Die Bahn kommt … nur wann?

Vor längerer Zeit hatten wir geplant, dass meine Mutti uns morgen besuchen kommt und bis Mitte nächster Woche bleibt. Dann sollte Saskia mit der Lebenshilfe ins lange Wochenende fahren, meine Mutti würde nach Hause fahren und ich würde mir mit dem besten Ehemann von allen ein gemütliches Wochenende machen.

Nebenbei gibt es für meine Mutti und uns noch einen gemeinsamen Termin morgen Nachmittag. Dazu vielleicht später mehr (je nach Verlauf 😉 )

Dann erfuhren wir von der Lebenshilfe, dass man leider vergessen habe, uns zu benachrichtigen und Saskia (ebenfalls leider) nicht mit zur Wochenendreise könne. Hmm … doof. Aber nicht zu ändern, eine Garantie, dass es mit den Kurzzeitpflegeterminen tatsächlich so klappt, wie im November fürs ganze Jahr beantragt, gibt es leider nicht. Bei den anderen Reisen (September, Oktober und November) stehe Saskia aber auf der Teilnehmerliste – immerhin etwas.

Glücklicherweise hatten wir für uns Eltern diesmal noch keinen Wellness-Urlaub geplant und der beste Ehemann von allen beschloss kurzerhand, mich mit so netten Sachen wie „Arbeitszimmer aufräumen“ (hust) und „Steuererklärung machen“ allein zu lassen, das lange Wochenende mit Saskia bei Oma und Opa in Thüringen zu verbringen und damit Saskia einen Wunsch zu erfüllen, der an normal-kurzen Wochenenden eher schwer zu erfüllen ist.

Als nächstes drohte Herr Weselsky mit Streik. Das nahm ich erstmal nicht weiter ernst und dachte, so schlimm wird es schon nicht werden. Meine Mutti war noch immer wild entschlossen, uns am Wochenende zu besuchen und überlegte, vielleicht doch schon am Donnerstag oder mit dem Auto zu fahren. Letzteres habe ich ihr ausgeredet. Schließlich machen das ja momentan (fast) alle und gut 400 km Autofahrt möchte ich ihr nun wirklich nicht antun – zumal die Bahnfahrt normalerweise knappe 3 Stunden dauert (Okay, vom Bahnhof bis zu uns nach Hause dauert es dann auch noch ein bisschen) – das schafft man mit dem Auto nicht.

Leider, leider ist Leipzig derzeit vom Fernverkehr der DB ziemlich komplett abgeschnitten. Um in den Norden zu kommen, kann man wahlweise erst nach Gera und dann über Göttingen oder mit der S-Bahn nach Halle und dann über Berlin oder noch beliebig kompliziert mit diversen Regionalbahnen fahren. Teilweise mit 5 mal umsteigen und bis zu 7,5 Stunden Fahrt.

Wir suchten gestern gemeinschaftlich eine Verbindung mit S-Bahn nach Halle, ICE nach Berlin und dann weiter mit dem ICE in den Norden. Dauer: 4,5 Stunden. Geht ja noch, dachten wir. In Halle erfuhr meine Mutti dann, dass der ICE nach Berlin eine halbe Stunde (nein: 27,5 Minuten!) Verspätung habe und deshalb der Anschluss in Berlin wohl nicht erreicht würde. Man empfahl ihr, mit der Regionalbahn nach Uelzen und von dort mit dem ICE weiter zu fahren. Damit sei sie zwar länger unterwegs als eigentlich geplant, aber immerhin kürzer als mit verpasstem Anschluss in Berlin.

Schade nur, dass kurz nach der Abfahrt des Zuges eine Durchsage kam, der Zug würde wegen des Streiks heute nicht nach Uelzen, sondern nur bis Magdeburg fahren. Laut Live-Auskunft der Bahn und auch laut verunsichert angerufener Hotline der Bahn ist das falsch und der Zug fährt bis Uelzen. Falls er das nicht tut (und eigentlich sollte der Lokführer ja wissen, wohin er fährt), hat sie allerdings ein Problem, denn Magdeburg scheint derzeit eine Sackgasse zu sein.

Und während ich dies schreibe, klingelt das Handy: Der Zug endete zwar tatsächlich in Magdeburg, es gibt aber einen Anschlusszug nach Uelzen, in den alle umsteigen konnten. In 2 Minuten soll er losfahren. Es besteht also Hoffnung, dass meine Mutti doch noch vor Mitternacht ans Ziel kommt.

Update 18:35 – nun ist sie da. (Waren ja dann doch „nur“ 6 Stunden. )

5 Gedanken zu “Die Bahn kommt … nur wann?

  1. Ach Du liebe Zeit!
    Immer mehr Menschen sind richtig heftig von dem Streik betroffen.
    Puh, ich bin froh dass die Lebenshilfe hier feste Termine vergibt, die dann 100%ig gelten. Das ist dann doch planbarer.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

  2. vielesommersprossen schreibt:

    Ich glaube ich hätte mich nicht auf die Reise begeben. Die Mutti hat Mut 🙂 War aber auch sicher fix und alle nach der Erlebnisfahrt
    LG an Euch und die Mutti

    • Dafür kennt sie jetzt Orte in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, von denen vorher noch nie ein Mensch gehört hat. (Jedenfalls nicht außerhalb dieser Orte. 😉 ) Vielleicht ist dieses Wissen mal die Antwort auf die Millionenfrage bei Günther Jauch. 😉

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