Von „athmosphärisch ziemlich daneben“ bis „netter als daheim“

Saskia mag Laternenumzüge. Als sie neulich das Plakat bei uns im Ort sah, das einen großen Laternenumzug mit Musik- und Fackelbegleitung ankündigte, wollte sie unbedingt hin. Wenn ich ihr erzählt hätte, dass der Umzug stattfindet, während sie auf Freizeit ist, hätte sie vermutlich darauf bestanden, daheim zu bleiben. (Ich erzählte es ihr sicherheitshalber nicht und hoffte auf einen kleineren Umzug, der Anfang November fast vor unserer Haustür startet. Leider mussten wir den dann ebenfalls ausfallen lassen, weil es Saskia nicht gut ging, aber das konnte damals noch niemand wissen.)

Da wir den großen Umzug also leider verpasst hatten und Saskias Schulferien noch nicht ganz zu Ende waren, fuhren wir eben nach Leipzig*, denn dort sollte Ende Oktober der große „Glühwürmchenumzug“ am Zentralstadion – ach nein, heutzutage heißt das Teil ja „Red Bull Arena“ – stattfinden. Etwa 4500 Teilnehmer wurden erwartet und Musik sollte es auch geben – gleich 3 Kapellen würden den Zug begleiten.

Als wir ankamen, waren viele kleine und große Menschen mit Laternen da und irgendwann setzte sich das Gewusel auch in Bewegung. Einmal rund ums Stadion sollte es gehen. Wir liefen also los – bestrahlt von sehr hell leuchtenden Straßenlaternen, was einerseits gut war, denn der Weg hatte es teilweise in sich, andererseits allerdings keine rechte Laternenstimmung aufkommen ließ.

Glühwürmchen

„Athmosphärisch ziemlich daneben“, meinte der beste Ehemann von allen und ich musste ihm spätestens Recht geben, als wir in die Nähe einer (Blas-)Kapelle kamen und statt der erwarteten Laternenlieder „Ro-sa-mun-de“ und ähnliches hörten. Das ist doch nicht euer Ernst?! Zu Laternenumzügen gehört Dunkelheit und „Laterne, Laterne“ oder von mir aus auch irgendwas mit Sankt Martin, aber Schlager?!

Am Ende des Umzugs bestand Saskia darauf, bei Oma hinterm Haus mit den Laternen durch den sehr dunklen und sehr zugewachsenen Garten zu laufen. Das war dann abenteuerlicher als gedacht, denn in den letzten Jahren hat sich die Natur hier wesentliche Teile zurück erobert. 😉

Den Freitag verbrachten wir auf meinen Wunsch in Leipzigs Innenstadt, denn hier hat sich in den letzten Jahren so vieles verändert, dass ich mir das gern mal ansehen wollte.

Schaufenster

Regenschirmtropfenfängertüten

Brühl

Rathaus mit Markt

Specks Hof

Ich finde ja die Passagen u.ä. immer wieder schön und auch der beste Ehemann von allen ließ sich zu einer Äußerung hinreißen, dass Leipzig netter** sei als unsere neue Heimat.

DDR-Laden

Eigentlich hätte mich ja auch mal eine Bootsfahrt auf dem Kanal interessiert – aber Ende Oktober ist das eher nicht so das Wahre. Vielleicht beim nächsten Mal.

Am Nachmittag folgten wir der Empfehlung von Frau Brüllen ins Kindermuseum „Unikatum“.

Kindermuseum

Allerdings gerieten wir zwischen eine recht laute und sehr wuselige Geburtstagsgesellschaft und verloren ziemlich den Überblick, was schade war. Als die Meute sich verzogen hatte, begann ich nochmal gezielt durch die Räume zu gehen und begriff dann auch den eigentlichen Sinn – aber da hatte sich Saskia schon innerlich verabschiedet und malte Bilder.

Samstag war Feiertag (Reformationstag) in Sachsen, aber wir waren ja nicht zum Shoppen da, sondern wollten in den Zoo. Am Eingang begrüßte uns eine Laufschrift, die gruselige Halloween wünschte. Ach je. Das war nun nicht gerade das, was wir erwartet hatten. Ungefähr zwei Drittel der Zoo-Besucher waren als Hexen, Skelette, Monster oder sonstwie halloweenartig verkleidet. Muss ich nicht haben, aber nun waren wir schon mal hier und den Tieren ist es vermutlich egal. Und bevor am Abend die eigentlichen Halloween-Veranstaltungen begannen, würden wir wahrscheinlich ohnehin auf dem Heimweg sein.

Löwe

Erdmännchen

Rüsselspringer

Der Einbruch der Dunkelheit überraschte uns dann doch – zumindest die Geschwindigkeit, in der es dunkel wurde. Auf dem Weg zum Ausgang sahen wir dann also doch noch Einiges von der anstehenden Halloween-Party. Was da aufgebaut war, gefiel mir aber durchaus gut und ich könnte mir vorstellen, dass es ziemlich stimmungsvoll war.

Halloween im Zoo

Halloween im Zoo

Halloween im Zoo

Am Sonntag brachte uns die Bahn dann fast problemlos nach Hause. Bis 10km vor dem Ziel waren wir auch pünktlich, dann verzögerte sich die Weiterfahrt und die Einfahrt in den Hauptbahnhof um 15 Minuten. (Wäre sonst ja auch langweilig.)


* Nein, wir sind natürlich nicht wegen des Laternenumzugs nach Leipzig gefahren. Der war nur ein „Nebeneffekt“. 😉

** Er verwendete allerdings ein anderes Wort, irgendwas im Sinne zwischen „gemütlich“, „nett“, „attraktiv“ … und wenn es mir (oder ihm) wieder einfällt, korrigiere ich den Satz auch noch. 🙂
Inhaltlich muss ich sagen: Ja, mir gefällt Leipzig auch – es hat aber genau so hässliche Ecken wie andere (Groß-)Städte auch. In der Großstadt hier nebenan gibt es natürlich auch hübsche Ecken – die „Schönste Stadt der Welt“ ist es für mich allerdings nicht. Der Kleinstadt, in der wir wohnen, fehlt ein bisschen Vergangenheit. Bis in die 70er war es nur ein Dorf, danach wurde viel gebaut, allerdings eher nach dem Motto: „Quadratisch, praktisch, günstig“. Architektur-Highlights kann man da eher nicht erwarten.

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