Urlaubs-Fotos – Teil 2

Nach einem Tag mit langer Autofahrt und einem schönem Frühstück brachen wir zu unserer ersten „Wanderung“ auf. Wir sind nicht die ganz großen Naturburschen, also wollten wir es ruhig angehen. Von Lichtenhain zum Lichtenhainer Wasserfall, dann zum Kuhstall und wieder zurück war unser Plan. Nicht weit von der Pension ging es los.

Wegweiser

Den Plan hatten wir allerdings ohne Saskia gemacht. „Was?“ „Ich trau mich nicht.“ „Ich will nicht.“ und ähnliche nette Sprüche waren ihre Reaktion. Rabeneltern, die wir nun mal sind, nahmen wir darauf allerdings keine Rücksicht und gingen los. Denn ganz ehrlich: „Ich trau mich nicht.“ im Angesicht einer Wiese mit friedlich grasenden Kühen – das kann ich beim besten Willen nicht ernst nehmen.

Los geht's

Wir liefen über Wiesen und an Kühen vorbei in Richtung Wald.

Kühe

Immer weiter nach unten, bis wir schließlich am Wasserfall ankamen.

Wassermangel

Leider herrschte dort Wassermangel, so dass wir nur die Sparvariante des Wasserfalls zu sehen bekamen. OK, das ist kein Vergleich mit Wasserfällen in Norwegen oder Island, aber zumindest „ganz niedlich“.

Wasserfall

Direkt vorm Wasserfall fährt die Kirnitzschtalbahn ab und Saskia wollte am liebsten sofort mitfahren. Schade nur, dass wir auch diesmal andere Pläne hatten, sie auf „Später!“ vertrösteten und erstmal den Aufstieg zum Kuhstall in Angriff nahmen.

Weiter zum Kuhstall.

Der Weg war unkompliziert, es waren viele Leute unterwegs, Saskia hatte Freude an den Treppenstufen, die wie Scheren aussahen. (Ja, es hat etwas gedauert, bis ich begriffen hatte, was sie da erzählte. Etliche Stufen bestanden aus Balken oder Baumstämmen, die quer über den Weg gelegt waren – häufig nicht parallel zueinander, sondern so, dass sie auf einer Seite zusammen stießen.) Oben angekommen schauten wir uns um, guckten uns die Himmelstreppe an und überlegten noch, ob wir alle oder auch nur einzelne da hinauf klettern wollten.

Himmelstreppe

Nachdem andere Wanderer ein Weilchen auf Saskia eingeredet hatten, dass das gar nicht schwierig sei und sie sich ruhig trauen solle, war Saskia erstmal völlig unentschlossen und wollte nun erst recht nicht. Also ging ich allein – mit dem Plan, anschließend wieder nach unten zu kommen, um den besten Ehemann von allen abzulösen, damit er ebenfalls sehen kann, wo es dort hin geht. Inzwischen hatte sich allerdings auch Saskia für den Aufstieg entschieden und so konnten wir den Ausblick gemeinsam genießen.

Ganz schön steil

Ein kleines Picknick später wollte Saskia jetzt aber unbedingt Straßenbahn fahren. „Siehst du hier oben eine Straßenbahn?“ fragte ich sie. „Da müssen wir erst wieder den Berg runter.“ Gut, das schafften wir dann auch noch, kehrten am Wasserfall noch zum späten Mittagessen ein und fragten uns einige Zeit später, warum rund um unseren Tisch alle Tische und Stühle weggeräumt wurden. Die Frage beantwortete sich bei genauerem Hinsehen: Außerhalb unseres Sonnenschirms regnete es.

Damit war jetzt der ideale Zeitpunkt zum Straßenbahn-Fahren gekommen. Dank Schwerbehindertenausweis mit Wertmarke fuhren Saskia und Begleitperson kostenlos, einer bezahlte 5€. So kamen wir preiswert nach Bad Schandau und stellten fest, dass die Hochwässer der letzten Jahre doch ganz schön viel Schaden angerichtet haben. Einige eigentlich sehr schöne Häuser in Elbnähe standen offensichtlich leer, an anderen sah man zumindest deutliche Spuren des Wassers (und leider auch des Verfalls). Sehr schade.

Brunnen Bad Schandau

Es regnete noch immer und wir fuhren kurzerhand mit dem Bus zurück nach Lichtenhain.

Unsere Wirtin hatte uns freundlicherweise Wanderkarten und einen Kinder-Wanderführer geliehen, den wir abends durchstöberten. Wir beschlossen, am nächsten Tag zum Lilienstein zu wandern. Keine besonders lange oder komplizierte Wanderung, so dass auch Saskia sie gut schaffen sollte – oben gibt es neben der schönen Aussicht auch einen Gasthof, das sollte doch Anreiz genug sein.

Lilienstein

Das besondere an dieser Wanderung war, dass es eigentlich permanent Treppen hinauf (und später natürlich auch wieder hinunter) ging. Ich war zunächst etwas skeptisch, aber Saskia hatte richtig Spaß daran, die unterschiedlichsten Treppenstufen aus Sandstein, Holz, Stein und Metall zu erklettern. Im Gegensatz zum Vortag gab es auch keinerlei Diskussion. An einigen etwas heiklen Stellen versuchte der beste Ehemann von allen, Saskia ein wenig zu sichern oder zu halten und reichte ihr die Hand. Allerdings erklärte sie bald: „Du musst keine Angst haben, Papa. Ich bin bei dir.“ Na, wenn das nicht beruhigend ist. 🙂

Da oben wollen wir hin

Oben angekommen gab es einen kleinen Imbiss (zu stolzen Preisen), bevor wir die Aussicht genossen. Mein Handy signalisierte mir eine neue SMS und O² begrüßte mich in Tschechien. Upps. Sollten wir so weit vom Weg abgekommen sein?

Hier irrt O²

Der Ausblick war wirklich schön und sehr eindrucksvoll …

Ausblick vom Lilienstein

Ausblick vom Lilienstein

Ausblick vom Lilienstein

Ausblick vom Lilienstein

Irgendwann machten wir uns wieder an den Abstieg und den Weg zum Auto. Es war zu früh, um bereits zur Unterkunft zu fahren, aber zu spät, um noch größere Ausflüge zu unternehmen, also beschlossen wir, Bad Schandau nochmal ohne Regen zu besuchen und uns den historischen Aufzug, von dem der beste Ehemann von allen irgendwo gelesen hatte, anzusehen.

Historischer Aufzug Bad Schandau

Sehenswert. Und sehr eindrucksvoll so aus technischer Sicht. Wie kommt man vor gut 100 Jahren auf die Idee dort einen riesigen frei stehenden Aufzug zu bauen und wie macht man das?

Dann ging es doch wieder zurück zur Pension, wo die Lampionblumen im Garten schon viel weiter waren als hier zu Hause

Lampionblume

und wo es ebenfalls schöne Aussichten gab

Ausblick von der Pension

Für den letzten richtigen Urlaubstag hatten wir uns mit meiner in Dresden lebenden Freundin und ihren Kindern verabredet. Geplant war eine Wanderung zur Oberen Schleuse in Hinterhermsdorf, eine Bootsfahrt auf der Kirnitzsch, die hier die Grenze zu Tschechien darstellt (ich saß auf der tschechischen Seite des Bootes!) und ein Besuch der Waldhusche.

Während wir durch den Wald liefen, fing es an zu tröpfeln. Kein Problem, es waren genügend Bäume über uns und der Regen war nicht besonders stark, der würde schon wieder aufhören. Das tat er, als wir an der Oberen Schleuse ankamen.

Kirnitzschtal

Blauer Himmel, weiße Wölkchen – was will man mehr. Wir stiegen nach kurzer Wartezeit ins Boot, waren beeindruckt von der Landschaft ringsum …

Kirnitzschtal - Obere Schleuse

Kirnitzschtal

… und wurden 5 Minuten später nass bis auf die Haut als der nächste Regen (diesmal mit Gewitter-Grummeln und Wassermengen wie aus Eimern) über uns hereinbrach. Als wir eine Viertelstunde später das Boot verließen, hatten wir noch etwa 45 Minuten Fußweg bis zum Auto vor uns. Der Regen platterte weiter und wir bewältigten den Weg in persönlicher Rekordzeit. Schön, dass wir Wechselsachen für Saskia dabei hatten – und einen Karton mit ausgemusterten Sachen für die 2 Jahre jüngeren Kinder meiner Freundin – so waren wenigstens die Kinder schnell wieder warm und trocken, während wir Eltern uns schnell verabschiedeten und den gemeinsamen Tag deutlich schneller beendeten als geplant.

Aber wir kommen sicher irgendwann wieder. 😉

3 Gedanken zu “Urlaubs-Fotos – Teil 2

  1. Man kann also gut Ferien machen hier in unserem Land. Die Eindrücke, Deine Fotos und Erzählungen gefallen mir gut.
    Ja, das mit den Handys … wenn ich ein bisserl von hier weg fahr passiert mir das öfter mit Österreich. Wenn man da nicht aufpasst …. Gut, dass Ihr nicht zu weit gelaufen seid 🙂
    Was sagen denn die Fachleute dazu, dass Saskia „öffentlich“ nicht so frei spricht? Ich hoffe ja nicht, dass sie irgenwann mal von jemand Fremden doof angeredet wurde. Dass sie sich deshalb nicht traut …
    schönes Wochenende
    Elisabeth, die jetzt wieder in den Wald gehen muss, sonst sucht Robert die Pilze allein, wer will denn das?

  2. Hesting schreibt:

    Als wir Mitte Juli in Geising waren, buchte sich mein Handy auch ganz automatisch über den tschechischen Provider ein. Offenbar gibt es so nah an der Grenze keine deutschen Masten mehr.
    Freut mich, daß Saskia ihren Spaß mit den Treppenaufstiegen hatte.

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