Damit gar nicht erst Langeweile aufkommt

Irgendwann im späten Frühjahr hatte Saskia plötzlich rote Stellen an den Kniekehlen und etwas weniger ausgeprägt auch an den Ellenbeugen. Nicht dramatisch, aber auffällig. Besonders am Abend, nach dem Duschen. Als wir es (irgendwann tagsüber) der Kinderärztin zeigen wollten, war es kaum zu sehen. Irgendwann war es ein paar Wochen weg, dann kam es wieder und wurde auffälliger, wir versuchten es mit eincremen – zunächst mit Panthenol / Wund- und Heilsalbe, weil es rot ausah, dann mit Kühlgel, weil es juckte. Geholfen hat nichts. Also doch wieder zur Kinderärztin, die sich die Haut genau anguckte und sich schließlich für Zinksalbe mit Mandelöl entschied. Das wurde in der Apotheke angerührt und schien auch etwas zu helfen. Dummerweise vergaßen wir das Döschen zu Hause, als wir etwa eine Woche später in den Urlaub fuhren. Wir kauften also Zinksalbe (keine Spezialmischung, sondern frei verkäufliche) und es half absolut gar nicht. Also führte uns der Weg an unserem einzigen verregneten Urlaubstag in den Nachbarort zur dort ansässigen Kinderärztin, die nach Blick auf die inzwischen rot leuchtenden Kniekehlen eine Neurodermitis diagnostizierte und Cortison verschrieb. Außerdem bekamen wir eine Hand voll Pröbchen, weil wir nun ja eine Dauerpflege für die Haut brauchen. Mit der Cortisonsalbe besserte sich der Hautzustand dann relativ schnell. Wir wechselten also zu den anderen Cremes … und schickten Saskia ein paar Tage später mit der Lebenshilfe zur Freizeit (Kurzzeitpflege). 10 Tage später kam sie mit knallroten Kniekehlen heim, die mitgegebene (cortisonfreie) Creme hatte offenbar ihren Zweck nicht erfüllt. Zu Hause war daher erstmal wieder Cortison angesagt, nach der Dauerlösung suchen wir noch. Aber auf Neurodermitis hätten wir durchaus verzichten können.

Neurodermitis für Anfänger

Ebenfalls verzichten können hätte ich auf den Verlauf des heutigen Abends. Nachdem ich Saskia am Nachmittag zum ersten Pfadfindertreffen nach den Ferien gebracht hatte und mir noch Sorgen machte, weil sie ziemlich unschlüssig am Rand rum stand, als ich ging, sah ich die ganze Gruppe kurze Zeit später durch den Park laufen. Anderthalb Stunden später sah ich den Rauch des Lagerfeuers schon von Weitem und freute mich, dass es mal wieder einen Nachmittag nach Saskias Geschmack gegeben haben dürfte. Ich wartete den Abschlusskreis ab … und nahm dann ein Kind mit einem nassen Waschlappen auf der Hand in Empfang. Ein Junge hatte beim Lagerfeuer nicht aufgepast und so hatte Saskia einen heißen (brennenden?) Marshmallow auf die Hand bekommen. Ergebnis: Eine suppende Brandwunde am linken Zeigefinger. Richtig schlimm schien es eigentlich nicht und nach kurzem Weinen war Saskia auch wieder ganz gut drauf, aber was nun? Pflaster drauf schien keine gute Idee, weil es verkleben würde, offen lassen schien auch keine gute Idee, am Mittwoch Nachmittag / Abend hat natürlich kein Arzt Sprechstunde, also blieb nur die Notaufnahme im Krankenhaus des Nachbarorts. Zweieinhalb Stunden später hat Saskia nun einen schicken Verband an der Hand (unter dem sich ein Gel und eine Abdeckung befinden) und wir sind um eine Erfahrung reicher – auf die wir gern verzichtet hätten. Jetzt hoffe ich einfach mal, dass es problemlos verheilt.

Verband

8 Gedanken zu “Damit gar nicht erst Langeweile aufkommt

  1. Herzliche Grüße von einer auch Neuro geplagten. Ich kann euch nur die Halicar Salbei von DHL empfehlen. Kein Cortison, homöopathisch, mach nicht die Haut abhängig und kaputt und dazu super wirksam. Ich bin vor über 10 Jahren darauf gekommen als ich die Diagnose bekam und kein Cortison nehmen wollte.
    Lg Tanja

    • Bisher probieren wir uns hier durch die bei der Ärztin und in der Apotheke bekommenen Pröbchen. Ich behalte aber Halicar mal im Hinterkopf, wenn die aufgebraucht sind. Bisher gefällt mir die Probe am Besten, die die Apothekerin für uns abgefüllt hat (muss mal gucken, wie die genau heißt). Die ist relativ flüssig und verteilt sich gut und scheint zumindest momentan zu helfen.

  2. Julika schreibt:

    Eine Dauerlösung gibt es bei Neurodermitis nicht. Aber: Solange es nur einzelne Hautpartien betrifft, ist es sehr gut in den Griff zu bekommen
    Gegen Cortison habe ich persönlich gar nichts – im Gegenteil, es kann den akuten Schub schnell lindern. Aber es darf natürlich nicht zu lange genommen werden.
    Wichtig ist eine gute Basistherapie – sprich: Eincremen und pflegen, pflegen,pflegen. Denn wenn die Haut zu trocken und rissig wird, poppt die Neurodermitis wieder hoch und die Haut bietet auch Eintrittspforten für andere Erreger (glaube mir: Mein Sohn hat über nachlassende Pflege in einem Schub DREIHUNDERT Dellwarzen bekommen…das war kein Spaß)
    Und ich würde auf jeden Fall zu einem Hautarzt gehen, da er einfach damit mehr Erfahrung hat als der Kinderarzt.
    Gute Besserung auch dem Finger.. Du hast Recht – es wird nicht langweilig 🙂

    Liebe Grüße

    Julika

    • Ich habe auch nichts gegen Cortison – wenn es wirklich notwendig ist. Aber diese Zeiten würde ich eben gern so weit wie möglich reduzieren.

      Dellwarzen. Da habe ich gleich noch was gelernt. Saskia hat die (ich glaube jedenfalls, dass es welche sind) nämlich seit dem Frühjahr auch rechts am Hals und am Nacken. Keine 300 zum Glück, aber so 15-20 waren es auch und bis zu deinem Kommentar wusste ich noch nicht, was es ist und dass es da einen Zusammenhang gibt.

      Beim nächsten Schub machen wir dann wohl mal einen Termin beim Hautarzt.

  3. Ach herrje, schon bei den ersten Zeilen dachte ich an Neurodermitis. Susanne hatte lang damit zu tun. Manchmal auch noch heute. Halicar hilft fast immer und pflegen, pflegen und weiter pflegen …
    Das ist ja ein riesiger Verband! Und doch das einzig Richtige! Es wird hoffentlich schnell wieder gut, ich drücke Saskia die Daumen.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

  4. Anna schreibt:

    Cremes mit Urea helfen als Basistherapie sehr gut. Nachteil: Wenn die Haut schon gereizt ist, dann brennt sie sehr für 5 Minuten beim Eincremen. Also erst mit Cortison alles wieder heile machen und danach Creme mit 2-10% (je nach Trockenheit der Haut) Urea als Basispflege. Muß aber auch wie die anderen Cremes konsequent täglich angewendet werden.

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