Neverending Story

Nein, ich meine nicht die von Michael Ende und auch nicht die von Limahl, sondern einfach die Geschichte unserer neuen Küche.

Was bisher geschah:

  • Im Mai / Juni 2017 haben wir die Küche geplant und den Kaufvertrag abgeschlossen
  • Ende August / Anfang September sollte die Küche geliefert werden, später hieß es „Mitte September“
  • Aufbautermin 13. / 14. September … und fast alles geht schief. Die Maße stimmen nicht, Teile passen nicht. Anschließend gibt es Telefonate, Mails, Einschreiben und Gespräche mit dem Verkäufer und dem Kundendienst.
  • Am 5. Oktober Vor-Ort-Termin mit dem Kundendienstleiter, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
  • 13. Oktober – Montagetermin, damit wir wenigstens die vorhanden Teile nutzen können. Das klappt immerhin, aber es fehlen weiterhin Oberschränke und Nischenrückwände, die Arbeitsplatten sind zu kurz.
  • 24. November – Termin für Endmontage, der dann am gleichen Morgen abgesagt werden soll, weil Teile fehlen bzw. beschädigt sind. Der Termin findet zwar statt, es ist aber natürlich keine Endmontage. Die nachbestellten und extra für uns gebauten Oberschränke sind zu breit.
  • Am 27. November rufe ich mal wieder beim Kundendienst an und bestehe auf einen zeitnahen (spätestens am 11. Dezember stattfindenden) neuen Termin, damit endlich die Nischenrückwände an die Wände kommen und der Elektriker am 12. Dezember die Steckdosen einbauen kann. Es ist der einzige Termin, der von Elektrikerseite vor Weihnachten noch verfügbar ist. Ich erfahre, dass die fehlenden Profilleisten in der 49. KW geliefert werden sollen – voraussichtlich am 5. oder 7. Dezember. „Prima“, sage ich, „dann können wir ja für Freitag, den 8. Dezember gleich einen Montagetermin machen.“ Nein, so einfach ist das natürlich alles nicht. Die Monteure sind ausgebucht bis sonstwann und überhaupt müsse er erstmal klären usw. usf.
    Am nächsten Tag kommt der Anruf, die Lieferung käme zwar wie geplant, die Monteure hätten aber erst am 2. Januar Zeit. WTF?!

    Ich entgegne, dass das inakzeptabel ist und bestehe darauf, zu Weihnachten in der Küche Steckdosen zu haben. Sollten sie nicht in der Lage sein, vorher jemanden zu schicken, beauftrage ich eine andere Firma, die sich mit so was auskennt … und sie dürfen es bezahlen. Fand er auch nicht lustig, aber ganz ehrlich, irgendwann ist auch bei mir Schluss mit lustig. Ein halbes Jahr nach Auftragserteilung würde ich ganz gern mal wieder eine komplette Küche haben. Und der Vorschlag, ich solle doch Verlängerungsschnuren quer durch die Wohnung verlegen, war ebenso inakzeptabel wie sein Vorschlag, sie würden am 2. Januar dann auch auf ihre Kosten einen Elektriker mitbringen. Das nützt mir zu Weihnachten exakt überhaupt NICHTS. Er fragte, wie er uns sonst zufrieden stellen könne. „Mit einem Montagetermin am 8., 9. oder 11. Dezember“, sage ich.

    Am nächsten Tag hatte er dann doch einen Termin für Freitag, den 8. Dezember ab 7 Uhr. Geht doch.

Ende.
Oder etwa doch nicht?

Natürlich nicht. Wäre doch auch langweilig. Ich nahm also Urlaubstag Nummer 6 und blieb daheim. Natürlich stand morgens um 7 keiner vor der Tür. Das wunderte mich nicht. Als um 8 auch keiner da war, wurde ich allmählich etwas ungeduldig. Um dreiviertel 9 rief ich dann an und fragte, ob der Termin denn noch stünde. „Ja, die Monteure suchen noch die Türen für die Oberschränke und die Sockelleisten.“ „Ist ja ’ne tolle Organisation bei Ihnen. Wann kann ich denn mit Ihren Leuten rechnen?“ „Na ja, geben Sie ihnen noch ’ne halbe Stunde zum Suchen und dann ’ne Dreiviertelstunde zu Ihnen …“ „Moment, WO suchen die denn? Ich dachte, Ihr Lager sei im Nachbarort – das sind doch nur 10 Minuten bis hierher.“ „Ach, so nah ist das. Das wusste ich nicht.“ (Nun gut, der Kundendienst sitzt etwa 350km entfernt.)

Irgendwann tauchten dann tatsächlich Monteure auf und hatten sogar Schranktüren dabei. Und Abschlussprofile. Aber keine Sockelleisten, ob die vielleicht hier seien. Einige Leisten waren tatsächlich hier, leider nicht alles. Am Ende des Tages war die Küche dann aber doch weitgehend fertig. Der Elektriker brachte schließlich noch die Steckdosen an und Weihnachten konnte kommen.

Nun fehlen noch etwa anderthalb Meter Sockelleisten und ein paar Öffnungsbegrenzer für die Oberschränke, damit die Türen nicht an die Wand knallen. Aber das ist nun wirklich Kleinkram und wird irgendwann im neuen Jahr erledigt, dachten wir.

Vorige Woche fragte ich mal telefonisch nach, wie es denn aussähe. Oh, er habe einen Termin für uns, sprach der Kundendienstmitarbeiter. Dienstag, den 30. Januar – vormittags. (Ich habe nicht gefragt, wann sie uns den Termin denn mitteilen wollten, wenn ich nicht zufällig angerufen hätte.) „Nein“, sag ich, „vormittags ist ganz schlecht. Ich bin fast täglich ab 15 Uhr zu Hause, da können Sie gern kommen, aber ich nehme nicht schon wieder Urlaub.“ Das ginge nicht, entgegnete er, denn es seien noch 240 Minuten Arbeit. „Für anderthalb Meter Sockelleisten und eine Hand voll Öffnungsbegrenzer?! Das dauert ’ne halbe Stunde, wenn’s hoch kommt ’ne ganze, aber länger ganz sicher nicht.“ „Oh ja, hier steht was von 90 Minuten. Ich korrigier das mal im Computer und melde mich wieder bei Ihnen, sobald ich einen neuen Termin habe, aber ich kann nicht versprechen, dass es am Dienstag was wird.“ Es kam kein Rückruf, stattdessen eine Mail …

Mail vom Kundendienst

Dazu fiel uns nur noch das ein:

Antwortmail

Nach unserer Antwortmail hörten wir Freitag und Montag nichts mehr. „Muss ich wohl nachher mal anrufen und nachfragen.“, sagte ich noch, als wir das Haus verließen. Eine halbe Stunde später – mitten auf dem Weg zur Arbeit klingelte das Handy des besten Ehemanns von allen. Die Monteure standen bei uns daheim vor der Tür. Tja, wir nicht!

7 Gedanken zu “Neverending Story

      • Mitleserin schreibt:

        👍🏻
        Dann drücke ich mal die Daumen, dass die Sache doch noch ein gutes Ende findet…
        (und hoffe, dass es nach Fertigstellung auch ein paar Bilder zu sehen gibt – nein, ich bin nicht neugierig…) 😉

  1. Unglaublich…. so schlimm!
    Ich kann nur noch den Kopf schütteln.
    Ein gutes Ende kann es ja schon gar nicht mehr nehmen, so viel Nerven und Kraft und Zeit wie Euch das gekostet hat.
    Finanziell sollte aber schon ein grosser Nachlass, ohne Diskussionen von denen, gegeben werden.
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

  2. Ahh, das klingt ja grauslig! Absolut unglaublich. Meine Erfahrungen mit Handwerkern sind ja auch eher schlecht (kommen nie zur verabredeten Zeit, arbeiten meist recht unordentlich und verlangen sehr viel Geld), aber du bist da wirklich auf die geballte Inkompetenz gestoßen! EInen 7. (!) Urlaubstag würde ich auch auf gar keine Fall nehmen. Zum Trost kann ich nur sagen, dass es selbst bei einer ganz guten Küchenfirma lange dauern kann, bis die Küche fertig ist. Unsere Küche wurde im August bestellt, im Oktober geliefert, aber immer noch gibt es Dinge, die noch nicht richtig funktionieren (liegt an den baulichen Bedingungen…). Ich drücke die Daumen, dass die neverending Story doch sehr bald ein Ende findet mit einer hoffentlich funktionierenden und optische schönen Küche.

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