Frühling

Die Zeit rast dahin und ich komme zu nichts von all den Dingen, die ich mir vornehme. Aber aus gegebenem Anlass zeige ich mal ein Frühlingsbild – gestern auf dem Weg zur Arbeit fotografiert.

Frühling in der Großstadt

Und winke mal zu Karen nach Finnland – das hier ist kein Schnee 😉

(Die Sonne und der blaue Himmel täuschen übrigens – sonderlich warm ist es derzeit nicht. Temperaturen sind einstellig – aber immerhin vorzeichenlos.)

Jubiläum … ganz ohne Party

Gestern hatten wir ein Jubiläum, das wir nicht gefeiert haben: 10 Jahre Epilepsie. Abgesehen von zwei Fieberkrämpfen war bis April 2007 alles in Ordnung, Saskia war gesund und ganz normal entwickelt. Am 20. April 2007 begann dann eine sehr, sehr schlimme Zeit und aus „Es kann schon mal 6 Monate dauern, bis das Kind richtig ‚eingestellt‘ ist.“, wurden schließlich ganze 6 Jahre. Wenn mir das vor 10 Jahren jemand gesagt hätte, wäre ich vermutlich durchgedreht.

EEGSaskia und ich haben den Tag genutzt und Saskias Neurologen besucht. Das EEG sieht (wie immer in den vergangenen 3 Jahren) zwar nicht völlig normal aus, aber es zeigt zumindest keine Anfallsbereitschaft.

AuslesenDer VNS konnte mit dem neuen Programmiergerät nun auch endlich wieder ausgelesen werden. Die Einstellungen bleiben unverändert, die Batterie ist noch voll genug – also alles in Ordnung, falls nicht etwas Unerwartetes passiert, sehen wir uns in einem halben Jahr wieder (bis dahin hoffentlich nur noch mit einem Medikament).

VNS-EinstellungenVNS-Einstellungen 2

Frohe Ostern!

Schönes WetterZum Osterfeuer gingen wir gestern mit Freunden und deren kleiner Tochter, außerdem hatte sich noch Saskias Schulfreund mit seinem Vater angeschlossen. Da es in den vergangenen Tagen reichlich geregnet hatte und das Wetter den ganzen Tag durchwachsen war, war Saskia mit Gummistiefeln und in alter „Kann-ruhig-Schmutzigwerden-Jacke“ und die kleine Tochter der Freunde mit kompletter Regenkleidung unterwegs. Und das war eine gute Entscheidung: Neben dem aufgeschichteten, aber noch nicht brennenden Holzstapel war die vermutlich größte zusammenhängende Matschfläche außerhalb des Nationalparks „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ und beide Kinder tobten mit Begeisterung durch die Pampe. Die Kleine äußerte den Wunsch, doch auch gleich noch einen „Schlamm-Engel“ zu machen – das wurde ihr von den Eltern unverständlicherweise untersagt 😉 … Sekunden später lag sie in voller Länge in der Pfütze. 😀 (Als sie ein paar Minuten später dann nochmal rückwärts in den Dreck fiel, blieb sie kurzerhand liegen und begann doch noch mit den Armen Muster in den Schlamm zu malen.)

Matsch ist tollDer größte Kontrast dazu war die Tochter unserer Ex-Nachbarn – 6 Wochen älter als Saskia und diesmal doch sehr um gutes Aussehen bemüht: Schwarze Ballerinas, schwarze Leggings, schwarzer Minirock, enge schwarze Lederjacke … sah alles nicht sonderlich warm aus, aber durchaus schick und wenn ich sie allein getroffen hätte, hätte ich sie wahrscheinlich gar nicht auf den ersten Blick erkannt. (Wir haben uns lange nicht gesehen.) Da war kaum noch was Kindliches und das fand ich schon ziemlich spannend. Und wann ist die denn so groß geworden? Als wir sie zuletzt sahen, war sie sehr, sehr zart und fast einen Kopf kleiner als Saskia. Inzwischen dürften die Mädchen etwa gleichgroß sein, aber die Wirkung ist eben völlig unterschiedlich. Während Saskia da wirklich noch absolut kindlich ist, war dort schon eher eine junge Frau zu sehen.

Amüsant fand ich eine Frau in komplett weißen Turnschuhen. Weiß?! Zum Osterfeuer?! Beim dem Wetter? Okaaayyy… Wäre jetzt nicht meine bevorzugte Farbe für diese Veranstaltung, aber gut.

Irgendwann wurde das Feuer dann auch tatsächlich angezündet, wir guckten noch eine Weile zu, bis uns zuviel Glut und Asche um die Ohren flog und traten dann den Heimweg an. Das Wetter hatte zum Glück gehalten und wir kamen auch trocken nach Hause.

OsterfeuerFür mich ging es dann heute früh um 5 Uhr traditionell mit den Resten vom Osterfeuer an der Kirche weiter. Osterfrühgottesdienst mit diesmal ca. 140 Gottesdienstbesuchern … das war so voll, dass ich erstmal ein paar Minuten suchen musste, um einen Parkplatz zu finden und schließlich so blöd stand, dass ich das Feuer nicht mal sah. Ich muss zugeben, mit 30-40 Leuten fand ich diese Art Gottesdienst netter – andererseits ist es (auch für den Pfarrer) natürlich schön, wenn viele Menschen kommen. Dann gab es auch noch neumodische Osterkerzen – statt der klassischen dünnen weißen (die sich im Laufe des Gottesdienstes immer so schön in der warmen Hand verbiegen) gab es diesmal welche im Plastikbecher. Die sahen hübsch aus, ließen sich aber schlecht aneinander anzünden, gaben zu wenig Licht und am Ende war ganz viel flüssiges Wachs übrig, das ich mir prompt großflächig über den Ärmel kippte. Vom Plastik mal gar nicht zu reden.

OsterfrühgottesdienstKurz vor halb 8 war ich wieder daheim, alle Rollläden waren noch geschlossen, ich holte mir schnell den Korb mit den Ostersachen (den ich gestern Abend noch in weiser Voraussicht dort stationiert hatte) aus dem Fahrradschuppen und ging dem Osterhasen zur Hand. Gar nicht so einfach, in einem nicht allzu großen Garten Verstecke zu finden, die sich nicht sofort auflösen, sobald der nächste Regen kommt. Beim Verstecken war zwar alles nass, es regnete aber gerade nicht – vorhergesagt war jedoch böiger Wind, Regen, Graupel und Gewitter … und ich wusste ja nicht, ob Saskia in 5 Minuten oder erst in 2 Stunden auf die Suche gehen würde.

Gedächtnisstütze des OsterhasenAls ich schließlich das Haus betrat kam mir mein Kind jedoch bereits entgegen. Sie hatte (wie üblich im stockdunklen Wohnzimmer) bereits am Tablet gesessen und hatte auch schon nachgesehen, ob draußen schon was zu finden war. (Da bin ich sehr froh, dass nicht die Haustür zugefallen ist, als sie im Schlafanzug vor der Tür stand. Ich weiß nämlich nicht, wie sie in dem Fall reagiert hätte.) Es war aber noch kein Osterhase da gewesen. Ich überredete sie, sich anzuziehen und dann nochmal im Garten nachzusehen.

Ob dort ein Osterei versteckt ist?Diese Suche war dann doch etwas erfolgreicher.

AusbeuteSchokolade brauchen wir jetzt eine Weile nicht zu kaufen, glaub ich. 😉

SortiertNachdem alle „Ostereier“ sortiert waren, gab es auch endlich Frühstück. Da ich vergessen hatte, Hefe mitzubringen, hatte ich gestern Abend einigermaßen spontan Teig für Schoko-Quark-Brötchen angerührt, die sogar der sehr „quarkskeptische“ beste Ehemann von allen lecker fand.

Schoko-Quark-BrötchenOstereier hatten wir am Karfreitag auch gefärbt und uns daran erfreut, dass die Farben diesmal wirklich sehr schön kräftig geworden sind.

Bunte EierNach ein bisschen Rumhängen, CD hören und Essensvorbereitungen haben wir dann mit meiner Mutti Kaninchen und Klöße gegessen und waren auch noch ein paar Minuten draußen, bevor der Tag dann schon fast wieder rum war. Das Wetter war immerhin deutlich besser als erwartet, zwar etwas kühl, aber zumindest kein Dauerregen, kein Graupel und zwischendurch sogar Sonnenschein.

OsterstrauchIch hoffe, ihr hattet auch alle einen schönen Ostersonntag und wünsche weiterhin:
Frohe Ostern!

Gnadenlos

Wir sitzen beim Abendessen und ich stelle fest, dass Saskias Medikamente noch nicht auf dem Tisch liegen. Der beste Ehemann von allen steht auf, um sie zu holen.

„Ich wäre auch gegangen“, sage ich.
„Nee, lass mal, der fette alte Mann kann ruhig laufen“, entgegnet der Liebste, woraufhin Saskia entrüstet ruft: „Du bist nicht alt!“

Okay, das mit der Höflichkeit üben wir dann nochmal. Und fett ist hier natürlich keiner – höchstens der Text. 😉

Meilen(kiesel)stein(chen)

Gestern gab es mal wieder einen klitzekleinen Meilenstein in der Entwicklung meines großen Kindes. Saskia blieb zum allerallerersten Mal allein zu Haus. Zwar nur für ein paar Minuten, aber immerhin.

Sonst ist immer jemand bei ihr … früher in Griffweite, um sie möglichst aufzufangen, wenn sie einen Anfall hat, später dann in Sichtweite und inzwischen reicht es auch, wenn jemand irgendwo im Haus oder im Garten ist. Allein bleiben wollte sie bisher aber nie (ebensowenig wie allein raus gehen).

Gestern war das Auto in der Werkstatt, um TÜV und neue Sommerräder zu bekommen und ich war deshalb mit dem Leihwagen der Werkstatt unterwegs. Bis 18 Uhr sollte ich diesen zurück bringen und das eigene Auto abholen. Normalerweise kein Problem und ohne Saskia machbar, denn der beste Ehemann von allen kommt gegen 17:30 Uhr nach Hause. Gestern allerdings gab es einen längeren Stau wegen einer Baustelle am Ortseingang und dort stand eben auch sein Bus. Da ich mit dem Leihwagen noch tanken musste und auch ein paar Minuten bis zur Werkstatt brauche, blieb mir um 17:40 Uhr nichts anderes übrig, als Saskia nochmal zu fragen, ob sie lieber mitkommen (wollte sie absolut nicht) oder eben allein daheim bleiben wolle und schließlich aufzubrechen.

Hat auch alles geklappt – eine halbe Stunde später war ich wieder daheim und inzwischen war auch der beste Ehemann von allen eingetroffen.

Eine Flasche Sekt hätten wir zur Feier des Tages dann auch noch öffnen können – die bekommt man, wenn die Rechnung der Werkstatt eine magische Zahl überschreitet, geschenkt. Neben TÜV und neuen Rädern waren nämlich noch so Kleinigkeiten wie eine „kleine Inspektion“, „Wartung der Klimaanlage“, Ölwechsel und Wechsel der Bremsflüssigkeit und ähnliche Nettigkeiten dazu gekommen. Außerdem wurden zwei Blink-Glühlampen gewechselt, weil sie die Farbe verloren hatten. Also immer dran denken: Rechtzeitig orange Blinkflüssigkeit nachfüllen! 😉 sonst meckert der TÜV oder die DEKRA.

Happy Birthday!

Der beste Ehemann von allen hat Geburtstag und wünscht sich ausdrücklich nichts Materielles, weil wir eh‘ schon zuviel Kram haben. Das macht das Schenken nicht gerade einfach, aber Saskia hat für Papa ein Bild gemalt

Geburtstagsbild_Saskia

und Blümchen gab es auch.

Blumen

Happy Birthday, mein Schatz!

Kleine Anekdote von unterwegs

Auf Curaçao werden ja verschiedene Sprachen gesprochen – Niederländisch ist eine sehr wichtige, Englisch ist zumindest im Touristenbereich auch kein Problem (zum Glück!) und unter Einheimischen kommt noch Papiamentu und zum Teil Spanisch dazu.

Das CDTC selbst ist übrigens nahezu komplett dreisprachig: Holländisch, Deutsch, Englisch. Die meisten Therapeuten und Praktikanten stammen aus den Niederlanden, ein paar auch aus Deutschland. Bei den Patienten ist das Verhältnis etwa halbe-halbe. Mit den Kindern wird in der jeweiligen Muttersprache des Kindes gesprochen (in unserem Fall also Deutsch mit holländischem Akzent), mit den Eltern normalerweise auch und wenn es da nicht weiter geht, wechselt man eben ins Englische – das klappt erstaunlich gut.

Mit den Menschen im Hotel, in Restaurants oder Supermärkten kann man sich normalerweise gut englisch verständigen.

Eines Mittags saßen wir in einem Café in Willemstad – mitten im Touri-Bereich, wo vermutlich 90% der Besucher von den um Ecke anlegenden Kreuzfahrtschiffen kommen. Wir waren hungrig, durstig und pflastermüde – also ließen wir uns nach einem kurzen Blick auf die aushängende Speisekarte nieder. Die Bedienung (B) kam an den Tisch und reichte uns 3 Speisekarten. 2 auf Niederländisch, eine zum Glück auf Englisch. Wir suchten uns also etwas aus und kurze Zeit später kam die junge Frau wieder an den Tisch, wo sich folgendes Gespräch zwischen ihr und dem bestenn Ehemann von allen (M) entspann:

B: „Heb je wat gevonden?“
M: „Yes, we have. But, do you speak English? Unfortunately we don’t speak Dutch.“
B: „Yes, I do.“

Es folgte die eigentliche Bestellung und als soweit alles klar war …

B: „Are you german?“
M: „Yes, we are.“
B: „But why you don’t speak Dutch? All Germans speak Dutch.“
M: „No! All Dutch speak German!“

Sie guckte etwas ungläubig, dann folgte großes Gelächter auf beiden Seiten. 100%-ig wahr ist vermutlich keine der beiden Aussagen. Aber ich glaube, prozentual gesehen sprechen mehr Holländer deutsch als Deutsche holländisch.