Sei vorsichtig mit deinen Wünschen …

… sie könnten in Erfüllung gehen.

Seit Jahren wünscht Saskia sich, mit uns Skifahren zu gehen. Woher dieser Wunsch kommt, ist nicht ganz klar (wahrscheinlich zu oft „Conni fährt Ski“ oder ähnliches gelesen), denn eigentlich kennt sie Schnee und insbesondere Skifahrtauglichen Schnee nur vom Hörensagen. Hierzulande kennt man ja eher Nieselpieselregen – im Winter auch mal mit Schneeregen gemischt (aber das ist schon selten) oder des Nachts mal mit „überfrierender Nässe“ und dem daran gekoppelten Chaos. Aber ich schweife ab.

Saskia lag uns jedenfalls in den Ohren, sie wolle Ski fahren. Vor knapp zwei Jahren war sie dann auf einer Ski-Freizeit der örtlichen Körperbehindertenschulen (worüber ich irritierenderweise gar keinen Blogbeitrag finde). Sie hatte Spaß dabei, war aber gleichzeitig enttäuscht, weil es dort ja keine echten Skier für sie gab, sondern die – auch für Rollifahrer geeignete – Monoski-Variante. Okay, dann versuchen wir es eben mal mit dem Skifahren – nur wann und vor allem wo? Die Orte, die mit sinnvollem Aufwand erreichbar sind, sind nicht schneesicher – schon gar nicht Anfang März, wenn Saskia Ferien hat. Und einen riesigen Aufwand betreiben und fast 1000 km fahren, um dann festzustellen, dass es womöglich gar nicht klappt mit dem Ski fahren, ist ja auch doof.

Und davon, dass es klappt, war ich nicht wirklich überzeugt. Schließlich braucht man zum Skifahren ja nicht nur Schnee und die richtige Ausrüstung, sondern auch ein bisschen Übung. Und genau das ist leider gar nicht Saskias starke Seite. Sie geht davon aus, dass sie alles auf Anhieb kann. Wenn das nicht der Fall ist, ist sie aber auch nicht bereit, mal zu probieren und zu üben. Und wir Eltern sind nun auch nicht gerade die perfekten Skifahrer. Ich habe Verwandtschaft in Thüringen und als Kind bin ich durchaus mit einiger Begeisterung in den Winterferien Ski gefahren. Allerdings war das damals auch irgendwie unkomplizierter: Normale, stabile Stiefel und ein paar Skier mit Seilzugbindung … und schon gings los, über Berg und Tal, übers Feld und durch den Garten oder auch mal den Schieferbruch runter. Im Erwachsenenalter habe ich nur ein einziges Mal auf Skiern gestanden und das ist 20 Jahre her. In Erinnerung ist mir, dass ich die neumodischen Ski-Stiefel furchtbar fand und überhaupt nicht klar kam. Danach gab es dann keine weiteren Versuche.

Im Moment hat Saskia ja noch Weihnachtsferien und wir überlegten wieder einmal, wie wir ihr denn den Wunsch Ski zu fahren erfüllen könnten. Letztlich fiel mir dann doch eine schneesichere Variante in der Nähe ein: Eine Indoor-Skihalle. Ja, ja, das ist beinahe Blasphemie, das ist mir schon klar. Aber auf diese Weise könnten wir mit relativ geringem Aufwand ausprobieren, ob und wie das mit Saskia (und uns) und dem Ski fahren überhaupt funktioniert. Wir suchten uns also einige Sachen zusammen und machten uns auf den Weg in den Schnee.

Beim Ausleihen der erforderlichen Ausrüstung stellte ich mal wieder fest, dass meine Beine nicht nur generell stiefelinkompatibel sind, sondern Skistiefel noch mal eine ganz spezielle Nummer sind. Die ersten passten gar nicht, die nächsten gingen mit Ach und Krach einigermaßen zu, nachdem ich von Jeans auf Skihosen gewechselt war und die nächsten (die dann eine Nummer größer waren), gingen zwar zu, quetschten mir aber die Schienbeine so fies, dass mir an dieser Stelle schon der Spaß verging. Diese seltsam nach vorn geneigte Beinstellung (die offenbar so sein soll), trägt auch nicht gerade zur Bequemlichkeit bei, finde ich. (Ich will meine alten Skier mit Seilzug wieder!) Es dauerte fast eine Stunde, bis wir endlich in einigermaßen passenden Schuhen steckten und zur Ausgabe der Skier humpeln konnten. Saskia war ebenfalls nicht besonders begeistert vom Komfort ihrer Schuhe und dem besten Ehemann von allen verging vermutlich allein durch unser Gejammer allmählich auch die gute Laune. Aber nun waren wir hier – nun würden wir das auch durchziehen.

Das erste Mal auf Skiern

Saskia fand allerdings schon das Geradeauslaufen mit Skiern so anstrengend, dass sie sich entweder sofort hinsetzen oder zum Lift wollte. Das hätte allerdings bedeutet, dass wir dann einen relativ steilen Hang wieder runter fahren müssten – und dazu war realistisch betrachtet keiner von uns in der Lage. Also erstmal zum Anfängerhügel. Hier gab es keinen Lift, also kletterten wir mühsam den flachen Anstieg nach oben. Begeisterung sieht aber irgendwie anders aus.

Wer runter will, muss erstmal hoch ... mit Skiern

Recht schnell kam der Ruf nach Essen und Trinken und wir verließen die Halle erstmal wieder. Und nun? Wagen wir nach der Stärkung eine zweite Runde? So richtig Lust hatte keiner dazu und irgendwie graute uns auch davor, wieder in die schweren harten Stiefel steigen zu müssen. Also guckten wir uns noch eine Weile um und liehen uns schließlich einen Tubing-Reifen aus. Mit dem musste man zwar auch erstmal nach oben …

... oder auch mit Tubing-Reifen

… aber die Abfahrt war deutlich lustiger als unsere Versuche auf Skiern, so dass der Ausflug dann doch noch ein gutes Ende hatte.

Lustiger Ausklang

Eine Dreiviertelstunde später waren wir daheim mit dem Fazit: Winterurlaub können wir gern machen, Skifahren muss aber vorläufig nicht (wieder) sein.

11 Gedanken zu “Sei vorsichtig mit deinen Wünschen …

  1. ach, jetzt musste ich schmunzeln. Jaja… Skischuhe und ich sind auch keine Freunde. Ganz ehrlich: ich denke nicht, dass die irgendwer wirklich bequem findet… Gut, vielleicht sind die geliehenen einfach nie 100 % passend… kann schon sein.
    Wir hatten ein ähnliches Erlebnis mit Anika am Eis. Sie sollte unbedingt Eislaufen. Allerdings war nach 10 Minuten schon die Luft raus. Viel zu anstengend. Naja – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Winterurlaub ist aber auf jeden Fall nett. Und Rodeln macht mächtig viel Spaß! Und wer weiß, was in ein paar Jahren ist.
    Lass dir ganz herzliche Grüße hier,
    Tanja

    • Aber irgendwem müssen diese blöden Skischuhe doch passen. Wenigstens dem Erfinder, oder?

      Falls ich es nochmal mit Skifahren versuche, wird es wohl eher Langlauf – weil die Schuhe deutlich bequemer aussehen 😉 (Aber kann man eigentlich Langlaufsachen auch irgendwo leihen und das ausprobieren?)

      Und unseren Winterurlaub müssten wir allmählich mal ernsthaft planen. Ich komme echt zu gar nichts und lag jetzt mehrere Tage schon vor 21 Uhr im Bett, weil ich einfach fix und fertig war. Aber so wird natürlich nur das Lebensnotwendige und alles andere bleibt liegen. Nicht schön.

  2. Ines schreibt:

    Oh ha, die skischuhe fand ich auch schrecklich. Kind 1 und 3 fetzt Abfahrt, ich kapituliere vor dem kleinsten Hügel. Bei uns gibt’s mit der 7.Klasse ein skilager, eine ganze Woche lang. Kind 1 war da vor 2 Jahren, jetzt ist Kind 2 dran, ein bewegungslegastheniker der sich für Abfahrt eingeschrieben hat (ich hoffe der kommt heil wieder). Ich finde Saskias Wunsch unheimlich toll.

    • Inzwischen ist dein Großer ja wieder da. Finde ich toll, dass die Schule so was macht – ist ja vermutlich auch nicht ganz ohne wegen der Verletzungsgefahr (die sicher größer ist als bei einer normalen Klassenfahrt). Saskias Lehrer sind ja noch nicht mal bereit, eine Klassenfahrt zu machen (sie ist ja auch erst in der 6.) – das nervt mich etwas.

      Den Wunsch finde ich übrigens auch toll. Schade nur, dass sie dann nicht auch bereit ist, zu üben usw. Das macht die Geschichte dann wieder anstrengend.

  3. Ach herrjeee
    Das ist so echt erzählt, dass ich mir vorstellen kann wie es gelaufen ist. Und ich kann es gut nachvollziehen…dann lieber doch keinen Skiurlaub buchen, oder?
    Winterurlaub schon … Susanne hat nun auch einen kl.Kurzurlaub in den Bergen gemacht. Sie ist sozusagen Tag und Nacht gerodelt und es war sehr schön.
    liebe Grüsse und auch wenn es schon eine Woche alt Ist:
    Ich wünsche Euch ein wundervolles Jahr 2018
    Elisabeth

    • Ich finde die Hallen eigentlich eher fragwürdig (wegen Energieverschwendung u.ä.). Aber hier im flachen Land, wo man drei Tage vorher sieht, wer zu Besuch kommt und wo höchstens mal für wenige Stunden klatschnasser Schnee liegt, ist es die einzige Möglichkeit, das Ski fahren mal zu probieren, ohne hunderte Kilometer zu fahren. Schlitten kann man dort übrigens leider nicht fahren, dafür müssen wir dann wohl doch raus in die Natur 😉

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