Partytime!

Der beste Ehemann von allen hatte es ja vor ein paar Tagen bereits erwähnt:
Heute feiern wir 2 Jahre Anfallsfreiheit!

2 Jahre! Wahnsinn. Es hat sich sehr viel zum Positiven verändert in diesen 2 Jahren – wir können Saskia inzwischen „einfach mal machen lassen“, ohne ständig hinter ihr herzulaufen und sie von allen potentiell gefährlichen Kanten oder Gegenständen fern zu halten, wir brauchen keinen gigantischen Hilfsmittelfuhrpark mehr, wir können uns mit Saskia unterhalten … wir führen ein weitgehend normales Leben.

Einiges ist natürlich trotzdem anders als normal und je nach Tagesform wurmt mich das mehr oder weniger stark.

Wir beide (also der beste Ehemann von allen und auch ich) gehörten noch nie zu den Menschen mit einem riesigen Freundeskreis – „Sozialversager“ sagen wir gelegentlich scherzhaft zu diesem Thema. Als wir hier in die Kleinstadt zogen und erstmal niemanden kannten, taten wir uns eine ganze Weile schwer mit neuen Freundschaften. Wir hatten nette Nachbarn, die irgendwann Freunde wurden (und die in der Hinsicht so völlig anders sind als wir – unter 20-30 Gästen gibt es dort keine Geburtstagsfeier, bei jeder Party sind neue Gesichter dabei, jede Gelegenheit wird genutzt, um Kontakte zu knüpfen). Als Saskia geboren wurde, gab es neue Bekanntschaften und Freundschaften mit Menschen, die Kinder im gleichen Alter hatten. In den ersten Jahren trafen wir uns sehr häufig, im Kindergarten-Alter wurde es seltener (die Kinder gingen in verschiedene Kindergärten, der Alltag holte uns ein), und das Leben ging irgendwie in verschiedene Richtungen. Saskia konnte mit gleichaltrigen Kindern nicht mehr mithalten und diese konnten mit ihr nichts mehr anfangen. Die Freundschaften blieben irgendwo auf der Strecke. Mit Schulbeginn vergrößerte sich dieser Abstand noch, wir lebten einfach ein völlig anderes Leben als der Rest. Während sich die anderen Eltern gerade Gedanken machen, welche weiterführende Schule ihre Kinder besuchen, fragen wir uns, ob es zu Saskias Schule vielleicht doch eine Alternative gäbe und ob sie an einer anderen Schule (nur welcher?) nicht mehr lernen könnte.

Früher™ haben wir gesagt: „Wenn Saskia irgendwann anfallsfrei ist, dann machen wir eine große Party!“ Tja. Heute weiß ich gar nicht, mit wem wir feiern sollten – das ist dann leider der Wermutstropfen an diesem schönen Tag. Es wird wohl Zeit, neue Kontakte zu knüpfen … ich weiß nur noch nicht, wo und wie.

11 Gedanken zu “Partytime!

  1. Mitleserin schreibt:

    Dann feiern wir hier eine virtuelle Party 😉 Freue mich riesig für euch! Schönes neues Layout übrigens. Schönes Wochenende für euch drei! Muss jetzt „Bibi Blocksbergs Hexenkugel“ spielen… 😁

  2. Ich würde mitfeiern, geht ja leider auch nur in Gedanken … es ist sooo weit weg.
    Ich freu mich so sehr über all die Fortschritte und über 2 Jahre anfallsfrei!

    Es ist ein trauriges Thema, mit einem behinderten Kind ändert sich tatsächlich viel bei Freunden, teilweise bei uns sogar innerhalb der Familie. Wir können nicht mehr so …. es braucht mehr Planung etc. Das kennt Ihr ja auch. Manchmal denk ich auch es liegt sehr viel an uns. Ich tu mir schwer stundenlang „small talk“ zu führen. Ich bin nicht mehr so spontan „fröhlich,frei“ wie noch vor ein paar Jahren …. Michaels Freundeskreis ist in Österreich, doch auch da haben wir gespürt, dass es schwieriger wurde, wegen Robert. Ab und zu finden sie ihn ganz nett, und dann kommt es doch zu solchen Sätzen: „Ich feiere meinen 50igen. Da könnt ihr ja wahrscheinlich eh nicht kommen, ist ja so kompliziert mit Robert wenn er immer seine Ordnung haben muss, oder?“
    Ich bin müde geworden ständig zu erklären, die Blicke auszuhalten ….

    Ihr beide seid nun aber einiges jünger, ich würd Euch schon Freunde wünschen, die ihr öfter seht und die auch von Herzen bei einer Party mitmachen die so viel Glück bedeutet ! Wie gesagt, wenn es näher wäre … ja, ich wäre gerne dabei!
    liebe Grüsse
    Elisabeth

  3. Ritterspott schreibt:

    Auch von uns ganz liebe, dicke Glückwünsche! Das hätte ich damals, bei der ersten Nachricht, nicht zu träumen geschweigedenn hoffen gewagt. Wir sind weit weg, sicher, aber mit den Gedanken sehr oft bei euch. Und irgendwann schaffen wir es auch noch in die Kleinstadt in der Nähe der großen Stadt. 🙂 Bis dahin viele liebe Grüße aus der kleinen Großstadt.

  4. Was für ein toller Anlass zu einer Party:-) mit oder ohne viel Gäste!!!!
    Ich lese schon eine Weile mit und es ist einfach unglaublich welche Enwickung Saskia gemacht hat!
    Schrumpfender Freundeskreis gehört wohl bei vielen zum Leben…

  5. geologenkinder schreibt:

    Das ist so schön 🙂 Ich freue mich mit euch obwohl ich euch eigentlich nicht kenne. Toll. Wenn wir um die Ecke wohnen würden, wäre ich mit all meinen Kindern gekommen, da hättet ihr schonmal ein paar Gäste gehabt.

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