Wochenend-Ausflug

Vor einiger Zeit rief uns der Vater von Saskias Schulfreund an und fragte, ob wir mit ihnen am Wochenende in einen Freizeitpark fahren würden. Nach etwas Überlegung fiel die Entscheidung auf den Hansapark an der Ostsee. Ich war dort vor 24 Jahren(!) schon mal, als ich mit meinem damaligen Freund in der Nähe Urlaub machte, der beste Ehemann von allen und auch Saskia kannten den Park nicht. Meine Erinnerung an damals: Teuer, Menschenmassen und schier endlose Schlangen vor sämtlichen in Frage kommenden Fahrgeschäften. Entsprechend skeptisch war ich also, aber was tut man nicht alles für das Lieblingskind.

EingangKurz vor der Ankunft auf dem großen Parkplatz, fragte Saskia schon, wo denn ihr Freund sei. Eigentlich waren wir erst eine knappe halbe Stunde später verabredet (kann ja keiner damit rechnen, dass es so gut läuft auf der Autobahn), aber kaum hatten wir eine Parklücke gesucht, kamen Vater und Sohn auch schon auf uns zugelaufen. Wir begrüßten uns und die Kinder guckten erstmal eine Weile verlegen nach unten. Das gab sich allerdings schnell.

Freundschaft

Die Kassen waren relativ leer, der Eintritt für Saskia war (Dank Schwerbehinderten-ausweis mit „B“ und „H“) kostenlos, für eine Begleitperson ermäßigt – somit zahlten wir zu dritt 63 €. Nun ja. Billig ist anders. Den gleichen Preis zahlten übrigens Saskias Freund und sein Vater zu zweit, da er zwar ebenfalls einen Schwerbehindertenausweis besitzt, allerdings ohne Merkzeichen – was dann bedeutet, dass es keinerlei Ermäßigung gibt, weder für den Vater, noch für den Sohn. Nicht ganz logisch, finde ich.

Es war Sonntag und sehr schönes, aber auch nicht zu warmes Wetter, man merkte allerdings, dass eindeutig noch keine Schulferien sind. Der Park war durchaus gut besucht, aber bei Weitem nicht so überfüllt, wie ich ihn in Erinnerung hatte.

HängebrückeWir fuhren eine Runde Eisenbahn und Saskia bestand darauf, wieder bis zum Ausgangspunkt zurück zu fahren, was eigentlich nicht soooo sinnvoll ist, wir fuhren Autoscooter, warfen Dosen, fuhren mit kleinen Booten … und die beiden Kinder arbeiteten sich durch fast sämtliche Kinder-Fahrangebote und Karussells. Saskia, der beste Ehemann von allen und der Vater ihres Freundes fuhren noch ein bisschen mehr, während Saskias Freund und ich Gepäck und Portemonnaies bewachten (und der Freund lauthals immer wieder „Tschüß, Papa!“ „Tschüß, Saskia!“ übers Gelände kreischte. Und wir sahen sie laaaange in der Schlange auf der anderen Seite stehen. Irgendwann wurde es anstrengend).

Rio DoradoDas ist dann auch das, was ich an dem Jungen auf Dauer etwas schwierig finde: Er kennt keine Grenzen und er versucht, alles mit viel Lautstärke zu klären. Auf der anderen Seite traut er sich dann aber nicht in irgendwelche schnellfahrenden Bahnen (was ich verstehen kann) und auch nicht auf die große (Wasser-)Rutsche , wollte dann auch mit bestimmten harmlosen Fahrgeschäften nicht fahren (was ich eher nicht verstehen konnte), was bei Saskia zu der (wörtlichen) Aussage führte: „Ich will das, was mein Freund will.“ (Emanzipation für die Katz! Manchmal habe ich tatsächlich den Eindruck, sie lässt sich von ihm unterbuttern und guckt sich nur seltsame Dinge – wie auch Mäkligkeit beim Essen – von ihm ab.) Auf einem Piratenschiff wollten dann allerdings beide ans Steuer und der junge Mann ließ Saskia nur sehr widerwillig mal machen, griff ihr immer wieder ins Steuer(rad) und drehte in die andere Richtung, was Saskia irgendwann zu ein paar genervten „WARUM???“ veranlasste, wobei sie seine Hand einfach wegschob. Ich gebe zu, ich habe mich amüsiert.

Bei etlichen Fahrgeschäften lief es allerdings sehr harmonisch und selbstständig, die beiden Kinder stiegen ein, fuhren eine Runde, stiegen aus, gingen durch den Ausgang raus, rannten einmal ums „Karussell“ herum und durch den Eingang wieder rein. (Sie hätten in den meisten Fällen einfach sitzen bleiben können, denn soviel Betrieb war meist nicht, aber sie machten es eben so.) Ich weiß nicht, wieviele Runden sie im „Pow-Wow“ (diese drehenden Tassen) gedreht haben, aber es waren viele. Nach etlichen Runden mussten wir Erwachsenen dann mal zum Aufbruch rufen – an der nächsten Einrichtung ging es dann von vorn los.

Hopp hopp hopp

Wir schlenderten hierhin und dahin, aßen was, gaben Geld für Kleinkram und kleine Spiele aus … und dann waren die 8 Stunden auch schon rum und der Park schloss, ohne dass ich auf dem Holstein-Turm (=ein großer Aussichtsturm im Park, man sieht ihn auf dem ersten Foto) war. Müssen wir wohl irgendwann nochmal hin. Vielleicht nicht erst 2039 😉

Kleines Detail am Rande: Ich fand die hübschen und zur jeweiligen Themenwelt passenden Toiletten-Wegweiser sehr nett (besonders den Wild-West-Vater mit dem Baby auf dem Fass).

Wegweiser

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