Morgens halb 3 in Curaçao

Flug und erste Eindrücke

Nachdem ich am Freitag später als geplant ins Bett kam, dann noch ewig wach lag und überlegte, ob wir wohl an alles gedacht haben und der Wecker um 2 klingelte, hatte ich dann doch ein kleines Schlafdefizit (ich stelle fest, dass ich irgendwie auch nicht mehr 20 bin). Pünktlich um 3:15 stiegen wir ins Taxi und etwa 35 Minuten später standen wir am Flughafen. Es war deutlich belebter als ich gedacht hatte. Unser Flug war auch nicht der erste, Mallorca war noch vor uns dran und so war auch an der Sicherheitskontrolle einiges los. Gegen halb 5 war das geschafft, Saskia durfte (wegen des VNS) um das Gerät herum gehen, Medikamente im Handgepäck waren kein Problem und wir machten uns auf den Weg zum Gate und zum Frühstück. Leider erwies sich der Flughafen doch als ziemlich verschlafen – die meisten Läden hatten noch zu, ein belebt aussehendes Café öffnete erst „spätestens um 5“. Wir warteten also, frühstückten dann und gingen zum Gate. Etwas entfernt stand eine Familie mit zwei Kindern, eins davon im Rollstuhl – die hatten wohl das selbe Ziel wie wir.

Der erste Flug bis Amsterdam war gut. Saskia nahm das alles sehr gelassen hin, stellte tausende Fragen (schon vorher beim Check-In und der Sicherheitskontrolle), teilweise ohne sich ernsthaft für die Antwort zu interessieren, guckte ein bisschen aus dem Fenster und auf den Monitor über uns und dann waren wir auch schon da.

In Amsterdam hatten wir dann 2,5 Stunden Aufenthalt – wobei mindestens eine halbe Stunde ja für die Wege von Gate zu Gate drauf geht. Die „Rolltreppen ohne Treppen“ fand Saskia Klasse und rannte im Eilschritt vor uns her – ihren Handgepäck-Koffer hinter sich herziehend (auf dem Foto ausnahmsweise mal ohne Koffer).

Rolltreppe ohne Treppe

Wir fanden das Abflug-Gate in einer sehr entlegenen Ecke, ruhten uns kurz aus, guckten zwei Conni-Filme auf dem Tablet und beschlossen, nochmal in Richtung „Airport-Plaza“ zurück zu laufen, um etwas Zeit zu verbringen. Gegen 9 waren wir wieder am Gate und dort war der nächste Sicherheitscheck schon im Gange. Diesen hatten wir (wie immer in Amsterdam) nicht auf dem Plan und er kostete uns (ebenfalls wie immer) eine Flasche zu trinken (wegen nicht erlaubter Flüssigkeiten im Handgepäck). An anderen Flughäfen, die ich kenne, erfolgt erst die Sicherheitskontrolle, danach kann man auf dem Flughafen einkaufen und die Sachen auch mit an Bord nehmen – in Amsterdam ist der Sicherheitscheck direkt am Gate und da darf dann eben nichts über 100ml mit.

Das Einsteigen ins große Flugzeug dauerte etwas länger, wir gehörten zur dritten von etwa 6 Gruppen, die an Bord durften und so dauerte es nach dem Einsteigen noch eine ganze Weile, bis das Flugzeug endlich abhob.

Diesmal hatten wir jeden einen eigenen Monitor an der Sitzlehne des Vordermanns und Saskia wollte sofort „einen Film gucken“. Ok, Auswahl gab es (auch beim Kinderprogramm) reichlich, nicht alles auf deutsch und nicht alles Saskia-geeignet, aber wir würden etwas finden, doch bis nach dem Start sollte sie doch wenigstens noch warten. Der Start interessierte Saskia nicht sonderlich, der Film irgendwann auch nicht mehr, dann sollte es ein neuer sein, den guckte sie eine Weile, wollte dann wieder was anderes, so zappten wir uns durchs Programm. Irgendwann gab es was zu essen und zu trinken, wir guckten weiter kleine Filmchen („Miffy“ – ich glaube, das Kind wird enterbt!) und ich versuchte, Saskia zum Schlafen zu überreden, was sie erstmal nicht wollte.

Sicherheitshalber gingen wir aber mal zur Toilette, die Saskia dann doch etwas traumatisierte. Ich sollte mit rein, was wegen der Enge nicht ging, dann ging die Falttür automatisch zu (und wenn ich es richtig interpretiere, wird das Licht gedämmt oder geht aus, wenn die Tür dann nicht verriegelt wird, also riss Saskia die Tür hektisch wieder auf (und klemmte mir die Finger ein), ging dann endlich auf Toilette und erschrak sich fürchterlich, als hinterher die Spülung alles laut schlürfend absaugte. Danach war sie erstmal fix und fertig und es dauerte eine Weile, bis sie sich beruhigt hatte. Wir gingen zurück zu unseren Plätzen, tauschten ein paar Mal hin und her bis schließlich Saskia in der Mitte, ich am Fenster und Papa am Gang saß, Saskia malte ein Weilchen, guckte noch mehr Filmchen und schlief irgendwann ein – genau wie der Papa. Nur ich konnte natürlich mal wieder nicht schlafen. Als ich am Einschlafen war, wackelte das Flugzeug gerade derart, dass mein Kopfkino einschlafen unmöglich machte. Also guckte ich „Frozen“ zu Ende, den ich mit Saskia angefangen hatte, bevor sie die Lust verlor, und arbeitete mich durch die Musikauswahl des Bordprogramms. Irgendwann waren alle wieder wach (Saskia wachte heftig zuckend und jammernd auf, was mir Sorgen macht – war das was epileptisches? Oder nur normales Schlafzucken und etwas Danebensein, weil sie sich erstmal orientieren musste?) und irgendwann kam tatsächlich Curaçao in Sicht und wir landeten – reichlich 9 Stunden nach dem Abflug um 13:13 Uhr.

Anflug auf Curacao

Mit dem Aussteigen dauerte es allerdings noch eine Weile und dann dauerte es eine weitere halbe Stunde, bis die riesige Schlange an Menschen endlich ihre Stempel im Pass hatte. Der Kinderreisepass war übrigens kein Problem. Während wir warteten, sahen wir einige Familien mit behinderten Kindern, einige auch im CDTC-T-Shirt, die wir also in den nächsten zwei Wochen sicher noch öfter sehen werden. Die Familie mit den beiden Jungs, die wir morgens gesehen hatten, saß ab Amsterdam schon in der Reihe neben uns.

Curaçao empfing uns mit 32°C und Sonnenschein. Der Flughafen ist winzig und wir fragten uns, wohin die vielen Leute aus dem großen Flugzeug eigentlich alle wollen – soo groß ist die Insel doch gar nicht.

Flughafen Curacao

Wir fanden den Busfahrer, der uns abholen sollte und schließlich den Bus mit etlichen anderen Familien. Hier durften wir erstmal warten, denn es fehlten noch ein paar Leute. Zuletzt fehlte nur noch die Mutter der Jungs – denn der Rollstuhl des Jungen war während des Flugs beschädigt worden und sie versuchte, das zu klären bzw. zumindest schriftlich bestätigt zu bekommen, was nicht einfach war. Der Bus war zumindest klimatisiert und kurz nach 3 fuhren wir endlich los.

Die Straßen waren teilweise ganz schön wellig, Palmen und Kakteen am Straßenrand machten klar, dass wir tatsächlich in einem tropischen Land sind. Es gab unheimlich viele verfallene Häuser und die Gegend an der Straße sah teilweise ganz schön ärmlich aus. Dazwischen gab es immer wieder sehr hübsche, sehr bunte Häuser und selbst Saskia guckte während der ganzen Fahrt müde aber interessiert aus dem Fenster.

Bei Willemstad wurden die verfallenen Häuser etwas weniger (aber auch hier gibt es noch reichlich davon) und die hübschen bunten Häuser mit den bunt blühenden Sträuchern im Garten mehr. Wirklich sehr hübsch.

Blick auf Willemstad

Nach einer reichlichen halben Stunde Fahrt erreichten wir das Hotel, ich wartete mit unserem Gepäck im Schatten, während der beste Ehemann von allen und Saskia ins Gebäude mit der Anmeldung gingen. Es dauerte und dauerte. Inzwischen wurden immer wieder Koffer von anderen Familien auf Wagen geladen und von Hotelangestellten irgendwo in Richtung Zimmer gefahren. Irgendwann kam ein Kleinbus von einem Supermarkt und brachte mir zwei große Kartons mit den vorbestellten Lebensmitteln. Wasser, Saft, Brötchen, Wurst, Käse, Eier, Obst, Gemüse, Nudeln … verhungern müssen wir also erstmal nicht. Ich wartete weiter und nach einer gefühlten Ewigkeit tauchte auch meine Familie wieder auf. Unsere Koffern wurden auf einen Wagen geladen und dann ging es rasant zu unserem Zimmer.

Erster Eindruck hier: Wow! Zweiter Eindruck: Huh, ist das kalt!
Die Klimaanlage funktioniert, aber wir müssen uns noch anfreunden. Ist sie an, ist es eigentlich zu kalt (Hatschi!) und es zieht und es macht Lärm – ist sie jedoch aus, ist es zu warm.

Balkon

Unser Zimmer – oder besser gesagt: unsere Wohnung ist groß (großes Wohnzimmer, großes Schlafzimmer, Küche, Bad und Garderobe) mit großem Balkon vor Wohn- und Schlafzimmer, der direkt überm Meer endet. Wenn ich vom Balkon springen würde, würde ich im Atlantik landen (oder vielleicht auch auf den großen Steinen, die zur Randbefestigung dienen). Sehr eindrucksvoll. Beim Blick nach links sieht man das Delphinzentrum – wir können also vom Balkon aus zusehen, was dort geschieht, beim Blick nach vorn sieht man aufs Meer. Weit entfernt sehe ich jetzt (inzwischen ist es 4 Uhr morgens) ein paar beleuchtete Schiffe am Horizont.

Blick vom Balkon nach Osten

Blick vom Balkon nach Westen

Wir räumten die Lebensmittel ein, ein paar unserer Sachen aus und dann fielen wir erstmal ins Bett. Eine gute Stunde später aßen wir Abendbrot, bevor ich direkt wieder ins Bett ging – ich war zu nichts mehr zu gebrauchen. Mann und Kind gingen noch kurz hinaus in die Dunkelheit (es war wirklich beeindruckend, wie schnell es gegen halb sieben stockdunkel war). Ich werde mir die Welt außerhalb unserer Wohnung heute ansehen. Aber jetzt gehe ich noch für zwei Stunden (oder so) ins Bett. 😉 Mal sehen, wann ich in der hiesigen Zeitzone ankomme.

5 Gedanken zu “Morgens halb 3 in Curaçao

  1. vielesommersprossen schreibt:

    Das habe ich gehofft, dass hier Bericht kommen 😀
    Schön, dass alles geklappt hat, wenn auch nicht ohne Strapazen.
    Freue mich schon auf die Fortsetzungen und wünsche Euch viel Erfolg, Spaß und gute Erhohlung .
    Liebe Grüße

  2. Christiane Shala schreibt:

    Oh wie schön, ihr seid da…….das hört sich alles sehr gut an…ihr seid dann also wohl im Block A……Super Aussicht, da waren wir das erste mal…schöner Blick aufs Meer und dieses Wellenrauschen in der Nacht…..schöner als jede Spieluhr….. wir wünschen euch da eine gute Zeit und gaaaaanz viel Spaß und Freude und wir kommen dann am Donnerstag…..feuen uns schon sehr…..LG

  3. Mitleserin schreibt:

    Danke für den prompten und ausführlichen Bericht, freut mich sehr zu lesen, dass alles bislang soweit gut geklappt hat. Wünsche euch gutes Einleben und „erfolgreichen“ (wenn man das so nennen kann) Aufenthalt. Bin gespannt auf weitere Berichte vom anderen Ende der Welt… 😉

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