der Sohn mit Familie – jetzt sind die Eltern verstorben.) Verkauft wird zur Abwechslung mal ohne Makler – das allein macht es schon verlockend. Bei dem Verkäufer muss am Wochenende die Telefonleitung geglüht haben 😉 Und so, wie es bei Immonet aussieht, scheint das Haus inzwischen auch schon weg zu sein.
  • Ein bisher unbebautes Grundstück ca. 300m nördlich von uns. Auch hier wird ein vorhandenes Grundstück geteilt, dazu käme ein kleines Stück, das bisher einem Verkehrsunternehmen gehört. Klingt alles eigentlich sehr nett, wäre allerdings direkt gegenüber der Einfahrt zum Parkplatz des örtliches Fußballplatzes und ab und zu mit entsprechender Geräuschkulisse (und entsprechendem Verkehr direkt vor der Haustür). Auch hier wäre natürlich die Frage nach Kosten und Dauer eines Neubaus (immerhin ohne Abriss, dafür aber mit Erschließung und mit Makler). Bisher sind die entsprechenden Grundstücke noch alle ungeteilt, wir wären hier die ersten, die in zweiter Reihe (und mit Zufahrt von der Rückseite, also unserer bisherigen Straße) bauen würden. Das Grundstück sieht gut aus, außer ein paar Mini-Bäumchen stünden keine Abrissarbeiten an.

Tja, und nun? Kaufen? Bauen? Oder doch abwarten und weiter suchen? Und falls bauen: Was und mit wem? Fertighaus? Stein auf Stein? Bungalow? Fragen über Fragen.

13 Gedanken zu “Haus kaufen oder selber bauen?

    • Na ja, bei uns verkaufen sich die meisten Häuser oder Grundstücke, die nicht gerade völlig überteuert sind, recht schnell. Und wir sind seit ca. 2,5 Jahren auf der Suche. Ob da „Abwarten“ immer die beste Entscheidung ist …

  1. anna schreibt:

    Wieso muss eigentlich alles ins Erdgeschoss? Habt ihr die Variante „Aufzug“ im Blick?
    Wünsche gute Entscheidungen und ein schönes, bezahlbares Haus!

    • Ja, aber das ist nicht das Gleiche. Wir haben es im Urlaub erlebt, wie angenehm es war, wenn Saskia auch mal im Kinderzimmer spielen konnte und trotzdem in Hör- (und teilweise auch Sicht-)weite war. Das ist noch was ganz anderes, als wenn das Kinderzimmer auf einer anderen Ebene liegt. Außerdem verursacht ein Aufzug auch wieder Folgekosten durch Anschaffung, Strom und Wartung – insofern würde ich beim Neubau die Variante „alles in einer Ebene“ bevorzugen. Und bei den bestehenden Häusern ist der Einbau (oder Anbau) eines ausreichend großen Aufzugs (denn im Zweifel muss der Rolli mit reinpassen) auch nicht ohne.

      Das Grundstück, was wir aktuell im Blick haben, hätte ca. 600m² und laut Bebauungsplan eine GRZ von 0,2 – damit wären theoretisch maximal 120m² Grundfläche möglich. Das sollte eigentlich reichen, um die entsprechenden Zimmer im Erdgeschoss unter zu bringen.

  2. Ritterspott schreibt:

    Also, ganz ehrlich: An eurer Stelle würde ich dann bauen (lassen). Da könnt ihr alles so machen, wie ihr es haben wollt, und seid vor Altbauüberraschungen gefeit. Gerade das Haus aus den 30ern könnte ein Fass ohne Boden werden. In unserem jetztigen Haus, aus den 20ern, rennen immer die Mäuse durch die Holzbohlendecke. 😉 Unser Architekt berechnet beim Umbau des neuen Hauses (mit Betondecken!) einen Altbauzuschlag nach HOAI.
    Fertighäuser sind inzwischen Hochtechnologieprojekte und begeisternd schnell verfügbar.

    Viel Glück und Erfolg beim Entscheiden!

    • Beim Haus aus den 30ern wäre auch nur das Grundstück übrig geblieben 😉 Aber das ist eh‘ schon weg.
      Beim unbebauten Grundstück überlegen wir gerade, wie wir das im Einzelnen vorgehen müssten. Es gibt ’nen Bebauungsplan, der laut Makler aber nicht mehr gilt. Also werde ich wohl mal beim Bauamt anfragen, WAS denn momentan gilt. Nicht, dass sich dann rausstellt, wir haben den teuersten Garten aller Zeiten gekauft. 😉
      Wenn man ungefähr so bauen darf, wie es der alte B-Plan vorsieht, könnten wir das Grundstück kaufen … und dann??? Geh ich direkt zum Fertighaushersteller meiner Wahl und der koordiniert alles andere? Geh ich zum Architekten? Oder erstmal wieder zu diversen Ämtern, um die Erschließung mit Gas, Wasser, Elektro usw. zu klären? Oder wie? Ich habe wirklich Null Ahnung auf dem Gebiet.

      • Birgitta schreibt:

        Am besten sucht man sich einen guten Generalunternehmer, der vor Ort schon viel gebaut hat und einen guten Ruf hat (also nicht Fertighaus und nicht Architekt). Mit dessen Verkäufern/Beratern/Architekten/Bauzeichnern zusammen erstellt man dann einen Grundriss und wählt schon möglichst viel von der Ausstattung aus. Erst wenn schon relativ klar ist, was man will, unterschreibt man den Bauerrichtungsvertrag. Dann erstellt das Bauunternehmen den Bauantrag und los geht’s.
        Es ist natürlich wichtig, sich Vor dem Grundstückskauf parallel zu den Gesprächen mit möglichen Bauunternehmen selbst bei Bauamt nach Bebauungsplan etc. zu erkundigen, um keine Überraschungen zu erleben. Die Beantragung von Gas, Wasser, Strom etc. übernimmt dann hinterher auch das Bauunternehmen. Wenn es aber ein bisher nicht erschlossenes Grundstück ist, kann man sich da auch beim Bauamt selbst schlau machen, um keine Überraschungen zu erleben.
        Wenn man durch Tipps von Freunden etc. kein gutes Bauunternehmen genannt bekommt, kann man z.B. bei Verband Privater Bauherren (VPB) anrufen und mal fragen, welche Bauunternehmen vor Ort gut sind. Auch später kann einem der VPB oder ein ähnlicher Gutachter helfen, keine bösen Überraschungen zu erleben. 1500 oder 2000 Euro für sechs bis acht Gutachtertermine sind bei einer Summe von mehreren Hunderttausend Euro gut investiertes Geld.

        • C schreibt:

          Wir wohnen jetzt seit über 15 Jahren in einem Fertighaus und wir haben diesen Entschluss nie bereut! Allerdings haben wir auch nicht mit diesen Billiganbietern gebaut. Wir waren auf einer Fertighausausstellung und haben uns verschiedene Anbieter angesehen. Dann kamen 2 in die engere Wahl. Mit beiden Vertretern haben wir mehrfach bei uns zu Hause am Tisch gesessen. Einzeln natürlich. Parallel um die Finanzierung gekümmert. Wobei wir da auch einen Berater vor Ort hatten, der das Günstigste für uns rausgekitzelt hat. Dann haben wir beim Anbieter unserer Wahl einen Werksvertrag unterschrieben, waren direkt im Werk zur Bemusterung (Haustür, Fenster, Heizung, Treppe, Wandfarbe, Ziegel…). Das Unternehmen hat uns auch einen Kelleranbieter empfohlen und mit dem kontaktiert. Beim Keller haben wir einen Fertigkeller gewählt, wo die Wände im Ganzen kommen und dann vor Ort nach der Aufstellung innen mit Beton gefüllt werden. Dann Kellerabnahme durch die Hausfirma, Hausaufstellung innerhalb eines (!) Tage komplett. Dann kamen die Gewerke Heizung, Sanitär, Elektrik und Estrich. Alles von der Hausbaufirma mit veranlasst, weil wir die Pakete mit gekauft hatten. Innentüren, malen, Fußboden etc. haben wir selber gemacht.
          Und noch kurz der Zeitplan:
          Werkvertrag im September/ Oktober unterschrieben, im Februar (!) kam der Keller, im Mai das Haus, im August sind wie eingezogen :-).
          Unser Haus ist gerade, sehr energiesparsam (wobei es heute da viel tollere Sachen zu machen gibt), gemütlich, warm und sieht von außen aus wie ein ganz normal verputztes Haus.
          lg CH

          • Ritterspott schreibt:

            Kann ich C nur zustimmen. Meine Eltern haben ’86 ein HAAS-Haus gebaut, zum Festpreis. Die ermöglichen (oder haben das damals zumindest) komplett individuelle Raumschnitte, im Gegensatz zu manchen anderen Anbietern mit Schablonenhäusern. Das Haus ist auch heute noch prima in Schuss und sie haben es echt nie bereut.
            Wir sind damals mit der ganzen Familie zu HAAS gefahren, mehrere Tage im Werk und haben bis auf die letzte Fliese alles ausgewählt (die hatten von allem Muster da). Dann gings los und es wurde einfach so gemacht wie besprochen.

            Beim Grundstück ist vor Kauf v.a. ein Auszug aus dem Altlastenverdachtsflächenkataster wichtig. Denn wenn da jemand mal rumgesaut hat, ihr das Ding kauft und die Sauerei rauskommt, müsst ihr es wegmachen.

            Wenn der alte Bebauungsplan nicht mehr gilt und es keinen neuen gibt, gilt §34, wie wir gelernt haben: entsprechend der Nachbarbebauung.
            Das Vorgehen ansonsten hängt auch davon ab, wieviel Budget ihr habt. Man kann gegen Geld alles aus der Hand geben (fähige Leute vorausgesetzt, sonst sollte man nicht 😉 ) und einfach nur zugucken.

            • Haas-Haus ist gedanklich notiert, auch wenn die scheinbar in unserer Region nicht (besonders stark) vertreten sind. Mal gucken.

              Altlastenverdachtsflächenkataster (Tolles Wort! Hab ich noch nie vorher gehört.) Scheint es hier nicht zu geben, muss ich noch rausfinden. Irgendwelche Bodengutachten werden aber benötigt, wenn man bauen will.

              Das Vorgehen ansonsten hängt auch davon ab, wieviel Budget ihr habt. Man kann gegen Geld alles aus der Hand geben (fähige Leute vorausgesetzt, sonst sollte man nicht 😉 ) und einfach nur zugucken.

              Mein Liebster ist der Meinung, er ersetzt lieber Zeit (die wir nicht haben) durch Geld , das wir doch genug haben (*hüstel*) 😉 und allein durch unsere persönliche Situation wäre der Plan, dass wir machen lassen (im Zweifel lieber ’ne Nummer kleiner) und überwiegend zugucken.

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