Alles nicht so einfach

Im Moment ruht die Baustelle in unserem Haus. Auf der Terrasse ist es noch zu kalt, um die Holzverkleidung zu entfernen und die Dämmung anzubringen. Im Schlafzimmer haben wir noch immer freie Sicht ins Dach. Und wissen nicht, was wir hier machen sollen.

Variante 1: Wir machen (wie ursprünglich geplant) die Schlafzimmerdecke „einfach“ wieder zu. Dazu müssen die Paneele allerdings vollständig ersetzt werden. Was bedeutet, dass die Decke gemäß EnEv auch gedämmt werden muss. Das ist auch sinnvoll, denn ich fluche seit Jahren an jedem heißen Sommertag über die vermeintlich schlecht (und wie wir inzwischen wissen: überhaupt nicht) gedämmte Decke und die knapp 30°C im Schlafzimmer. Eine Dämmung wäre also toll. Wenn da nicht ein klitzekleiner Haken wäre: Damit uns die Dämmung und das Holz nicht überm Kopf weggammeln, müssten Lüftungsöffnungen ins Dach. Und da dieses Dach aus lauter kleinen „Fächern“ besteht (die richtige Bezeichnung kenne ich nicht, aber es sind eben senkrechte Trennwände aus Sperrholz o.ä. dazwischen), müssten in jedes dieser Fächer zwei Öffnungen (damit die Luft auch zirkulieren kann). Das bedeutet, allein über dem Schlafzimmer hätten wir dann mindestens 10 potentielle Schwachstellen im Dach (denn diese Öffnungen und die „Pilze“ zur Abdeckung müssen ja auch erstmal dicht an die Dachhaut angeschlossen sein). Wenn wir das irgendwann in den restlichen Räumen ebenfalls machen würden (was ja sinnvoll wäre), bestünde das ganze Dach nur noch aus Lüftungsöffnungen. Das wollen wir definitiv nicht.

Variante 2: Wir machen wieder zu und dämmen nicht bzw. später, wenn am Dach ohnehin was zu tun ist. Damit das nicht gegen geltende Gesetze verstößt, sollte zwischen „Schlafzimmerdecke zu – ohne Dämmung“ und „Dach dämmen“ nicht allzu viel Zeit vergehen.

Variante 3: Wir dämmen das Dach von außen. Und wenn wir schon dabei sind, machen wir bei dieser Gelegenheit aus unserem Flachdach ohne jegliche Neigung auch gleich ein Flachdach mit 2% Gefälle. Das ließe den besten Ehemann von allen wahrscheinlich endlich bei Regen wieder ruhiger schlafen. Wir bräuchten keine Lüftungsöffnungen, hätten endlich keine riesigen Pfützen mehr auf dem Dach und eine vernünftige Dämmung. Einen klitzekleinen Nachteil hat natürlich auch diese Variante: Die Kosten. Ich weiß ja, dass alles rund ums Haus teuer ist, aber die Preise für diese Variante haben mich doch heftig schlucken lassen – denn das Geld, das wir derzeit noch haben, war eigentlich anderweitig verplant: Die Küche zerfällt nach und nach und sollte eigentlich dieses Jahr erneuert werden. Der Kühlschrank verwandelt sich in einen Gefrierschrank mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit und dicker Eiskruste im Obstfach, die Spülmaschine spült zwar noch, trocknet aber nicht mehr – und die Reparaturkosten würden den Neupreis überschreiten, die Küchenschränke haben auch schon bessere Tage gesehen und vorige Woche gab auch noch die etwa 13-14 Jahre alte Waschmaschine den Geist auf. Diese konnte zwar erstmal repariert werden, allerdings kann ich sie nicht mehr ganz voll beladen (dann schafft sie es nicht mehr, ihre Trommel zu drehen) und Ersatzteile gibt es nicht mehr, meinte der Monteur.

Auf der Wunschliste steht auch noch ein zweiter Besuch in Curaçao – der sich in diesem Jahr ohnehin nicht realisieren lässt, weil die Plätze belegt sind, aber für Frühjahr 2017 angedacht war.

4 Gedanken zu “Alles nicht so einfach

  1. Ines schreibt:

    Wow, ihr hattet eure Waschmaschine 13-14 Jahre? Meine geben schon nach 3 Jahren den Geist auf 😦 Bei der Beschreibung eures Daches fiel mir sofort Variante 3 ein, bestimmt die Teuerste aber von aussen dämmen ist wohl das Beste und wenn das Dach auch noch ein leichtes Gefälle bekäme……klingt am Vernünftigsten!

    • Noch haben wir unsere Waschmaschine. Und wir sind ja auch nicht mal halb so viele Leute wie ihr. Seit Saskia sich nicht mehr jeden Tag übergibt und den ganzen Tag sabbert, ist die Wäschemenge doch deutlich geschrumpft – derzeit wasche ich 2-3 Maschinen – pro Woche!

      Variante 3 ist auch unser Favorit. Aber der Preis tut weh.

      Was macht euer Umzug? Alles geschafft?

      • Ines schreibt:

        Umzug geschafft, Leben auf einer Baustelle (wird leider immer mehr) aber total glücklich, herrlich das Leben auf dem Dorf, ich genieße es gerade. Wie hat sich die Oma eingelebt? 3 Jahre Anfallsfrei, ich freue mich so für euch!

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