Nicht so ganz mein Tag

Es sind Schulferien – was für uns bedeutet, dass wir Saskia morgens selbst in ihre Schule (die derzeit als Ferienhort fungiert) bringen und sie nachmittags auch selbst abholen. Als Gastschülerin aus dem feindlichen Ausland einem benachbarten Bundesland hat sie zwar an Schultagen das Anrecht auf Schulbeförderung, an Ferientagen jedoch nicht. Schließlich ist die Teilnahme am Hort ja nicht verpflichtend. (Die „einheimischen“ Kinder werden übrigens auch zum Hort mit dem Schulbus transportiert – aber das ist natürlich was gaaanz anderes. Vor allem ein anderer Kostenträger.) Nun gut, genug Jammerei. Immerhin gibt es seit diesem Schuljahr einen offiziellen Hort an ihrer Schule, das ist ja auch schon was.

An den meisten Horttagen frühstücken wir zu Hause und brechen dann gemeinsam mit dem Auto auf (mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird die Fahrt zu Saskias Schule direkt zum Tagesausflug). Dann bringen wir Saskia zur Schule, dann den besten Ehemann von allen zum Büro und dann fahre ich weiter bis zum meinem Büro (bzw. in die zugehörige Tiefgarage). Am Nachmittag hole ich dann zunächst Saskia ab und mit ihr den besten Ehemann von allen. Macht etwa 70-80 km Fahrt pro Tag.

Gestern gab es eine kleine Planänderung, weil ich am Nachmittag zur Blutspende wollte. Also nahm (nach dem Saskia-Absetzen) der Lieblingsmann das Auto mit und setzte mich an der U-Bahn aus ab. Das in „meinen“ Wagen kurz nach mir ca. 30 Schulkinder (so 1. oder 2. Klasse, schätze ich) einstiegen und entsprechenden Lärm und Unruhe verbreiteten, begeisterte mich nur mäßig. Leider hatten sie auch noch das gleiche Ziel wie ich. Also gut 20 Minuten Geschrei und Rumgezappel um mich herum – so beginnt der Tag doch richtig gut. 😉

Nach dem Aussteigen quälte ich mich unter Schmerzen die Treppe hoch als wäre ich mindestens doppelt so alt. Irgendwie hatte ich mir wohl das Knie verdreht und beim Treppensteigen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass etwas ausrastet und dann wieder einrastet. Autsch!

Zum Büro in der 2. Etage nahm ich dann feige den Aufzug. Ich fand die Kollegen etwas niedergeschlagen am Besprechungstisch. Arbeiten war nicht möglich. In der Nacht (zwischen 0:30 Uhr und 4:30 Uhr) wollten die IT-Kollegen ein paar Änderungen am System vornehmen. Bis auf wenige Spezial-Accounts, die wir am Tag zuvor (glücklicherweise) noch eingerichtet hatten (und die zumindest eingeschränkt funktionierten), scheiterten alle anderen (und das sind viele!) bereits bei der Anmeldung. Ganz großes Kino. Bis kurz vor 12 dauerte es, bis zumindest der alte Zustand wieder hergestellt war und alle wieder arbeiten konnten.

Irgendwann machte ich mich auf den Heimweg und auf den Weg zur Blutspende. Hier war es unerwartet voll – wie ich erfuhr, war kurz zuvor jemand umgekippt, so dass ärztliche Hilfe nötig war und dadurch waren die Voruntersuchungen ins Stocken gekommen. Ich füllte also meinen Fragebogen aus, ließ den Hb-Wert (14,4) bestimmen und reihte mich in die Warteschlange zur ärztlichen Untersuchung ein. Es dauerte. Und dauerte.

Blutspende

Als ich endlich dran war und gerade Platz genommen hatte, wurde die Ärztin nochmal gerufen und verschwand. Zum Glück dauerte es nicht lange, sie kam zurück, stellte noch ein paar Fragen, meinte „Alles Okay“ und schickte mich mit meinem Zettel weiter zur eigentlichen Spende. Hier hieß es wieder anstehen, dann wurde eine Liege frei. Die „Fachkraft für die Blutentnahme“ (so stand es auf ihrem Namensschild) kam, guckte auf meinen Zettel und meinte: „Da fehlt die Unterschrift vom Arzt.“ ‚Ach nöö, das nicht auch noch!‘ dachte ich. Immerhin machte sie sich selbst auf den Weg und kam kurze Zeit später zurück. Nochmal nach dem Namen gefragt, dann bekam ich den Stauschlauch um den Arm. Eine passende Vene fand sie allerdings erstmal nicht. Irgendwann ging es dann doch und der Aderlass konnte beginnen. Es dauerte nicht lange, da fing das Gerät allerdings an zu piepen. Die junge Frau kam wieder, guckte, drehte meinen Arm hierin, dann dahin, meinte ich solle den Ball nochmal drücken … es half alles nicht, das Blut lief nicht mehr. Also Nadel raus, Tupfer drauf (nun lief es wieder reichlich) und (nach kurzem Aufenthalt beim Imbiss) ab nach Hause. War die ganze Aktion also auch noch umsonst. (Werden halbvolle Blutbeutel noch irgendwie verwendet oder kommt das gleich weg?)

Das anschließend bei meiner Mutti noch aufgehängte Rollo ist inzwischen auch schon wieder dem Ruf der Schwerkraft gefolgt. Insgesamt war es also nicht so ganz mein Tag gestern.

Heute ist zumindest das Knie wieder in Normalstellung, es geht also aufwärts.

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