Kurze Freude

Sonntag Nachmittag – wir verbringen 2 Stunden mit Freunden auf dem Jahrmarkt. Die kleine Tochter der Freunde arbeitet sich durch verschiedene Kinderkarussells, Saskia möchte Dosen werfen und Enten angeln, aber nicht fahren, wir alle futtern uns durch diverse Fressstände. Alle haben Spaß. Am Ende bekommt Saskia auf ihren Wunsch noch eine bunte Strähne in die Haare geflochten: Blau, rot und orange hat sie sich ausgesucht – mit Glitzer. Sie freut sich: „Da werden die anderen am Dienstag in der Schule staunen.“, der beste Ehemann von allen zahlt die zehn Euro (ein Schnäppchen ist das leider nicht) und wir verlassen den Markt.

Strähne

Sonntag Abend – Saskia ist auf Toilette, es dauert. „Alles okay bei dir? Brauchst du Hilfe?“, rufen wir durch die geschlossene Tür. Es sei alles okay, ist die Antwort. Irgendwann höre ich das Wasser rauschen und Saskia das Bad verlassen – ich vermute in Richtung Kinderzimmer, stelle allerdings 2 Minuten später, als ich sie erinnern will, nicht erst lange zu trödeln, sondern sich die Zähne zu putzen, fest, dass dort alles dunkel ist. Hmm?! Saskia kommt die Treppe rauf, aus Richtung Küche – eine Hand krampfhaft hinter dem Rücken versteckend. „Was hast du da?“, frage ich und bekomme – wie so oft – keine Antwort. Es macht mich wahnsinnig! Nach ca. 20 mal fragen murmelt sie etwas kaum Verständliches und ich bekomme ihre Hand zu fassen: Die bunte Strähne!

Schnipp, Schnapp, Haare ab

Eine Antwort habe ich immer noch nicht. Als auch der Papa dazu kommt, entnehmen wir dem Knurren irgendwann, dass sie eine Perle nach oben geschoben hätte und diese dann nicht wieder „über den Knoten“ bekam. Warum sie nichts gesagt oder uns um Hilfe gebeten hat, erfahren wir leider nicht. Leider kommt man an Saskia in (oder nach) solchen Situationen überhaupt nicht ran und das ist es, was mich wirklich fertig macht. Sie weiß durchaus, dass das Mist ist, trotzdem verhält sie sich in der nächsten vergleichbaren Situation wieder genauso. Versucht man, mit ihr zu reden, wird man entweder ignoriert oder sie motzt einen an: „Ich weiß das doch!“ Blöde Situation.

Nachdem wir gestern festgestellt hatten, dass Saskia sich ja nicht nur die farbige Strähne, sondern auch gleich noch etliche umliegende Haarsträhnen abgeschnitten hatte, meinte sie lediglich, sie wolle ohnehin lieber kurze Haare haben wie ihr Freund. Das halte ich nun aber nach wie vor für kein besonders gutes Argument. (Den Wunsch hat sie vor längerer Zeit schon mal geäußert, zwischenzeitlich klang es aber überhaupt nicht mehr danach. Wenn ich das Gefühl hätte, dass es ihr wirklich Ernst ist mit den kurzen Haaren und ihr auch bewusst ist, dass man das dann nicht „mal eben“ wieder ändern kann, sondern ihre Haare fast 10 Jahre gebraucht haben, um auf die aktuelle Länge zu wachsen … dann wäre ich eher bereit, ihr den Wunsch nach kurzen Haaren zu erfüllen. Praktischer wäre es sicher.)

Ein Gedanke zu “Kurze Freude

  1. Oh weh …..
    guck mal bei mir hin, aufs Blog.
    Auch viele, viele Jahre … und nun AB ….. schniefffff 😦
    Ich denk mal, dass Saskia noch nicht alt genug ist diese Entscheidung zu verinnerlichen. Susanne hat Monate hin und her gespielt mit dem Gedanken.
    Aber sie ist nun total glücklich und freut sich von morgens bis zum Abend über die kurzen Haare. Ganz kurz sind sie ja nicht, aber sie gingen ihr schon bis weit runter …..
    2 Frisörinnen haben sich geweigert sie abzuschneiden, eine hat fast geheult als die Chefin des Salons es dann gemacht hat ….

    über die abgeschnitte „teuere“ Strähne muss ich nun doch lächeln, denn das hat mir meine Grosse auch so gemacht. Und einige der eigenen Haare mit ….
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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