Nacht des Wissens

Nacht des Wissens

Einmal im Jahr findet in der großen Stadt die „Nacht des Wissens“ statt. Ich habe in den vergangenen Jahren zwar die Plakate mit den sympathischen Eulen gesehen, aber mich ansonsten nicht weiter darum gekümmert – denn für Veranstaltungen am (späten) Abend bräuchten wir eine Betreuung für Saskia und die ist nicht so leicht zu finden. (Zumindest nicht, wenn es richtig spät werden könnte.) Irgendwo hörte ich dieses Jahr jedoch, dass es auch Veranstaltungen für Kinder gibt – das war dann der Anlass, doch mal genauer nachzuforschen.

Die Webseite zeigte mir auf Klick „Für Kinder“ über 900 Veranstaltungen. Uff. Also weiter einschränken. Eine konkrete Vorstellung hatte ich nicht, also suchte ich nicht nach Themen, sondern eher nach Lage, schließlich wollte ich nicht kreuz und quer durch die Stadt fahren. Und „Mitmachen“ wäre vielleicht auch nicht schlecht. Die Auswahl wurde deutlich kleiner, war aber immer noch groß. Ich klickte mich durch die Angebote und fand schließlich „Papierherstellung“ einerseits und „Wetter“ andererseits für uns am besten geeignet. Saskia wusste zwar von der Idee, hatte aber keine konkrete Vorstellung (wie auch?) und wollte lieber faul auf dem Fußboden liegen und Musik hören. Mit der Aussicht auf „Blitz und Donner“ kam sie aber schließlich doch mit.

Nachts im Wald

Wir fuhren zunächst allerdings in Richtung „Holz-Campus“ – bei der Mitmachaktion stand kein konkreter Termin, also wollte ich lieber rechtzeitig dort sein. Auf der linken Seite des Geländes begrüßte uns ein bunt beleuchteter Wald. Das war interessant genug, um uns hier erstmal genauer umzusehen. Wir erfuhren, was es mit den vielen Drähten und Geräten auf sich hat, dass hier gemessen wird, mit welcher Kraft die Bäume das Wasser aus dem Boden saugen, dass das im Verlauf des Jahres und auch des Tages schwanken kann, dass man messen kann, wie sich die Dicke eines Baumstammes im Laufe eines Tages verändert (er nimmt nämlich zu und später wieder ab) und vieles mehr. Fand ich sehr spannend. Da gibt es also Leute, die dafür bezahlt werden, Bäumen beim Wachsen zuzusehen 😉

Direkt gegenüber befand sich der Eingang zur „Holzchemie“. Diverse Türen standen offen, es gab verschiedenste Vorträge, aber wir gingen weiter den Gang entlang, bis wir verschiedenste Zutaten für die Papierherstellung fanden. Unterschiedliche Holzarten mit unterschiedlichen Fasern und daraus hergestellter Zellstoff konnten besichtigt und begriffen werden.

Papierrohstoff

Hinter der nächsten Ecke konnte man das dann auch praktisch anwenden und selbst Papier schöpfen. Saskia wollte leider nicht selbst aktiv werden. Sie erklärte, es sei doch ganz klar, wie Papier hergestellt werde (schließlich hat sie ja einen Film darüber 🙄 ). Immerhin guckte sie interessiert zu, als ich mich dann schöpferisch betätigte.

Papier schöpfen

Rahmen entfernen

Glanz und Glitter

Fertig zum Pressen und Trocknen

Nachdem die Papierbögen zunächst in die Kalt- und anschließend in die Heißpresse wanderten …

Papierpresse

… nutzten wir die Zeit, uns auf dem Gelände noch ein wenig umzusehen. Wir kamen an einem Eisstand der besonderen Art vorbei: Aus Schlagsahne, Apfelmus und flüssigem Stickstoff wurde vor unseren Augen Eis zubereitet und zum Kosten verteilt. (Sehr lecker!)

Eiszubereitung

Wir sahen interessante Möbelstücke

Wurzelbank

und lernten, dass es legale und illegale Musikinstrumente gibt, dass verschiedene Hölzer unterm Mikroskop völlig unterschiedlich aussehen, dass man untersuchen kann, ob in (chinesischen) Spielzeugkartons oder Bilderbüchern Tropenholz verarbeitet wurde, dass es ca. 30.000 verschiedene Holzsorten auf der Welt gibt und die „Holzbibliothek“ im Institut immerhin Proben von 12.000 Sorten besitzt und vieles mehr.

Beeindruckend war das Holz-Gewichtheben und auch die Schwimmfähigkeit der einzelnen Holzwürfel. Klar, Balsa-Holz ist leicht und bestimmte (Tropen-)Hölzer sind sehr massiv und schwer – aber wie groß der Unterschied ist, hätte ich nicht gedacht. Einige der Holzquader konnte man kaum mit einer Hand anheben.

Gewichtheben

Saskia hatte Spaß daran, die verschiedenen Holzwürfel in den „Holz-Schwimmingpool“ zu werfen. Auch hier gab es Holz, das kaum eintauchte und anderes, das komplett unterging. Die meisten Hölzer schwammen mehr oder weniger tief um Wasser.

Holz-Schwimmingpool

Schließlich holten wir unser selbstgeschöpftes Papier und brachen zum nächsten Veranstaltungsort auf.

Der Vortrag über die Entstehung von „Blitz und Donner“ sollte stündlich stattfinden. Wir waren kurz nach 8 da und stellten fest, dass der 21 Uhr Vortrag bereits ausgebucht war. Ärgerlich. Bis 22 Uhr zu warten, war uns dann aber doch zuviel. Also schauten wir uns noch ein Weilchen um und traten dann den Heimweg an.

Fazit: Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es war viel zu wenig Zeit, um alles zu sehen und auszuprobieren und im nächsten Jahr planen wir unseren Besuch besser.

Ein Gedanke zu “Nacht des Wissens

  1. Guten Morgen
    das klingt toll! Ich freu mich grad so, dass Ihr das machen konntet, dabei sein durftet mit einer Saskia mittendrin. Mit Saskia, die Freude daran haben kann. Die mitmachen kann!
    ich wünsch Euch einen schönen Sonntag
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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