Da steh‘ ich nun, ich armer Tor …

… und bin so klug als wie zuvor.

Ja, ja, ich höre schon wieder auf mit den Faust-Zitaten, aber momentan passt das einfach.

Wir haben heute Nachmittag ein Haus in der großen Stadt besichtigt: 2,5 km von Saskias Schule entfernt, ca. 20 Minuten weniger Arbeitsweg für den besten Ehemann von allen und mich als derzeit. (Montagmorgen etwa eine Dreiviertelstunde weniger, aber das ist ein anderes Thema 😦 )

Das Haus an sich ist schön. Jedenfalls könnte es das sein, wenn mal jemand Ordnung schaffen würde. Dass von der Familie, die früher hier wohnte, nur noch der Mann hier wohnt (oder zumindest schläft) – Okay, das ist halt so. Aber dass seit Auszug der Restfamilie das Putzen offenbar komplett eingestellt wurde, ist … na ja … schon unangenehm. Ich bin ganz bestimmt nicht die Superhausfrau (das weiß auch jeder, der mich kennt) – hier ist es oft chaotisch, ich habe zuviel Kram und putzen ist nicht gerade mein Hobby. Aber bevor ein Makler mit Kaufinteressenten kommt, würde ich zumindest die schmutzigen Socken und die Nussschalen auf dem Fußboden wegräumen, den dicken schwarzen Rand in der Dusche mal wegwischen und das restliche Chaos zumindest soweit verstecken, dass es nicht gleich ins Auge fällt.

Der Grundriss des Hauses ist ziemlich gut – eine Zwischenwand müssten wir einziehen, damit die Zimmerverteilung stimmt, aber das wäre problemlos möglich (und war früher auch so). Die Fenster machen einen ziemlich alten Eindruck, auch wenn die Scheiben wohl irgendwann erneuert wurden – auch das ist schon eine ganze Weile her. Die würde ich also auf jeden Fall erneuern wollen (zusammen mit den Jalousien) – das würde natürlich wieder einiges kosten.

Es gibt eine Tiefgarage, in die unser Auto höchstwahrscheinlich nicht passen würde (in der Höhe). Es gibt leider einige Stufen vor der Haustür (weshalb wir in der Vergangenheit ja bereits Häuser ausgeschlossen haben – wenn wir also mit gleichen Maßstäben messen, ginge das nicht) und es wäre intensiv zu putzen und zu renovieren. Küche und Bäder sind relativ neu, aber teilweise so versifft, dass man es ihnen kaum ansieht.

Das Grundstück ist zwar größer als das derzeitige, der nutzbare Gartenanteil ist allerdings geringer, die Terrasse nach vorn (zur Straße) ist ziemlich verwildert, so dass sie zwar nicht einsehbar, aber auch nicht richtig gut nutzbar wäre. Hinterm Haus ist recht wenig Fläche und dort gibt es auch keinen direkten Ausgang (Wohnzimmer und Terrasse sind nach vorn), zum Garten muss man also einmal außen rum laufen.

Das Eichhörnchen, das zur Begrüßung kam, fand ich sehr sympathisch. 😉 (allerdings wollte es wohl nur zum Haselstrauch, der in der Einfahrt steht). Die Gegend ist gut (glaub ich) – die Straße selbst ist ruhig, auf der einen Seite geht es zu einem Flüsschen mit ’ner ganzen Menge Grün drumrum (durch diesen Grünbereich käme man fast bis zu Saskias Schule), auf der anderen Seite geht es zur Bundesstraße, zu Bus und Bahn – nah genug, um zu Fuß erreichbar zu sein, weit genug, um nicht zu stören. Gegenüber steht ein großer Hochspannungsmast – will man das?

Die Preisvorstellung liegt bei genau 200% dessen, was wir für unser derzeitiges Haus bezahlt haben. Nur mal so nebenbei. Der Preis sei nicht „Gott-gegeben“ meinte der Makler, aber ich fürchte, selbst mit Verhandlungsspielraum ist er gaaanz schön hoch.

Will man das? Kürzere Arbeitswege und einfachere Bürokratie auf der einen Seite – die vertraute Umgebung und die etwas niedrigeren Preise hier auf der anderen. Ein Haus, dessen Grundriss sehr gut passt, in einer Gegend, die gar nicht schlecht ist – gegenüber Häusern, deren Grundriss eben nicht so richtig passt, in einer Gegend, die wir kennen und wo wir Freunde haben? Ein paar Square-Dance-Bekannte wohnen ca. 1km vom heute besichtigten Haus entfernt, Einkaufsmöglichkeiten gäbe es in der Nähe, gerüchteweise gibt es auch ein Ärztezentrum, aber auf Arztwechsel habe ich immer so gar keine Lust.

Und nun?

5 Gedanken zu “Da steh‘ ich nun, ich armer Tor …

  1. geologenkinder schreibt:

    Wie habt ihr euch denn entschieden?
    Hochspannung hin oder her, Elektrosmog hat man überall, es sei denn man hat kein Handy, kein wlan…….haben wir im Übrigen auch nicht und dennoch liegen hier mindestens 4 Wlan`s an……. Gibts Studien wie sich Hochspannungsleitungen auf Aktivitäten im Gehirn auswirken?????

    • Wir haben uns gegen das Haus entschieden. Nicht nur, aber eben auch wegen der Hochspannungsleitung. Wenn der „Schrittmacher“ nicht wäre, würde ich es vielleicht etwas lockerer sehen (wenn auch nicht begeistert sein), aber so …

      Nachdem uns der Makler noch anrief, weil er andere Interessenten hatte und uns als „Erst-Interessenten“ den Vortritt lassen wollte (das hatten wir auch noch nie), scheinen diese Interessenten inzwischen allerdings wieder abgesprungen zu sein, das Haus wird jedenfalls seit 2 Tagen wieder angeboten.

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