Yes, we do it again …

Ich habe es ja bereits am Rande erwähnt: Wir werden demnächst eine zweite Runde der Delfintherapie starten.

Vorgestern haben wir die Einkaufsliste ausgefüllt (das ist ein toller Service – wir bestellen, was wir für die ersten Tage brauchen und das wird uns bei der Ankunft ins Hotel bzw. die Unterkunft gebracht), wir überlegen noch, für welche Tage wir einen Mietwagen brauchen (das ist schwer zu entscheiden, weil wir die Therapiezeiten erst vor Ort erfahren) … und ich versuche gerade, im Januar Sommersachen zu kaufen, was gar nicht so einfach ist. Saskia braucht beispielsweise neue Sandalen und die gibt es derzeit tatsächlich noch nicht. Ein bisschen Zeit ist zum Glück noch, aber allmählich wird es ernst.

Vielleicht können wir diesmal ein paar Fehler vermeiden, die wir bei der ersten Therapie 2014 gemacht haben:

  • Den falschen Rückflugtag angeben, so dass der Shuttle-Bus zum Flughafen uns dann eben nicht abholen kam.

    Ich war so sehr auf „Wir sind am Sonntag wieder zu Hause.“ geeicht, dass ich beim Ausfüllen des Formulars auch den Sonntag angegeben hatte. Das Flugzeug startete allerdings bereits am Samstag Nachmittag, um am Sonntag Morgen in Europa zu sein. Das war mir zwar prinzipiell klar, aber nichtmal nach Hinweis der netten Dame vom CDTC am vorletzten Therapietag kam ich auf die Idee, die Angaben auf dem Formular nochmal zu kontrollieren.

    Das kostete uns einige Schreckminuten, als wir begriffen, dass wirklich kein Bus kommt (und nicht wie zunächst vermutet, einfach die Einheimischen die Ruhe weg haben) … und außerdem 40 $ fürs Taxi, die wir dann noch schnell am Automaten abheben mussten, weil wir vorher extra so ziemlich sämtliches Restgeld ausgegeben hatten.

    Diesmal habe ich den besten Ehemann von allen explizit gebeten, die Daten nochmal zu vergleichen, damit das nicht wieder passiert.

  • Teure Nicht-Telefonate führen. Telefonieren mit deutscher SIM-Karte ist auf Curaçao teuer. Das ist uns bekannt, deshalb machen wir das auch normalerweise nicht. Bei der Ankunft zu Hause Bescheid sagen, dass wir gut gelandet sind: Okay, das ist mir die 2,99 €/Minute wert, aber sonst … muss ja nicht sein.

    Trotzdem hatten wir bei der letzten Reise eine überraschend hohe Rechnung. Da waren zwei Gespräche nach Hause dabei und dann hatte der beste Ehemann von allen irgendwann versucht, mich zu erreichen, als wir mal getrennt unterwegs waren. Ich hörte es leider nicht klingeln und so erreichte er nur die Mailbox und legte auf. Allerdings wurde für die 3 Sekunden Anruf die komplette Minute berechnet. Und für mich der ankommende Anruf (Roaming-Gebühren) plus die Weiterleitung (also wieder zurück nach Deutschland) zur Mailbox … Das hatten wir dann später nochmal so ähnlich (dann mit hinterlassener Nachricht auf dem AB) und so kamen wir auf ca. 27 € für Telefonate, die insgesamt etwa 10 Sekunden gedauert haben und bei denen wir nichtmal miteinander gesprochen haben.

  • (Zuviel) Getränke vorm Sicherheitscheck kaufen. Je nach Flughafen ist es sehr unterschiedlich, ob und wo man auf die zulässigen Flüssigkeitsmengen kontrolliert wird. Beim Start in Deutschland konnte ich die am Flughafen gekaufte Flasche sogar mit ins Flugzeug nehmen. In Amsterdam beim Umsteigen ging dagegen gar nichts und auch in Curaçao standen wir plötzlich vor dem Problem, dass wir beim Sicherheitscheck plötzlich noch viel zuviel Getränke dabei hatten (weil ich diesen Check erst später erwartet hatte).

  • Irgendwelche Wertgegenstände offen im Hotel liegen lassen. Der iPod und der NoName-MP3-Player, die im Zimmer auf dem Schreibtisch lagen, sind jedenfalls nie wieder aufgetaucht. Wir vermuten ja, die Putzfrau war sauer, weil sie von uns zu schlecht bezahlt wurde und hat sich auf diesem Wege ihren Verdienst aufgebessert. Aber das ist nur eine Vermutung, beweisen können wir das nicht.

Nun ja, die Therapie ist jedenfalls gebucht und bezahlt, Flüge und Hotel ebenfalls, die Freistellung von der Schule für Saskia für die zwei Tage, um die wir die Schulferien verlängern werden, haben wir auch. Allmählich mache ich mir Gedanken um unsere Gepäckliste.

Ach ja, weil ich immer wieder mal gefragt werde: Nein, die Krankenkasse beteiligt sich nicht an den Therapiekosten, auch nicht anteilig. Ob die Kosten steuerlich absetzbar sind, hängt vom Finanzamt und den vorgelegten Bescheinigungen ab. Unser Finanzamt sah keinen Grund für steuerliche Absetzbarkeit. Es gibt die Möglichkeit, die Therapie über verschiedene Stiftungen oder Spenden zu finanzieren – das machen nach unserer Erfahrung etwa 90% der Teilnehmer. Wir haben uns damit allerdings nicht näher befasst, ich kann daher keine konkreten Tipps dazu geben.

Die reinen Therapiekosten betragen für zwei Wochen (10 Therapieeinheiten zu jeweils 2 Stunden) ca. 7500 $, dazu kommen die Kosten für Flug, Unterkunft, Verpflegung und ggf. Mietwagen.

3 Gedanken zu “Yes, we do it again …

  1. Karen schreibt:

    Vielen Dank für deinen Bericht. Ich überlege auch gerade, ob wir auf eigene Kosten dorthin fahren. In Internetforen bekommt man den Eindruck, dass niemand die Therapie selber finanziert.
    Darf ich fragen, was die letzte Therapie für euch gebracht hat?
    Liebe Grüße

    • Wir haben 2014 eine Familie getroffen, die die Reise auch selbst finaziert hatte, alle anderen, mit denen wir gesprochen haben, finanzierten es über Spenden oder Stiftungen. Einige Familien waren aber auch schon zum 8. oder 10. Mal dort. Wir hatten damals gesagt, für eine einmalige Aktion bekommen wir das Geld selbst zusammen und wir machen es eben dann nicht alle Jahre wieder.

      Gebracht hat es ein Stückchen mehr Offenheit und Bereitschaft, mit anderen zu reden. Sagt jedenfalls die Schule. Ich weiß nicht, ob das tatsächlich ein Therapieerfolg ist oder eher ein zufällig gleichzeitiger Effekt oder ob man eben auch sieht, was man sehen will (weil man weiß, dass es die Delfintherapie gab). Da unsere Hauptprobleme im Moment in Richtung selektiver Mutismus (und teilweise extreme Schüchternheit) und irgendwas nicht richtig Greifbares aus der autistischen Ecke gehen, hoffen wir, dass wir diesmal gezielt an diesen Problemen arbeiten können.

      Ansonsten ist es einfach ein großartiges Erlebnis und wir hatten das Gefühl, dass es Saskia einfach gut tat. (Für uns war es obendrein ein toller und sehr entspannender Urlaub.) Bei körperlichen Einschränkungen ist der unmittelbare Effekt sicher größer und eindeutiger, greifbarer.

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