Neeeeiiiiin! oder auch: Dachschaden 2.0

Projekt “Schöner Wohnen” – Zwischenstand Tage 39-40 (Mittwoch – Donnerstag)

Donnerstag, 19.11.2015 – 4:41 Uhr
Draußen tobt Sturm „Iwan“ und zerrt heftig an den Planen am Gerüst. Regen plattert aufs Dach und an die Wände, plötzlich macht es „Plock!“. Der beste Ehemann von allen und ich schrecken aus dem Schlaf. „Scheiße!“ rufe ich, während der Liebste schon aufspringt. Es tropft durch die Schlafzimmerdecke. Schooon wieder!

Der beste Ehemann von allen kommt mit einigen Blumentöpfen und stellt zwei davon unter die beiden Tropfstellen. Wir sitzen auf dem Bett und beobachten das Ganze. Bereits kurze Zeit später brauchen wir ein weiteres Gefäß und noch eins und noch eins … Entlang der Holzverkleidung breitet sich das Wasser aus, erreicht das Bett. Ich räume das Bettzeug zur Seite und wir stellen weitere Blumentöpfe auf. Und sind sauer. Der Mann kocht regelrecht vor Wut und sucht nach Telefonnummer von Bauleiter und Dämm-Chef, um ihnen bitterböse Nachrichten auf den Anrufbeantworter zu sprechen. Unmittelbar danach klingelt das Telefon, er hat den Chef-Dämmer wohl aus dem Schlaf gerissen. Sie vereinbaren, dass er gleich am Morgen vorbei kommt und sich das ansieht. Im Moment ist es ohnehin noch zu dunkel, um irgendwas zu tun. Wir stellen weitere Gefäße aufs und neben das Bett und ziehen aufs Sofa im Wohnzimmer um. An Schlaf ist natürlich nicht mehr zu denken.

Tropf, tropf, tropf ...

Wassersammlung

Am Mittwoch hatten die Arbeiter endlich die (beinahe) letzten Flachverblender angebracht, die Decke im Eingangsbereich gestrichen und anschließend auch endlich den ganzen Kram vorm Haus weggeräumt.

Letzte Verblender

Chaos vorm Haus

Außerdem hatten sie das Regenfallrohr nach außen gelegt und über eine etwas abenteuerliche Schlauchkonstruktion mit dem Abfluss unten verbunden. Natürlich hielt ein dünner Schlauch dem Sturm und den Wassermassen nicht stand und so hatten wir unmittelbar neben dem Haus eine richtig große Pfütze (da kann ich nur hoffen, dass die Kellerdämmung wirklich wasserdicht ist, sonst haben wir dort das nächste Problem).

Regenrohr

Ganz schön nass

Wir vermuteten also, dass beim Anschluss des Rohres etwas schief gelaufen war und sich das Wasser nun eben den Weg durch unser Schlafzimmer suchte.

8 Uhr kamen Chef und Arbeiter, schauten sich das von draußen an, dann von drinnen und meinten, es sei höchstwahrscheinlich nicht das Regenrohr. (Das würde ich an seiner Stelle auch sagen.) Letztlich blieb uns aber ohnehin nur, die Decke aufzumachen und machzusehen. Also holte er die Stichsäge und sägte ein Loch in die Zimmerdecke. Rings um das Rohr war alles trocken. Also war die Quelle doch woanders. Das zweite Loch zeigte, woher das Wasser kam.

Loch an Loch

Offenbar hatte der Sturm den Regen (mal wieder) unter den ungeschützten Dachfolienrand gedrückt und von dort war das Wasser nur niedrigsten Stelle gelaufen (eben in die Nähe des Abflusses), hatte dann eine Ritze gefunden und floss nun auf den Paneelen entlang. Das ist doppelt ärgerlich, weil es vermeidbar gewesen wäre. Das Dach sollte ja längst fertig sein und auch wieder eine Abschlusskante haben. Anfang Oktober war es die gleiche Ursache.

Ausgangspunkt des Tropfens

Nun ist es endgültig ein Versicherungsschaden und wir müssen das Schlafzimmer also doch gleich renovieren. Der Bauleiter, der kurz nach halb 9 auch in unserem Schlafzimmer aufgetaucht war, meinte, das könne man ja vor Weihnachten … „Ja, sicher!“, sagte ich, „Das habe ich mir ja schon immer gewünscht: Eine Baustelle zu Weihnachten!“ Also ehrlich! Bis Weihnachten wäre das nie und nimmer schaffbar und derzeit hätten wir ja nicht mal Platz, um die Sachen aus dem Schlafzimmer irgendwo unter zu bringen (im Keller steht ja nach wie vor der Kram aus den Gartenhäusern). Wir einigten uns auf Januar, Details müssen noch geklärt werden und jetzt muss es erstmal trocknen.

Geballte Kompetenz

Die Dachdecker befestigten den Dachrand wieder – wann die Metallkanten geliefert und angebracht werden, weiß keiner. Der Regenschlauch wurde durch ein Regenrohr ersetzt und irgendwann wurde es ruhiger draußen – bis um halb 12 die Gerüstfirma klopfte (eine Klingel haben wir ja noch immer nicht). „Hier soll abgebaut werden, wissen Sie was davon?“ „Ja, das ist richtig.“ „Aber das ist doch noch gar nicht fertig.“ „Das Gerüst soll trotzdem weg, der Rest der Arbeiten wird ohne Gerüst erledigt.“ „Okay. Abrüsten!“

Abrüstung

Fallrohr

Zwei Stunden später bot sich ein ungewohnter Anblick: Ein nacktes Haus!

Huch, so sieht unser Haus aus?!

5 Gedanken zu “Neeeeiiiiin! oder auch: Dachschaden 2.0

  1. Was soll man da noch sagen?
    Das Foto sieht ja ganz witzig aus, aber wenn man weiss warum das so aufgebaut ist fehlt mir auch jeder Humor. Es wäre einiges vermeidbar gewesen.
    Ich wünsche Euch sehr, dass es bei Euch nicht so regnet wie hier.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

  2. Johanna schreibt:

    Hallo, Ihr tapferen Bauherren, so allmählich würde ich Euch raten, einen Rechtsbeistand zu suchen bezüglich der Einforderung Eurer Regressansprüche und Kollateralschadensregulierung. Das klingt sehr ähnlich, wie die Dinge , die wir letztes Jahr erleben mussten…..
    Lasst Euch den Humor nicht nehmen.
    Klar geht Weihnachten in jeder Hütte : Wie war das noch mit Maria und Josef im Stall ….. 😉 ?
    Liebe Grüße
    Johanna

  3. Mitleserin schreibt:

    Ihr armen, die Firmen renovieren euch ja das Haus kaputt!
    Unfassbar!
    Wünsche euch gutes Durchhalten und viel Erfolg beim Einklagen eurer Ansprüche.
    LG!

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