(Unbemerkte) Entwicklungen

Vor einer Woche hatten wir wieder einmal einen Termin im SPZ – zur etwa halbjährlichen Kontrolle.

Die Orthopädin war mit Saskias Füßen relativ zufrieden, auch wenn die großen Zehen leider den Trend haben, sich nach innen zu drehen, was langfristig wohl zum Hallux Valgus führen kann. Sinnvoller als Einlagen findet sie aber – gerade in der warmen Jahreszeit – Barfußlaufen und ausreichend weite Schuhe. Wir verzichten also erstmal auf Einlagen und werden zum Herbst hin mal sehen, ob Saskia dann wieder welche bekommt. Das finde ich ganz gut, denn im Sommer hat Saskia ohnehin nur selten Schuhe mit Einlagen getragen.

Die Kinderärztin war von Saskia total begeistert, allerdings hatten wir auch diesmal das Gefühl, sie hatte nicht alle Entwicklungen „auf dem Schirm“ – obwohl sie Saskias komplette Krankengeschichte auf dem Monitor vor sich hatte. Diese Ärztin ist die einzige, die Saskia wirklich von kleinauf kennt – das erste Mal waren wir bei ihr, als Saskia ein paar Monate alt war, viel schrie und sich nach hinten durch bog – mit dem Verdacht auf eine Atlas-Blockade wegen der Schwierigkeiten bei der Geburt. Sie ist also die einzige Ärztin, die Saskia aus der Zeit vor Beginn der Epilepsie kennt (unser damaliger Kinderarzt lebt leider nicht mehr). Deshalb war mir ihre Meinung immer wichtig, momentan habe ich aber das Gefühl, dass die Termine nicht mehr sooo viel bringen. Mal sehen, wie wir in Zukunft weiter machen.

Ebenfalls vor einer Woche endete unsere Therapiepause bei der Logopädin. Diese hatte ja vor Weihnachten vorgeschlagen, 3 Monate Pause zu machen, damit sich die erlernten Sachen erstmal festigen können und Saskias Sprache sich vielleicht auch ohne ständige Therapie weiter entwickeln kann. Inzwischen spricht Saskia zumindest mit uns ja durchaus viel und auch in relativ langen und oft grammatikalisch richtigen Sätzen, die Aussprache ist aber nach wie vor gewöhnungsbedürftig und für Fremde sehr schwer zu verstehen. Große Fortschritte konnte ich da auch in den vergangenen Monaten nicht erkennen. Allerdings ist das ohnehin schwierig, denn ich sehe und höre Saskia ja täglich, da fallen Entwicklungen meist nicht so deutlich auf.

Die Therapeutin begann nach der langen Pause mit einer Bestandsaufnahme und wiederholte den Test, den sie genau ein Jahr zuvor mit Saskia gemacht hatte. Im vorigen Jahr hatten sie dazu zwei Therapiestunden gebraucht, diesmal schafften sie es in einer, weil Saskia schneller und besser mitarbeitete. Das war schon mal positiv. Außerdem hat sich die Aussprache einiger Laute im direkten Vergleich dann doch deutlich verbessert – auch wenn sie trotzdem nicht unbedingt korrekt ist. Beispielsweise hat Saskia vor einem Jahr statt „Rock“ etwas ähnliches wie „Hott“ gesagt, inzwischen sagt sie „Nott“ („R“ und „K“ sind nach wie vor problematisch) und das sei laut Logopädin ein Fortschritt. Bei einigen Worten höre man auch, dass sich da ein „R“ entwickle – das hatten wir am Abend zuvor tatsächlich auch festgestellt, als Saskia zum ersten Mal wirklich etwas sagte, was wie „Brot“ klang. Eine Entwicklung ist also da, es dauert eben.

Eine andere Entwicklung fand ebenfalls in Saskias Mund statt. Beim Picknick bei unserem Osterspaziergang am Montag beschwerte sich Saskia, sie hätte schon wieder einen Wackelzahn. Als ich in ihren Mund sah, war dort allerdings lediglich eine blutige Stelle und eine Zahnlücke (wo sich eigentlich Zahn Nummer 84 befinden sollte), aus der eine kleine Ecke des neuen Zahns (Nummer 44) guckte.

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