Steuerhinterziehung

Es gibt Menschen, die hinterziehen Steuern. Nicht ein paar Hundert oder Tausend Euro, sondern gleich Millionen. Und da auch nicht 3 oder 18 oder 23, sondern mindestens 27,2 Millionen Euro. Sieben-und-zwanzig! Millionen! Euro!

Der beste Ehemann von allen und ich verdienen beide nicht schlecht. Aber selbst wenn wir beide mit unserem derzeitigen Gehalt hundert Jahre lang arbeiten würden, hätten wir nicht mal annähernd so viel Brutto verdient, wie andere an Steuern hinterziehen (auch nicht, wenn ich mein Vollzeit-Gehalt in die Berechnung einbeziehen würde). Wieviel verdient bekommt man, wenn man 27 Mio. hinterziehen kann? Mindestens das Doppelte und vermutlich noch deutlich mehr, denn einen Teil seines Einkommens wird der feine Herr ja wohl versteuert haben, sonst wäre es ja zu auffällig. Ich finde, das ist unanständig viel Geld für eine einzelne Person. Davon könnten ganze Städte leben. Womit verdient man so viel Geld? Und warum ist man dann auch noch zu gierig, um es wenigstens anständig zu versteuern?

Ich glaub, mir wird schlecht.

7 Gedanken zu “Steuerhinterziehung

  1. Ich habe meinen Mann gestern ob dieser Summe auch fragend angeschaut. Solche Summen können wir Normalsterblichen uns nicht einmal ansatzweise vorstellen (ein Höchstkontostand von über 155 Millionen Euro!!!) und andere denken nicht einmal daran, das zu versteuern. Das ist nicht nur höchst unanständig, sondern wirklich ekelhaft. :/

  2. tja… da könnte man gar nicht so viel… fr… wie man ko… möchte… sorry… aber das ist alles so unglaublich…

    bin gespannt wie das Strafmaß ausfällt… denn eigentlich müsste er sitzen…

    • Klar, eigentlich müsste er sitzen. Aber andererseits – da er nicht gefährlich ist, wäre er Freigänger und wegen guter Führung würde ihm vermutlich ein Teil der Haft erlassen – bis dahin läge er den Steuerzahlern aber erst Recht auf der Tasche. Die schmerzhaftere (und meiner Meinung nach gerechtere) Strafe wäre doch: Alle fälligen Steuern nachzahlen plus 50% Strafaufschlag. Bei 27,2 Mio. macht das dann insgesamt ca. 40 Mio. – das täte wenigstens an der richtigen Stelle weh und brächte Geld in die Kassen.

      • Ritterspott schreibt:

        Na, das ist doch mal ne gute Nachricht. Hoeneß muss ja tatsächlich gut 50 Mio nachzahlen. Wann gibts das schonmal, dass solche Forderungen tatsächlich in Erfüllung gehen? Muss sich doch jetzt wie pure Gerechtigkeit bei dir anfühlen. 🙂
        Mir hat eine Forderung in einem Forum besonders gut gefallen: Nicht 3,5 Jahre Haft, sondern 3,5 Jahre Hartz, und alles darüber hinaus geht an den Staat. Sollte das nicht zur Läuterung beitragen, dann auf jeden Fall zur Kompensation des entstandenen Schadens für die Allgemeinheit.

  3. Vreni schreibt:

    „Verdienen“ ist wohl das falsche Wort. Spekulationen und Betrug wäre so eine Möglichkeit. Ich bin auch entsetzt vor allem auch, wenn ich annehmen muss, dass auch das nur die Spitze des Eisberges ist. Glaubwürdig ist da wohl niemand mehr……..
    Aaaber Zufriedenheit, Glück sieht anders aus 🙂

  4. Andrea schreibt:

    Mir gefällt dieses Statement von Konstantin Wecker…

    Vor allem das „nicht resozialisierbar „! KLASSE !

    Liebe Freunde,
    Freiheit für Ulli Hoeneß!
    Bei Ulli Hoeneß passt einfach alles. Er ist Wurstfabrikant, Spekulant, Präsident der derzeit spektakulärsten Fußballmannschaft der Welt und wohnt in einer Villa am Tegernsee. Er ist ein Bilderbuchkapitalist, hat steuervergünstigt Millionen gespendet und etliche Millionen mehr hinterzogen. Business as usual. Ein Bankensystem, das spezialisiert ist auf den Steuerbetrug superreicher Schwerverbrecher hat es ihm leicht gemacht.
    Ich weiß nicht genau, was man als Hilfsarbeiter in einer Wurstfabrik verdient, aber man muss schon ein paar Stunden schuften um sich ein Ticket in der Allianz Arena zu erarbeiten.
    Nirgendwo in Europa klafft die Schere zwischen arm und reich so weit auseinander wie in Deutschland.
    Gut für Menschen wie Hoeneß, der sich seinen Reichtum ja auch hart erarbeitet hat.
    Zum Beispiel durch kräftezehrendes Zocken am Handy.
    So funktioniert nun mal das System.
    Der Ulli ist ein ehrenwerter Mann.
    82 Prozent der Deutschen wünschten sich noch vor zwei Jahren mehr Hoeneß in der Politik.
    Das sagt mehr über uns Deutsche aus, als die meisten soziologischen Abhandlungen.
    Ich habe ihn mal in einer Talkshow fragen hören, warum es denn überhaupt noch andere Parteien als die CSU brauche.
    Mehr Hoeneß in der Politik?
    Dieser Mann – und das kann man ihm gar nicht übel nehmen, wenn man bedenkt, wie er jahrzehntelang hofiert und angeschleimt wurde- dieser Mann wird nie verstehen, dass er irgend etwas falsch gemacht haben soll.
    In seinem Universum hat er auch nichts verbrochen. So funktioniert nun mal das System und der Ulli ist ein ehrenwerter Mann.
    Ich wünsche niemandem den Knast. Verständlicherweise. Und auch dem Herrn Hoeneß nicht.
    Warum auch. Der Mann ist sowieso nicht resozialisierbar. Ebensowenig wie seine Freunde von den Banken und Automobilkonzernen und Versicherungen.
    Aber ich fordere ab sofort die Möglichkeit zur straffreien Selbstanzeige für alle Opferstockdiebe, Drogenkonsumenten, Bankräuber, Hausbesetzer, Demonstarationsvermummer, Sitzblockierer – ach, mir fielen noch viele ein.
    Ich halte den Fussballmanager für nicht schuldfähig.
    Er ist wie das System, das er verkörpert, verteidigt und liebt.
    Ulli Hoeneß ist – und das trägt er schon lange zur Schau -der fleischgewordene Kapitalismus.
    Eine wandelnde Wurstfabrik.
    Und wenn man ihm eines vorwerfen kann, dann nur seinen sattsam bekannten vergeigten Elfmeter.
    Wir linksradikalen Häuserbesetzer, Kryptokommunisten, Steinewerfer, Gutmenschen und Friedensdeppen sehen das eventuell anders.
    Aber für jeden aufrechten Kapitalisten gibt es nur einen möglichen Kampfruf:
    Freiheit für Ulli Hoeneß!

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