Unsere neue Küche

Ich habe noch gar nicht über unsere neue Küche berichtet. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass es sie noch nicht gibt. Jedenfalls nicht so wie geplant.

Aber von vorn: Im Mai besuchten wir ein großes Möbelhaus in unserer Nähe, um mal zu schauen, was es denn so für Möglichkeiten gibt, unsere in die Jahre gekommene Einbauküche durch ein aktuelles Modell zu ersetzen. Natürlich hatten wir vorher die Küche mal vermessen. Nun ist der Grundriss unseres Hauses nicht ganz unproblematisch: Die Küche ist etwa 3 Meter lang und an der breitesten Stelle 2,44m breit – an der schmalsten nur 1,75m. Das ist nicht sonderlich viel und der ganze Kram soll ja wieder irgendwo untergebracht werden. Irgendwann saßen wir dann mit einem Verkäufer zusammen und planten unsere neue Küche. Wie es in Küchenstudios und Möbelhäusern so üblich ist, schickte man uns Anfang Juni jemanden zum „Aufmaß“ vorbei.

Wir änderten anschließend noch den einen oder anderen Schrank, ich ließ mir sagen, dass meine Wünsche ja sozusagen „karierte Maiglöckchen“ wären (aber in einer ohnehin sehr kleinen Küche möchte ich nicht sinnlos Platz verschenken, nur weil der Verkäufer andere Vorstellungen hat als ich), irgendwann war alles fertig geplant, der Vertrag unterschrieben und aus der ursprünglich geplanten Lieferung Ende August / Anfang September ein „etwa Mitte September“ geworden. Nun ja, dann müssten wir also noch etwas länger mit unseren Provisorien leben, aber bis zum 15.9. hatte ich Urlaub, das würde also gerade noch passen. Immerhin hatten wir so genügend Zeit für die Renovierung des Raumes.

Wir fuhren in den Urlaub, räumten anschließend die alte Küche aus, ließen die Schränke ausbauen und dann kamen auch schon die Elektriker, die eine Menge Schmutz machten und viele neue Kabel verlegten und einen neuen Sicherungskasten installierten. Anschließend erschienen die Fliesenleger, machten nochmal Dreck und verlegten schöne neue Bodenfliesen und zu guter Letzt durften die Maler ran, um die Wände neu zu verputzen und teilweise zu tapezieren und zu streichen. All das klappte reibungslos und inzwischen haben wir uns auch schon an unsere neue Wandfarbe gewöhnt. (Auch wenn sie etwas kräftiger ist als erwartet.) 😉

Am 13. September sollte dann endlich die neue Küche eingebaut werden. Um 7:40 Uhr klingelte es an der Tür und kurze Zeit später wurden die ersten Schränke reingetragen. Ich wies den Chef-Monteur noch darauf hin, dass sie die Füße der Schränke bitte ganz reindrehen sollten, weil die Schränke samt Arbeitsplatte sonst nicht unters Fenster passen. Er guckte, zückte den Zollstock, maß den Abstand von Fenster zum Boden, drehte die Füße rein, maß die Schrankhöhe und meinte: „Das passt nicht.“ „Machen Sie mich nicht schwach“, sagte ich, „das muss passen.“ Es passte nicht. Leider ließen sich die Füße auch nicht kürzen, da man dann entweder das Gewinde absägte oder sie keinen Halt mehr hatten. Also neue Füße. Ob sie die (in ausreichender Menge) am Lager haben? Er wusste es nicht – schließlich hat da jeder Hersteller andere Modelle und so eine Küche hat viele, viele Füße. Eine gute Stunde und zahlreiche Telefonate später hatten wir ausreichend Füße in der richtigen Höhe. Puhh…

Leider war das noch nicht das letzte Problem. Nachdem einige Schränke aufstellt waren und die Arbeitsplatten angepasst werden sollten, stellte sich heraus, dass das Aufmaß völlig falsch war. Statt 2,44m Raumbreite waren im Plan nur 2,39m angegeben, statt 1,09m Fensterbreite nur 1,04m. Das Ende vom Lied: Die Arbeitsplatten haben die falsche Länge (und sind wirklich zu kurz, müssen also neu bestellt werden). Da die Oberschränke an den Unterschränken und den zu kurzen Arbeitsplatten ausgerichtet wurden, ist nun zu wenig Platz, um die vorhandenen Oberschränke anzubringen. Für Schränke mit 40cm Breite ist nur noch 36cm Platz. Nun haben wir die Wahl, entweder alles nochmal ab zu bauen und zu versetzen oder neue Schränke (mit 35cm Breite) zu bestellen. Leider tut sich im Moment aber absolut gar nichts – Möbelhaus und Kundendienst lassen uns hier am langen Arm verhungern.

Die Teile, die aufgebaut wurden, können wir nur sehr eingeschränkt benutzen: Die Wandverkleidung fehlt komplett, damit auch die Steckdosen (da gucken derzeit also die Kabel aus großen Löchern in der nackten Wand), die Arbeitsplatten enden irgendwo 5cm vor der Wand, die Dunstabzugshaube ist nicht angeschlossen, die Türen fehlen teilweise auch noch und in einigen der Oberschränke liegt das restliche, noch unverbaute Montagematerial. Ganz, ganz großes Kino, wirklich.

Immerhin sind Kühlschrank, Herd und Spüle (inkl. Geschirrspüler) nutzbar, wir haben aber weder richtige Mülleimer noch ausreichend Schränke für Geschirr und Lebensmittel. Die Monteure verkündeten schon Mitte September, sie seien bis Mitte November ausgebucht und auf Anrufe, Mails und Briefe reagiert derzeit keiner. Ich bin soooo sauer. Am meisten ärgert mich ja, dass meine ursprünglich angegebenen Maße korrekt waren und die Firma schlicht und ergreifend das Aufmaß völlig versaut hat und die falschen Maße dann eben für die Planung benutzt hat. Nützt mir aber auch nichts.

Irgendwann wurde uns ein Vor-Ort-Termin mit dem Kundendienstleiter angeboten – 2,5 Wochen in der Zukunft (was uns damals sehr lang erschien – inzwischen sind die fast rum). Wir sind allerdings nicht sicher, ob der Kundendienstleiter die richtige Person dafür ist, denn die Frage, wie wir jetzt vorgehen, ist ja eher technischer Natur. Und selbst wenn der Mensch Ende dieser Woche erscheinen sollte, passiert ja dann auch erstmal nichts. Der guckt ja nur, dann wird vielleicht irgendwann etwas bestellt und bis das dann hergestellt ist und da ist und eingebaut werden kann, haben wir wahrscheinlich 2018. Na Danke auch!