Guter Geschmack, mein Kind!

Neulich im Hort meinte einer von den Betreuern, sie wollten am nächsten Tag mit den Kindern der anderen Hortgruppe ins Kino gehen und eventuell noch 2-3 Kinder aus Saskias Gruppe mitnehmen. Wir unterhielten uns kurz und ich erwähnte, dass Saskia noch nie im Kino war. Früher wäre es schlicht nicht gegangen, dann hatte Saskia lange Zeit kein Interesse an Film und Fernsehen und inzwischen könnte man wahrscheinlich, aber … es ergab sich schlicht und einfach noch nicht – auch deshalb, weil mich die meisten Kinderfilme (für Saskia) derzeit nicht wirklich begeistern.

„Aber, wenn Sie das machen wollen, dann nehmen Sie sie ruhig mit.
Welcher Film läuft denn?“

„Spongebob.“
Okaaayyyy … das wäre jetzt nicht unsere erste Wahl gewesen, aber wenn’s sein muss …

Am nächsten Tag:
„Saskia wollte nicht mit ins Kino. Sie sagte, das sei doof.“ 😉
Und ich hatte schon gefürchtet, sie findet Gefallen an komischen gelben Schwämmen und wir müssen künftig irgendwelchen Merchandise-Kram kaufen. Danke, dass uns das erspart geblieben ist.

Vielleicht gucken wir uns demnächst ja „Shaun, das Schaf“ im Kino an. Die kurzen Filme kennt und mag Saskia – auch wenn sie mit Sicherheit nicht alles versteht und auch vom Graphischen ist mir das Schaf deutlich sympathischer.

12 Gedanken zu “Guter Geschmack, mein Kind!

  1. Ja, guter Geschmack! Ich „leide“ nämlich hier gerade am fürchterlichen Geschmack vom Robert, der seit kurzem genau dieses komische gelbe Ding mag … grrrrrr……
    Ich bin froh, dass er nicht weiss, dass es da auch noch einen Kinofilm gibt. … das Schaf könnte auch ich mir noch eher vorstellen. Mal sehen wann wir wieder ins Kino gehen. Ein paar Mal haben wir es schon ausprobiert, beim letzten Mal blieb er aber auch wieder nicht bis zum Ende sitzen … was dann? Einer schaut den Film fertig, der andere läuft mit dem Kind draussen rum. Doof, oder?
    Ich wünsch Euch einen schönen Sonntag
    hier scheint schon die Sonne
    Elisabeth

  2. geologenkinder schreibt:

    Exellenter Geschmack würde ich sagen. Ich war mit meinen Kindern zu jenem Film im Kino – nie, nie, niemals nie wieder, sowas hohles hab ich noch nie im Kino gesehen (und dabei war die Werbung zum Film gar nicht so schlecht…..das waren leider auch die besten und witzigsten Szenen).

    • Das ist ja leider häufig so, dass in der Werbung die besten Szenen gezeigt werden.

      Ich kenne Spongebob de facto gar nicht – halt nur von Bildern oder wenn man mal entsprechende Spielzeuge sieht und da finde ich die Figuren einfach so hässlich und scheinbar auch das Drumrum (aber das kann ich nicht wirklich beurteilen). Allerdings hätte ich behauptet, Saskia kennt es gar nicht, woher auch? Aber selbst wenn ihre Ablehnung eher zufällig war, mir ist es recht 😉

  3. Melanie schreibt:

    Ich bin entsetzt wie hier Vorurteile gefällt werden und man dann noch Stolz drauf ist. Ich finde den Schwamm Nervig, die Geschichten sind skurril aber friedlich. Mir muss(ste) nicht gefallen was der Sohn gucken wollte. Und das Saskia zu was neuem Sagt das es doof ist (ohne es zu kennen), da verstehe ich ihren Jubel noch viel weniger. Aber wahrscheinlich müssen Eltern von besonderen Kindern im Alltag schon soviel erdulden das das aushalten vom des Kindes eigener Meinung zuviel wäre und darum gar nicht ziel ist das es mal eine solche Bekommt. Sie lassen Saskia ja auch an der schule an der es anscheinend so einiges gibt was nicht ok ist.. Der Schocker war das Pürierte Frühstück als es ihr noch schlechter ging und seit es ihr besser geht .. war ja mehr. Das Schwimmen? Ich weis es nicht… so wie hier Saskia zitiert wird denke ich schon das sie mit der richtigen Förderung viel des versäumten aufholen kann, und sicher auch lesen schreiben usw erlernen könnte. Ihre derzeitige Schule wird sich aber soviel Mühe kaum machen fürchte ich.

  4. Hallo Melanie
    Nun eine Antwort von einer Mama, die auch ein schwerbehindertes Kind hat … Robert hat diesen Schwamm entdeckt und würde ihn oft anschauen! Ich bleibe bei meiner Meinung!
    Wir lassen unser Kind diese Filmchen fast nicht sehen! Dieser Schwamm ist nicht nur skurril, sondern überhaupt nicht sinnvoll für irgendeine Entwicklung die meinem Kind gut tun würde ….
    Unsere älteren Kinder (aus denen „etwas“ geworden ist, die teils schon eigene Kinder haben) schauen sich weder den Film noch die Filmchen im Fernseher an ….
    Ich kann nicht verstehen, wieso Sie „entsetzt“ sind wenn Eltern etwas nicht fördern, ins Leben des Kindes lassen wenn wir als selbst denkende, beurteilende Erwachsene da Entscheidungen treffen?! Es hat mir Voruteile fällen gar nichts zu tun, weder bei Grau-Grün-Gelb noch bei mir.
    Ich nehme mir auch bei meiner fast 16jährigen das Recht zu so manchen Dingen „nein“ zu sagen, ich fühle mich sogar verpflichtet das zu tun. Sie ist auch in diesem Alter noch nicht für alles reif genug …. Gegen den Film mit dem Schwamm hat sie sich selber entschieden und einen anderen Film im Kino angeschaut …. 🙂
    Ja, Ihre Aussage „dass Eltern besonderer Kinder“ viel aushalten müssen ist richtig! Mit unseren vier älteren Kindern lief das Leben, die Kindergartenzeit, die Schulzeit, das Studium etc. tatsächlich völlig anders … oftmals sehr viel leichter!
    „Erdulden“ tun wir wenig. Ein bisserl weiss ich auch, dass Saskias Eltern das nicht tun. Hier in unseren Blogs sind „nur“ Einblicke in die Öffentlichkeit getragen worden. Oh, ich kenne Saskia persönlich und WEISS genau, dass sie eine eigene Meinung hat … und nun wieder zurück in mein Leben. Mein Kind hat eine mächtige eigene Meinung! Viele Eltern behinderter Kinder müssen da mehr aushalten als mit „normalem“ Kind. Kann ich beurteilen, siehe oben. Mama von 6 Kindern, Oma von 4 Kindern, die älteste Enkelin ist 18 Jahre alt!
    Leider ist beim behinderten Kind manchmal die eigene Meinung so … sagen wir mal verdreht … dass es da auch gleich wieder, mit mehr Aufwand für die Eltern was zu tun gibt.
    Wissen Sie was mir vor kurzem passiert ist? Weiss auch nicht warum ich mir Sie nun wie die Dame letzens im Supermarkt vorstelle … Mein seit gestern 14jähriger schwerbehinderter Autist hat sich sehr aufgeführt mitten unter den anderen Menschen. Er war der Meinung, dass er sich nun sofort und unbedingt 3 Heftchen kaufen muss … auf des Vaters Vorschlag eines der 3 auszusuchen ging er nicht ein. Seine Meinung war laut, war voller Argumente, das kann der behinderte Sohn. Viele schauten schon, der Sohn wurde laut und wilder … und dann kommt eine Dame und sagt: „Zum schämen, wie schlecht dieses Kind erzogen ist! Das ist eine Belästigung, was sind SIE nur für Eltern!“ Ihr Blick zum Kind war verächtlich, das Kind, da Autist verstand gar nichts und musste kreischend vom Vater aus dem Supermarkt gezogen werden.
    Der Sohn kann nicht lesen, die Heftchen waren Teenager-Zeitungen, wir werden auch in Zukunft nicht bereit sein ihm seine Meinung zu lassen. Die hörte sich so an: „Ich bin ein Teenager, ich will auch mal so was lesen! etc.“
    Ach ja, zu den Schulen für behinderte Kinder …. Wenn Sie da hilfreiche Tipps haben, bitte gern auch auf mein Blog erzählen …. Was wir da nicht schon alles erlebt haben! Und doch MUSS der Sohn auf einer Schule zur geistigen Förderung bleiben ….. Wissen Sie, wir haben nun schon sieben Jahre immerwieder das Gefühl, dass DIE sich dort keine Mühe machen … und dann kommt eine tolle Lehrerin und wir sehen: „Ah, so haben wir es uns vorgestellt, das ist gut!“ Ich weiss, ich klinge nun sarkastisch, das hat sich so in mein Leben geschlichen seit ich ein behindertes Kind habe … Wissen Sie, wenn SIE wirklich mitten in dieser Lebenssituation stecken würden, dann käme es nicht zu solch einen Kommentar bei Saskias Mama!
    Ich kann Ihnen leider auch gar nicht abnehmen, dass sie um irgendetwas für Saskia „fürchten“. Ich lese, dass Sie hier schon lang mitlesen, warum kommt es dann zu solch einen schwammigen Kommentar von Ihnen?
    Saskia-Mama, weiter so … Ihr macht es so gut, Ihr gebt Euer Bestes … Wir können ja auch nichts dafür, dass die Mitmenschen, die Gegebenheiten oftmals so gegen uns sind, so viel Kraft von uns Eltern fordern.

    Nun noch eine Zusatzfrage vom Robert-Papa an die anonyme Kommentatorin „Melanie“
    „Haben Sie sich schon um behinderte Kinder gekümmert? Z.B. als Begleitung ins Kino, zum Schwimmen etc.? Waren Sie schon mal bei einem Elternabend in solchen Schulen? Wenn „ja“, dann wäre es toll, wenn Sie uns die Erfahren und all die guten Tipps weitergeben. Wir sind dankbar für Alles was Sinn macht ….!“ Aber auch da bilden wir uns unsere Meinung selber!

    Elisabeth und Michael

  5. Da ich mich, ob meiner guten Erziehung, Melanie gegenüber eines Kommentars enthalte, unterschreibe ich mal bei Elisabeth!

    Btw. Ich habe zwei nicht behinderte Söhne, die ab und an Spongebob gucken. Allerdings kennen sie meine Meinung zu diesem Quatsch und ich würde ihnen niemals auch noch Kinogeld DAFÜR geben!

    Zu jeder guten Erziehung gehört auch das Durchsetzen gegen die abertausend Wünsche der eigenen Kinder, egal ob das Kind behindert ist oder nicht und auch, wenn es manchmal schwer fällt.

  6. Ritterspott schreibt:

    Hm, vielleicht bin ich zu sehr Wissenschaftler, um die Argumentation von Leserin Melanie zu verstehen, aber wenn Saskia sagt, dass sie etwas nicht sehen will, obwohl sie es gar nicht kennt, hat sie dann nicht eine eigene Meinung? Sollte graugrüngeld sich darüber dann nicht freuen? Und der beste Ehemann von allen gleich mit?

    Ansonsten stimme ich der Ansicht zu, dass kein Kind für eine positive Entwicklung Spongebob kennen respektive mögen muss. Ich habe die Comictrends meiner Kindheit komplett verpasst, weil ich in einem Entwicklungsland lebte und nicht mal Fernsehen hatte (ja, das kann man überleben, glaubts mir!). Bei meinem ersten Kinobesuch war ich 11. Ich konnte also nie mitreden, nicht in der Schule, nicht im Studium und auch heute nicht unter Kollegen, wenn es wieder um Captain Future etc. geht. Hat mir nie geschadet, im Gegenteil. Ich war ein bisschen Außenseiter und konnte darüber sehr gut lernen, zwischen oberflächlicher Beliebtheit bzw. Akzeptanz und wirklicher Freundschaft zu unterscheiden. Mehrere meiner Bekannten (wir erkennen uns am Blick) haben ähnliches erlebt, sind daran genauso gewachsen wie ich und heute glückliche, selbstbewusste Menschen.

    Die Angst, dass ein Kind den Anschluss verliert, wenn es nicht solchen Trends folgt, keine Markenklamotten trägt, nicht so ist wie die große Mehrheit, ist meines Erachtens unbegründet; wenn es entsprechend Unterstützung und Förderung der Eltern erhält. Ich habe bei meinen Kindern keine Angst. Angst ist die Furcht vor dem Unbekannten.

    Mein Vater hat mir regelmäßig vorgelesen, Karl May (nahezu alle Bände), Momo, Die unendliche Geschichte, Jules Vernes… Mit unterschiedlichen Stimmen. Mein Kino war im Kopf. Das fördert Kreativität und Fantasie. Spongebob und andere Figuren sind Fantasie, sie lassen aber wenig Platz für eigene Kreationen. Die ganze Welt dieser Produkte ist vorgegeben, Zugang erfolgt über den Konsum. Ein schönes Gegenbeispiel ist Bernd das Brot nach Sendeschluss. Nur Bernd und seine Stimme – lässt genug Raum für den kindlichen Geist.

  7. Melanie schreibt:

    Also ich heiße Melanie, ganz so in echt. Hab hier auch meine ganz echte Mailadresse angegeben, habe aber nun mal keine Website und keinen Blog. Das mal vorweg. Das sich hier alle furchbar auf den Schlips getreten fühlen.. gut kann ich nachvollziehen. Sie dürfen mich auch gerne für eine besserwisserische neunmalkluge Person ( sie können auch gerne im Kopf hier fiese Schimpfnamen einfügen nach belieben) halten.

    An die Kommentatoren, vor allem bezüglich was ich so im Supermarkt wohl gesagt hätte.. Nix…, hab selbst einen Sohn der wahnsinnig gut darin war eine Szene zu machen. Ich bin, auch wenn sie mir das sicher nicht glauben, keineswegs eine Kinderhassende böswilige Person.

    Auf der Seite von Saskias Papa wird lang und breit erklärt wieso Medikamente nur sehr sehr vorsichtig abgesetzt werden sollen, aber gleichzeitig geben sie ihr Kind in einer Schule in Obhut die offensichtlich krasse Mängel hat??? Das finde ich schon echt hm bedenklich…. Und es ist ja nicht so als das man mit gesunden Kindern immer die Wahl hat wo die Kinder beschult werden.

    Hetzen und Stänkern sie ruhig ein bisschen über mich. wenn sie meinen Ich rege mich unnötig auf, weil die Schule in echt akzeptabel ist, fein dann vergessen sie den Besserwisser-Kommentar, wenn Sie aber zweifeln… naja dann sollten sie vielleicht mal gucken ob es nicht doch anders geht.
    Konkrete Vorschläge die Situation zu verbessern kann ich schlecht machen, schließlich weiß ich nicht in welchem Ort sie Wohnen. Aber die Frage war ja auch eher rhetorisch.

    Wegen des Kinos und was und wie Saskia guckt, gucken will und nicht… ja da haben sie recht das werden sie schon noch herausfinden, dazu hätte ich besser geschwiegen.

    Ach ja auch der Vorwurf verschwunden zu sein..nett… es gibt ein leben außerhalb der Internets… in HD. Da gehe ich nun wieder hin, lösche auf dem Weg das lesezeichen.. dann muss ich mir nicht mehr regelmäßig auf die Zunge beißen und gut ist.

    • Also, ich habe kein Interesse, irgendwem fiese Schimpfnamen zu geben und möchte auch weder hetzen noch stänkern – ich sehe einiges anders und habe dazu auch etwas geschrieben, aber das war’s dann auch mit Aufregung. Auf die Zunge beißen muss sich deshalb niemand, glaube ich.

      Die Frage nach der Verbesserung der Schulsituation war nicht ganz so rhetorisch. Ich sehe nämlich tatsächlich keine Alternativen. An einer normalen Grundschule ginge Saskia schlicht unter. Selbst mit Schulbegleitung, die wir momentan aber eh‘ nicht haben. In räumlich erreichbarer Nähe gibt es zwei Förderschulen (beide mit anderem Förderschwerpunkt, nämlich geistige Entwicklung, statt körperlich-motorische Entwicklung, die wir jetzt haben). Eine davon laut Berichten anderer Eltern und nach unserem persönlichen Eindruck ziemlich gut, aber nicht für uns zuständig (da anderes Bundesland). Hier hätten wir, wenn wir sie trotzdem in Anspruch nehmen wollten (und sie Saskia nehmen würden), das Problem, dass wir Saskia täglich selbst bringen und holen müssten und außerdem die Betreuung zu früh enden würde. Die andere Förderschule (ebenfalls „G“) ist die eigentlich zuständige. Diese bietet leider nur Halbtagsbetreuung (8-12:30) und keinerlei Therapien – das würde bedeuten, dass ich meinen Job aufgeben müsste (ich habe ca. 60 Minuten einfachen Arbeitsweg, da blieben mir dann gerade noch 2 Stunden Arbeitszeit) und die Nachmittage damit verbringen dürfte, Taxi für mein Kind zu spielen, um sie von Therapie zu Therapie zu fahren. Das ist für mich keine Alternative. Alle anderen Förderschulen sind entweder zu weit entfernt, im falschen Kreis oder haben den falschen Förder-Schwerpunkt.

      Ich bin nicht mit allem einverstanden, was an Saskias Schule geschieht, aber die „krassen Mängel“ sehe ich so nun auch nicht – auch wenn es immer wieder Situationen gibt, wo ich am gesunden Menschenverstand einiger Mitmenschen zweifle (aber ist das nicht überall so?). Warum einige der Lehrkräfte und Therapeuten offenbar so große Angst vor Saskias Epilepsie haben, weiß ich leider nicht, wir versuchen jedenfalls, sie zu vermindern.

      Das pürierte Essen ist allerdings längst vom Tisch (buchstäblich) und das hat mich zwar sehr geärgert, war aber letztlich der Angst und Verunsicherung geschuldet. Schwimmen findet inzwischen halbwegs regelmäßig statt, nach Reittherapie haben wir jetzt nicht mehr gefragt. Medikamente bekommt Saskia übrigens morgens und abends daheim – damit hat die Schule nichts zu tun.

  8. Catarina schreibt:

    Wenn man so ein krankes Kind hat, kann man nicht immerzu auf seiner Arbeit bestehen.
    Es herrscht bei Ihnen kein finanzieller Mangel.
    (Ich lese einige Wochen mit.)
    Sie behaupten regelmäßig, sie müssen Arbeit haben, um nicht geistig abzubauen.
    Gut.

    Was ist denn mit dem Kind?
    Das Kind wird vielleicht nie eine 100%-tige Chance bekommen, geistig aufzubauen, wenn sie nicht umdenken.
    Saskia ist zu 100 % von ihnen abhängig.
    Wenn sie ihr nicht diese wichtige Chance geben, dann Niemand.

    Gesunder Egoismus ist gut.

    Doch Saskia ist 9, die Zeit rennt.
    Sie hat genau noch 7 Jahre, um sich so weit zu entwickeln, dass sie vielleicht, eine Lehre anfangen könnte. ?
    Möglich wäre es.
    Oder?

    Es geht aus ihren Posts nicht hervor, was möglich ist oder nicht, da fehlt mir der Einblick.

    Wenn sie nicht JETZT!!!!!, wo Saskia seid diese fabelhafte Entwicklung zeigt, optimal gefördert wird, dann vielleicht niemals mehr. Und die Schule, dieses erwähnen sie immer wieder, ist nicht optimal.

    Den Schulwechsel haben Sie, so wie Sie es schreiben, allein in der Hand.
    Denn es unterstützt sie Niemand dabei.

    Sicher haben sie es viel schwerer, als Irgendjemand es ermessen kann.

    Aber Fakt ist doch eines, so wie Ihre Lebenssituation im Moment aussieht, können nur sie allein dafür sorgen, dass Saskia in eine bessere Schule kommt.

    Auch die Reduktion der Medikamente, die Ihr Kind allesamt zusätzlich geistig schwächen, liegt bei ihnen.

    Irgendwie sind Sie aber darauf aus, alles auf dem augenblicklichen Level zu halten um kein Risiko einzugehen.

    Und Saskia?

    Wenn sie weiter die hohen Dosen Medikamente schlucken muss, bekommt sie nie ihr Gehirn frei.

    Sie kann ihren Geist nur entwickeln, wenn sie nicht tagtäglich derartig ruhig gestellt wird.

    Leider kenne ich mich mit derartigen Medikamenten etwas aus.

    Haben sie nicht alle samt und sonders bei der Langzeitanwendung das Hirn geschädigt und zu Demenz geführt? Es gibt viele Berichte darüber im Netz. Mein Bruder ist Epileptiker.
    Leider mussten wir uns mit dem Thema beschäftigen.
    Ich glaube, meinem Bruder ging es zeitweise ähnlich schlecht wie Saskia.
    ich war noch ein Kind, genau kann ich mich nicht erinnern, aber vieles kommt mir doch bekannt vor.
    Heute ist er erwachsen und selbständig in einer eigenen Wohnung mit einem eigenen Job und eigenem Einkommen.
    Ich denke, das war ein langer Weg. Besonders für meine Eltern.

    Ich würde mir sehr viel Mut für sie wünschen.

    Und vielleicht die Stärke, ihre Arbeit ein paar Jahre einzustellen, damit Saskia noch besser gefördert wird.

    Eigentlich habe ich kein Recht, so etwas zu sagen – ich weiß.

    Ich sag es trotzdem.

    • Ich habe lange überlegt, ob ich auf diesen Kommentar antworte – ich möchte ihn aber doch nicht einfach so im Raum stehen lassen.

      Meine Arbeit ist mir wichtig, da haben Sie Recht. Dennoch ist die Arbeit nicht der einzige Grund, die Schule nicht zu wechseln. Ja, die Betreuungszeiten spielen eine Rolle, aber nicht die einzige.

      Ein anderer und wirklich wesentlicher Grund ist, dass ich schlicht und einfach keine bessere Schule für Saskia wüsste. An einer normalen Grundschule würde sie untergehen. Das wäre denkbar gewesen, wenn sie vor 3 Jahren so fit gewesen wäre wie sie heute ist oder wenn sie heute als Erstklässlerin einsteigen könnte, aber nicht in einer regulären dritten Klasse (und etwas anderes ist nach deutschen Schulgesetzen nicht möglich).

      Bliebe also eine andere Förderschule. Seh- oder Hörgeschädigt ist Saskia nicht, also bliebe als Förderschwerpunkt „L“ (=Lernen), „G“ (Geistige Entwicklung) oder eben „K“.(Körperliche und motorische Entwicklung)

      Die einzige mir bekannte Förderschule mit Schwerpunkt „L“ in unserer Nähe hat vor wenigen Jahren ihre Pforten geschlossen. Die Schüler werden jetzt inklusiv in der Grundschule beschult, die Förderschullehrer haben dort einige wenige Zusatzstunden pro Woche, in denen die (normalgroße) Klasse dann eben von zwei Lehrern unterrichtet wird oder bestimmte Kinder einzeln gefördert werden. Wenn man den Betroffenen glaubt, kein optimaler Zustand. Zuwenig individuelle Förderung, zuviel Ablenkung.

      Die für uns zuständige Förderschule (bei der ich kein sooo gutes Gefühl hätte) und die Förderschule, die räumlich am nächsten gelegen wäre, haben den Schwerpunkt „G“. Ich kenne Familien, deren Kinder letztere Schule besuchen und die von dieser Schule begeistert sind. Allerdings hat keines der Kinder eine vergleichbare Behinderung und dass das geistige Niveau (und die entsprechende Förderung) an einer G-Schule höher ist als an der K-Schule, wage ich dann doch zu bezweifeln.

      Bleibt dann eben doch die Förderschule „K“ und da ist uns dann tatsächlich die integration bzw. Inklusion im Weg. Da immer mehr Kinder inklusiv beschult werden, wenn sie eben „nur“ körperlich behindert sind, bedeutet das eben auch, dass die meisten Schüler, die trotzdem an der Förderschule bleiben, sehr stark behindert sind. In Saskias Klasse ist das (nach meinem subjektiven Empfinden) besonders ausgeprägt, es gibt aber in ihrem Jahrgang nur diese eine Klasse mit derzeit 7 Schülern und weder eine Parallelklasse, in die sie ggf. wechseln könnte noch eine (in zumutbarer Zeit) erreichbare andere K-Schule.

      Wie sieht die Alternative also aus?


      Was die Medikamente angeht: Wir sind ganz sicher nicht begeistert, dass Saskia jeden Tag einen heftigen Medikamenten-Cocktail zu sich nimmt. Wir wissen aber aus jahrelanger Erfahrung, dass die Anfälle ebenfalls heftige Schäden anrichten können. Wir geben ihr die Medikamente nicht zum Spaß, aber nach 6 Jahren, in denen wir anfallsmäßig durch die Hölle gegangen sind, schleicht man auch nicht „mal eben“ ein Medikament aus. Wenn es schief ginge und die Anfälle wieder begännen, wäre es nämlich höchstwahrscheinlich leider nicht damit getan, die Dosis wieder zu erhöhen, sondern wir würden wieder von vorn beginnen, nach einem wirksamen Cocktail zu suchen – nur dass die Auswahl an Medikamenten sich weiter verkleinert hätte.

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