Erklärungsnöte

Oft genug haben wir ja den Eindruck, dass Saskia einfach all die „Warums“, die sie in den vergangenen Jahren nicht genutzt hat, aufgespart hat, um sie nun alle auf einmal abzufeuern. Oft genug auch, ohne dass sie ernsthaft an der Antwort interessiert ist (und längst die nächste Frage gestellt hat oder sich mit ganz anderen Dingen beschäftigt, während man versucht, ihr zu antworten). Das ärgert mich besonders dann, wenn ich mir Mühe gebe, ihr etwas zu erklären, was nicht so leicht zu erklären ist. Genauso wie das ständige Fragen nach dem Inhalt eines Films, den sie gerade sieht. Würde sie einfach in Ruhe gucken, wären alle ihre Fragen 10 Sekunden später beantwortet. Aber nein, sie quasselt die ganze Zeit und anschließend haben wir alle nicht mitbekommen, was los war. Sehr anstrengend.

Ab und zu kann man aber mit Saskia auch recht philosophische Gespräche führen, bei denen sie sehr gut bei der Sache ist. – Vorzugsweise dann, wenn eigentlich Schlafenszeit ist, sie aber ganz dringend noch was fragen muss. Oder auch in anderen Situationen, wo ich es gar nicht erwarte. Dann hört sie tatsächlich zu und geht auch auf meine Antworten ein. Was dann wiederum dazu führt, dass ich in Erklärungsnöte komme. (Und bei manchen Fragen natürlich auch den Hintergrund nicht kenne, was es nicht leichter macht.)

Aktuelles Beispiel war (heute beim Abendessen – Saskia und ich waren allein):
„Warum ist die Erdkugel so riesengroß?“
Was antwortet man darauf?
Wir kamen dann darauf, dass auf der Erde ja ganz viele Menschen und Tiere und Pflanzen leben, dass diese Wasser und Luft und Nahrung brauchen und dass das ja gar nicht funktionieren würde, wenn die Erde ganz „miniklein“ wäre. (Aber das ist natürlich eigentlich keine korrekte Antwort auf die Frage. Nur mit Urknall und Co. wollte ich ihr nun auch nicht kommen.) Von da ging es weiter zu anderen möglicherweise bewohnten Planeten, die man nur als winzige Sterne sehen könne, weil sie ganz, ganz weit weg sind, weshalb man auch nicht mal eben nachgucken kann, ob sie bewohnt sind, weil der Weg viele Jahre dauern würde (also viiieel länger als die Fahrt bis zur Oma, die wir nächste Woche besuchen wollen und auch viel, viel länger als der Flug um die halbe Erdkugel als wir bei Kanoa waren). So weit, so gut und sie schien das auch einigermaßen verstanden zu haben. Ihr Fazit war dann allerdings, dass ihre Schule auch ganz weit weg sei.

Das Thema „Entfernungen“ müssen wir wohl bei Gelegenheit nochmal aufgreifen 😉

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