Und nach der Schule?

Nachdem Dank Corona ja alle geplanten Praktika ausfielen, sind wir sind derzeit auf der Suche nach einem Praktikumsplatz. Wir haben uns neulich eine Werkstatt angesehen und wahrscheinlich wird Saskia im Februar dort zwei Wochen Praktikum machen – mangels Alternativen, nicht aus echter Überzeugung. Immerhin wurde uns dort gesagt, Saskia sei willkommen und die Beförderung morgens zur Werkstatt und am Nachmittag nach Hause sei kein Problem. Das ist schon viel wert.

Was nach der Schule kommt? Keine Ahnung. Die „Übergangsberatung“ neulich lief ähnlich, wie ich mir das vorgestellt hatte: Anwesend: Ein Herr vom Institut für berufliche Bildung, der die Zuweisung zu bestimmten Berufsschulen macht, falls es eine solche sein soll. Eine Frau, deren genaue Funktion ich schon wieder vergessen habe – sie besichtigt wohl ab Februar mit den Schülern bestimmte Schulen und führt nochmal Gespräche. Saskias Klassenlehrerin und Saskias Klassenerzieher, wir Eltern und Saskia. Innerhalb einer halben Stunde sollte Saskia sich vorstellen und wir dann Empfehlungen für die Zukunft bekommen.

Saskias Vorstellung wurde in der Schule vorbereitet und da auch das Klassenteam weiß, dass Saskia nicht mit Fremden spricht (gar nicht, niemals, unter keinen Umständen), hatten sie ein Plakat gestaltet und ein paar Dinge mit Sprachausgabe auf dem schuleigenen iPad vorbereitet. Das klappte dann … überhaupt nicht. Das iPad verweigerte nämlich den Dienst, wenn es mehr als die Überschrift wiedergeben sollte. Tja. Irgendwie haben wir uns dann ein bisschen unterhalten, was wir uns denn vorstellen könnten, es kam raus, dass es für Schüler aus unserem Bundesland schwierig, aber nicht unmöglich sei, nach der 10. Klasse weiter in der großen Stadt im benachbarten Bundesland zur (Berufs-)Schule zu gehen. Wir müssten uns entscheiden, ob Ausbildung(svorbereitung) AV (inklusiv), Berufsschule (exklusiv) oder Produktionsschule, die wohl nicht in Frage käme (ohne Erklärung, warum eigentlich nicht) … und dann waren wir schon über der Zeit und der Termin vorbei. Tja nun.

Vielleicht führt der weitere Weg aber auch gar nicht ins Nachbarbundesland, denn das Gastschulabkommen sieht nur 10 Jahre Schulbesuch vor und danach … ist unser eigenes Bundesland zuständig. Ansprechpartner hier suche ich allerdings noch. Das System ist etwas … unübersichtlich. Eventuell gibt es Ausnahme- oder Härtefallregelungen, darauf vertrauen sollte man aber nicht und mit Beförderung würde es dann auch schwierig. Uns wurde (nicht zum ersten Mal) nahegelegt, Saskia doch auf dem Papier ins Nachbarbundesland (zu einer Freundin o.ä.) umziehen zu lassen. Aber mal abgesehen davon, dass ich denke, es muss doch ohne Betrug der Behörden möglich sein, würde das ja neue Probleme bringen (zum Beispiel stünde der Schulbus ja dann vor dem falschen Haus).

Hierzulande ist Saskia nicht mehr schulpflichtig, aber bis zum 18. Geburtstag berufsschulpflichtig. Wir hatten gestern ein sehr angenehmes Videotelefonat einem Berufsbildungswerk. Das könnte ich mir eigentlich gut für sie vorstellen, aber eher 1-2 Jahre später. Hmm … Wäre die Frage, was sie vorher macht. AV sieht hier irgendwie nicht ganz so überzeugend aus. (Ich weiß gar nicht, warum genau – ist eher ein Bauchgefühl.) Das „Förderzentrum Lernen“ im Nachbarort wäre möglicherweise für sie zuständig – dort sind aber eigentlich auch max. 10 Schuljahre vorgesehen und die hat sie im Sommer ja rum. Sie dann in eine Schule zu schicken, für die sie eigentlich zu alt ist und in der sich alle anderen kennen, sie aber die einzige Neue wäre, nur um die Zeit zu überbrücken, fühlt sich sehr falsch an. (Auch wegen des Selektiven Mutismus und allem, was da so dran hängt.) An ihrer derzeitigen Schule könnte sie eventuell auf Antrag (Härtefall … bla, bla) ein weiteres Jahr bleiben, aber das ist halt auch keine sinnvolle Perspektive. Die Schule macht die 11. Klasse als „Werkstufe“ (also wirklich Vorbereitung auf WfbM und eben Zeitüberbrückung, keine neuen Inhalte), ihre Mitschüler wären auch nicht mehr da und das Schulbus-Problem hätten wir auch wieder. (Keine Schulpflicht -> kein Schulbus.) Es ist gerade alles sehr, sehr … uff.

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