Nächtliche Folter

Eine Zeit lang schlief Saskia recht ruhig – ich habe sogar überlegt, ob wir das Nachtlicht im Flur nicht weglassen können, weil sie sich das nächtliche Rumgeistern doch ziemlich abgewöhnt hatte. Neuerdings ist das allerdings wieder anders: Meist steht sie nochmal auf, kurz nachdem wir das Zimmer verlassen haben und geht auf Toilette – wo sie kurz zuvor war. Oft hören wir sie noch, wenn sie Bücher ansieht und dabei erzählt. Neuerdings hat sie ihr Spielzeug-Klavier „entdeckt“, klimpert darauf rum und singt dazu – abends um halb zehn. Einerseits nett, andererseits wäre es noch schöner, wenn sie das tagsüber machen würde.

Auch am Mittwoch Abend war sie recht aktiv. Erst dies, dann das, irgendwann sprach der beste Ehemann von allen ein Machtwort und es wurde ruhiger … mitten in der Nacht (es dürfte zwischen 3 und halb 4 gewesen sein) wurde ich wach und hörte Saskia im Flur rumgeistern und irgendwann auch wieder ins Bett gehen. Ich döste wieder ein – bis es im Kinderzimmer rumpelte und ich wieder wach wurde. Endgültig wach war ich dann um 4:10 Uhr. Ich hörte Saskia relativ laut im Kinderzimmer erzählen. Also ging ich rüber, fand sie im Bett sitzend bei voller Beleuchtung mit einem Buch in der Hand. „Das große Wimmelbuch der Tiere“ (das hat sie laange nicht mehr angesehen). Sie zählte die am Seitenrand abgebildeten Tiere im Wald (1-30) und beschwerte sich, dass Nummer 31 fehlt. Das ist ja wohl nicht dein Ernst, Mausekind! Es ist mitten in der Nacht. Schlafenszeit! Also Buch zur Seite gelegt, Kind zugedeckt, Gute Nacht gesagt, Licht aus und wieder ins eigene Bett. Eine Viertelstunde später hörte ich: „Maaaaamaa!“ Ich ging also rüber, fand Saskia – wieder bei Licht – mit dem vorhin weggelegten Buch in der Hand. Sie streckte mir das Buch hin, damit ich es weglegen kann. grrr – das hatten wir doch erst. Und außerdem kannst du das auch allein, geholt hast du dir das Buch ja eben auch selbst. Also nochmal … Buch ins Regal gelegt, Kind zugedeckt, Gute Nacht gesagt, Licht aus und wieder ins eigene Bett. Mit dem Schlafen war es dann allerdings erstmal für lange Zeit vorbei und ich fühlte mich am nächsten Morgen (und den gesamten gestrigen Tag) wie gerädert. Schlafentzug ist wirklich Folter.

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