Ich hasse Umzüge

Ich bin ja in den vergangenen Jahren einige Male umgezogen – von zu Hause ins Studentenwohnheim, zwischenzeitlich für ein Praktikum in eine andere Stadt und dort zur Untermiete, später in eine eigene Wohnung, dann zur Untermiete in eine fremde Stadt und dann wieder in eine eigene Wohnung in dieser Stadt, dann mit dem heutigen Ehemann in unseren derzeitigen Wohnort – erst in eine Wohnung und vor ein paar Jahren eben hier ins Haus. Fast immer lagen zwischen den Umzugsorten mehrere hundert Kilometer.

Diesmal sind nur ca. 100m Luftlinie. Und ich ziehe auch nicht hier mit Sack und Pack aus, sondern musste lediglich mein Büro wechseln. Trotzdem hat mir das in den vergangenen Tagen ganz schönen Stress bereitet. Am Freitag Nachmittag kam mein Chef zu mir und meinte, es wäre aus diversen Gründen sinnvoller, wenn ich künftig ins andere Gebäude wechsle (unsere Gruppe ist aus verschiedenen Gründen auf zwei Gebäude verteilt). Da war ich erstmal platt. Am Freitag reichte es gerade noch, mir beim Gebäudemanagement ein paar Umzugskartons zu bestellen, dann war mein Arbeitstag auch schon um. Die vergangenen drei Tage wollte ich eigentlich ganz ruhig angehen und halt noch aufarbeiten, was noch so anliegt, bevor ich in den Urlaub gehe. Stattdessen habe ich wie blöd Kartons gepackt und gestern nachmittag (bevor ich überstürzt aufbrechen musste, um Saskia vom Hort abzuholen), schnell noch alles in eine Ecke eines anderen Raums gestapelt, damit die neue Kollegin dann direkt in mein bisheriges Büro einziehen kann. Seit heute bin ich im Urlaub, meine sämtlichen Sachen stehen irgendwo in Kartons in der Ecke, das künftige Büro ist noch bis Ende August belegt und ich habe keine Ahnung, ob ich dann Mitte September alles am richtigen Ort finden werde.

Ich bin sauer, weil diese ganze Aktion meiner Meinung nach unsinnig ist (der Umzug an sich, aber vor allem in dieser Hektik). Ja, ich weiß, das sind Luxusproblemchen, trotzdem liegt mir das gerade etwas schwer im Magen. Wieviel sich dann an der täglichen Arbeit ändern wird, wird sich erst im Laufe der Zeit ergeben.

Da im neuen Büro wesentlich weniger Schränke stehen und mein Chef locker meinte, wenn ich noch etwas bräuchte, könne ich ja beim Gebäudemanagement Bescheid sagen und den einen oder anderen Schrank mitnehmen, versuchte ich das am Dienstag noch zu organisieren – schließlich müssen die ganzen Unterlagen ja wieder irgendwo hin. Wenn ich gewusst hätte, was ich mit dieser Frage für eine Lawine lostrete, hätte ich sie mir allerdings wohl verkniffen: Ich erfuhr zunächst, dass ich mich ans „Flächenmanagement“ wenden müsse (ich wusste gar nicht, was wir alles für tolle Abteilungen haben). Dort sagte man mir, dass erstmal der Chef etwas schreiben müsse, wieso, weshalb und warum denn dieser Umzug nötig sei – denn schließlich kosten Umzüge ja Geld und man wolle verhindern, dass Herr X und Frau Y mal eben die Büros tauschen, weil ihnen ein anders besser gefällt. Und dann können grundsätzlich keine Möbel von dem einen ins andere Gebäude mitgenommen werden, weil diese zwar sehr ähnlich aussehen, aber von verschiedenen Firmen stammen und unterschiedliche Maße haben. Vielleicht habe man aber den gewünschten Schrank („Querrollade“ – was für ein Wort!) noch im Lager, ansonsten müsse wiederum der Chef veranlassen, dass einer bestellt wird. Nebenbei muss der Chef natürlich auch ales ummelden, damit ich im Telefonbuch mit richtiger Raumnummer stehe, die Schilder geändert werden, mein Telefon umgemeldet wird usw. usf.

Chef ist natürlich „sehr begeistert“ von der ganzen Bürokratie – und ich bin sehr gespannt, was ich in 6 Wochen vorfinde.

2 Gedanken zu “Ich hasse Umzüge

  1. Oh jeh …. das hört sich sehr wohl schlimm an. Wenn man weiss wieviele Stunden Du im Büro arbeitest, es nach dem Urlaub gleich wieder weitertun sollst. Da hat einer ein Chaos und Stress ausgelöst, so ganz ohne Sinn …. das hätte doch wirklich auch geplanter und nicht so von einem Tag auf den nächsten stattfinden können!
    Warum nur so viel Bürokratie?

    Ich wünsche Dir einen schönen Urlaub, viele tolle Stunden
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

  2. Ritterspott schreibt:

    Zum Thema „Bürokratie“ kann ich nur diese wunderschöne Geschichte empfehlen:
    http://storch.0catch.com/verwaltung.htm

    Manchmal bin ich froh, dass ich in der Wissenschaft arbeite. Wir können Möbel und Büros wechseln, wie wir wollen, und auch die Ummeldung machen wir selbst. Gut, bleibt dann eben auch alles an uns hängen, aber wenigstens sind wir nicht von bürokratischen Prozessen abhängig.
    Liebe Grüße

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