Zahnersatz

Seit ihrem Sturz im März waren wir mit Saskia einige Male beim Zahnarzt – damit sie die Menschen, Räume und Geräte dort kennen lernt, hoffentlich ein Vertrauensverhältnis entsteht und man dann sehen kann, ob und wie weit die Behandlung funktioniert. Wenn gar nichts ginge, bliebe nur die Vollnarkose zur Behandlung, dann müssten wir aber woanders hin.

Bei den Terminen wurden die Zähne poliert, die Instrumente vorgestellt, rumgealbert und viel Zeit investiert. Saskia motzte zwar jedes Mal vorher, dass sie keine Lust hätte und warum wir gerade heute hingehen sollten, sie wolle lieber morgen oder nächste Woche (oder nie), aber wenn wir einmal in der Praxis waren, lief es meistens ziemlich gut.

Vor einer Woche war es dann so weit, die abgebrochenen Zähne sollten wieder aufgebaut werden. Dazu mussten die Zähne gereinigt und angeschliffen, der Mund mit einer „Bettdecke“ abgedeckt und dann eben Schicht für Schicht ein neuer Zahn aus der „Kunststoffknete“ geformt und immer wieder gehärtet werden und am Ende poliert werden. Und das Ganze natürlich bei zwei Zähnen. Etwa eine halbe Stunde sollte die Behandlung dauern.

Saskia kletterte auf den Behandlungsstuhl und irgendwann lag sie auch so, dass der Zahnarzt in ihren Mund gucken konnte. Zunächst wurde das Zahnfleisch mit einem winzigen Wattebausch betäubt – das klappte gut. Dann kam der Arzt mit einer doch recht großen Spritze. Spritze? Das war vorher nicht ausgemacht und entsprechend war Saskia auch nicht darauf vorbereitet. Fand ich ungünstig, aber jetzt war kein guter Zeitpunkt für eine Diskussion. Der Arzt hielt die Spritze so, dass Saskia sie nicht sah und durch die vorherige Betäubung des Zahnfleischs, hat sie vermutlich nicht sooo viel davon gemerkt. Während die Spritze zu wirken begann, guckte Saskia zwar ziemlich unglücklich (das ist ja auch ein fieses Gefühl, wenn die Lippe und der halbe Mund taub wird), konnte aber dadurch abgelenkt werden, dass nun auch Robbie eine Betäubung bekam.

Betäubung

Als die Spritze dann richtig wirkte, wurde der Mundraum mit einem Latextuch („Bettdecke“) abgedeckt, damit die Zähne während der Behandlung trocken bleiben und nicht irgendwelche Krümel verschluckt werden. Außerdem wurden die Zähne nochmal gereinigt und die Oberfläche aufgeraut..

Vorher

Nun ging es mit dem eigentlichen Aufbau los. Immer wieder wurde aus der Kunststoffmasse ein kleines Stückchen an den Zahn geklebt und mittels UV-Licht gehärtet.

Härten

Nach etwas mehr als einer halben Stunde war es geschafft und Saskia hatte sich ein Eis verdient.

Nachher

Ich finde, es sieht gut aus und hoffe, dass dieser Aufbau nun einige Jahre hält. Als Dauerlösung werden die Zähne voraussichtlich nach Ende der Pubertät überkront werden müssen. Ich hatte (und habe) ja etwas Bedenken, dass der Kunststoff bei Belastung abgehebelt wird, bisher wirkt es aber stabil. Nachdem Saskia an den ersten Tagen nach der Behandlung sehr vorsichtig war und immer wieder fragte, ob sie dies oder das essen dürfe (sie durfte von Anfang an alles essen, hatte der Zahnarzt gesagt) und die „neuen“ Zähne eher nicht benutzte, isst und kaut sie inzwischen wieder normal.

Dass die Zähne noch etwas schief stehen, wird in den nächsten Jahren noch korrigiert werden müssen. Der Zahnarzt meinte aber, da sollten wir den Zahnwechsel erst komplett abwarten, es würde sich da sicher noch einiges verschieben und so schlimm, dass man jetzt schon behandeln müsse, sei die Fehlstellung nicht.

4 Gedanken zu “Zahnersatz

  1. Melanie schreibt:

    Unser Sohn hat seit etwa 2 Jahren beim Schneidezahn was beigemacht bekommen. Bisher hält das super! Wenn man ganz ganz genau hinschaut dann sieht man nach den 2 Jahren einen ganz minimalen Farbunterschied. Aber ich bin bisher sehr zufrieden.

  2. Julika schreibt:

    Toll hat das Saskia gemacht!!! Am Schneidezahn kann es nämlich wirklich unangenehm sein….und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Kunststofffüllungen an Schneidezähnen durchaus zehn, fünfzehn Jahre halten können und dann auch erneuert werden. Ich habe bis heute eine große Füllung am Schneidezahn (Schwimmbadunfall mit zehn) und ich denke, mit fünfzig, also nächstes Jahr, wird die vierte Füllung fällig.
    LG
    Julika

  3. Hey, super gemacht, liebe Saskia!
    Bei meiner Grossen hielt das damals 17 Jahre, und da es wohl mittlerweile noch alles viel besser gemacht wird müsst Ihr Euch da sicher nichts ständig Gedanken machen.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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